Um dem Mangel in der Region Leonberg zu begegnen, schlägt die SPD ein medizinisches Versorgungszentrum vor. Die Stadt solle sich dafür einsetzen.
Mit einem kinderärztlichen medizinischen Versorgungszentrum am Krankenhaus will die SPD dem Mangel an Kinderärzten in der Region Leonberg begegnen. „Die Situation ist prekär“, sagt Ottmar Pfitzenmaier. „Der einzige Kinderarzt in Renningen hat vor zwei Jahren aufgehört. Und in Leonberg selbst weist eine der beiden vorhandenen Kinderarztpraxen schon auf ihrer Homepage darauf hin, dass einige der Vorsorgeuntersuchungen aus Kapazitätsgründen derzeit nicht übernommen werden können. Auch einen Arzt kann es wenig zufriedenstellen, der Not gehorchend, solche Prioritäten setzen zu müssen.“
Ein Ausweg könnte in den Augen des Chefs der SPD-Fraktion eine Art Zusammenschluss mehrerer Ärzte unter einem Dach sein, im konkreten Fall direkt am Krankenhaus. Damit könnte aus seiner Sicht die medizinische Versorgung verbessert, gleichzeitig den Vorstellungen jüngerer Ärzte eher entsprochen werden. „Viele wünschen sich flexible Arbeitszeiten“, sagt Pfitzenmaier. „Von Bürokratie möchte man verschont bleiben, eine sichere Anstellung hat Priorität gegenüber dem unternehmerischen Risiko eine eigene Praxis zu führen. Bevorzugt werden Teammodelle, also kooperative Formen der Zusammenarbeit.“
Genau solch ein Modell könnte am Krankenhaus umgesetzt und damit das Campus-Konzept, das schon seit mehreren Jahren im Gespräch ist, wieder aufgenommen werden, meint der SPD-Mann. Aufgrund flexibler Arbeitszeiten könnten sogar umfangreichere Sprechzeiten angeboten werden als dies in Einzelpraxen möglich ist. Pfitzenmaier räumt ein, dass ein Medizinzentrum keine klassische Aufgabe der Stadt Leonberg ist. „Allerdings muss es im Interesse der Stadt sein, dass ihre Bürgerinnen und Bürger eine bestmögliche ärztliche Versorgung vor Ort bekommen“, meint der SPD-Fraktionschef. „Daher fordern wir die Stadt auf, in enger Zusammenarbeit mit dem Landkreis ein kinderärztliches Versorgungszentrum am Krankenhaus zu etablieren.“ Dies wäre der erste Schritt zu einem Medizincampus, der den Klinikstandort „nachhaltig aufwerten“ würde.
Das sollte der Stadt Geld wert sein. Die SPD stellt sich eine Impulsfinanzierung bis maximal 50 000 Euro für bauliche und logistische Infrastruktur vor. Pfitzenmaier betont, dass das Projekt nichts mit der aktuellen Diskussion um die Gynäkologie zu tun habe: „Auch uns wäre es am liebsten, es wäre wirtschaftlich vertretbar, dass sie in Leonberg verbleibt.“