Ein Arzt nimmt Kontakt zu dem Betroffenen auf und berät ihn via Videochat oder Telefon. Foto: dpa

Ein Modellversuch, der bereits vor einiger Zeit in Stuttgart und im Landkreis Tuttlingen angelaufen ist, soll auf das ganze Land ausgeweitet werden. Künftig ist damit eine Online-Sprechstunde für alle Mitglieder der Gesetzlichen Krankenversicherung in Baden-Württemberg möglich.

Stuttgart - Die Online-Sprechstunde ist ab sofort für alle Mitglieder der Gesetzlichen Krankenversicherung in Baden-Württemberg möglich. Ein Modellversuch in Stuttgart und im Landkreis Tuttlingen sei problemlos angelaufen, und die Erfahrungen aller Beteiligten seien durchweg positiv, sagte Johannes Fechner, der stellvertretende Chef der Kassenärztlichen Vereinigung (KV), am Mittwoch. Deshalb werde das Angebot ausgeweitet. Das Projekt firmiert unter dem Namen DocDirect im Südwesten.

Unter dem Schlagwort können sich Kranke entweder über eine spezielle App oder bei einem Patiententelefon melden. Ein Arzt nimmt dann Kontakt zu dem Betroffenen auf und berät ihn via Videochat oder Telefon. Falls noch am selben Tag ein persönlicher Besuch bei einem Arzt in der Sprechstunde notwendig ist, wird ein Termin vermittelt. Für die Beratung erhält der Mediziner eine Vergütung, die von der Krankenkasse übernommen wird.

Mit DocDirekt hätten die Patienten ein seriöses Angebot für die Online-Beratung, sagte Norbert Metke, Chef der KV, die die Interessen von rund 20 000 Ärzten und Psychotherapeuten im Südwesten vertritt. Rezepte dürfen die Mediziner online bislang nicht ausstellen.

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