Auf den orangefarbenen Mülleimerdeckeln stapeln sich Zigarettenkippen. Foto: privat

Auf Mülleimern an der Endhaltestelle in Stammheim häufen sich die Zigarettenstummel. Es fehlen die Aschenbecher.

Stammheim - An der schönen neuen Haltestelle sieht es immer wieder wirklich schlimm aus“, sagt ein Stammheimer Bürger: Auf den orangefarbenen Mülleimerdeckeln stapeln sich rund ein Dutzend ausgedrückter Kippen, schwarze Aschereste liegen ringsherum. Wer für die hässliche Hinterlassenschaft verantwortlich ist, lässt sich freilich nicht feststellen. Der Zustand wirft allerdings die Fragen auf, ob man an der Haltestelle überhaupt rauchen darf, beziehungsweise, warum die Stuttgarter Straßenbahnen (SSB) dort nicht wenigstens Aschenbecher einrichtet?

„Generell ist das Rauchen an allen unterirdischen Haltestellen verboten“, erklärt Birte Schaper von den SSB. „Das hat Sicherheitsgründe und versteht sich wegen des Brandschutzes im Grunde von selbst.“ Allerdings seien nicht alle unterirdischen Haltestellen auf den ersten Blick als solche erkennbar. So zähle beispielsweise auch die Haltestelle Pragsattel als unterirdische, obwohl sie teilweise nach oben offen ist. „Wir wollen helle, luftige Haltestellen mit möglichst viel Tageslicht, keine dunklen Angsträume. Formell betrachtet gilt die Haltestelle Pragsattel als eine unterirdische. Schilder weisen dort auf das Rauchverbot hin.“ Die Situation in Stammheim sei nicht erfreulich. Allerdings, so ergänzt Schapers Kollegin Susanne Schupp, sei man dabei, sich des Themas anzunehmen und Abhilfe zu schaffen. „Es gibt eine Sonderkonstruktion von Mülleimern, dort ist ein Aschenbecher im Deckel eingelassen.“ Derartige Kombi-Mülleimer sollen in absehbarer Zeit auch an der Stammheimer Endhaltestelle installiert werden. „In der Regel statten wir Haltestellen zunächst mit Standard-Mülleimern aus. Falls nötig, werden diese dann durch diejenigen mit Aschenbechern ersetzt“, sagt Schupp. Das sei in Stammheim nun vorgesehen und solle noch im Winter erledigt werden. Die SSB-Sprecherin rechnet Anfang kommenden Jahres damit.

Bezirksvorsteherin Susanne Korge ist Nichtraucherin, sie bedauert, dass es an der Stadtbahnendhaltestelle so hässlich aussieht und es auch an vielen anderen Haltestellen keine Aschenbecher gibt. „Am besten wäre es natürlich, wenn dort gar niemand rauchen würde, aber es gibt eben auch Leute, die das tun. Es wäre wünschenswert, wenn Raucher wenigstens die Möglichkeit hätten, ihre Zigarettenkippen ordentlich zu entsorgen.“ Man könne der SSB keinen Vorwurf machen, schließlich seien es vor allem Fahrgäste, die sich falsch verhielten. „Aber man sieht, dass Bedarf da ist, und die SSB sich etwas einfallen lassen sollte. Ich finde gut, dass man die Problematik thematisiert und dass die SSB damit möglichst bald umgehen.“

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