Der ägyptische Präsident Mubarak ist als Vorsitzender der regierenden NDP zurückgetreten.

Kairo (dpa) - Das Machtsystem Mubarak zerfällt zusehends: Am zwölften Tag der Proteste ist der ägyptische Präsident Husni Mubarak als Vorsitzender der regierenden Nationaldemokratischen Partei (NDP) zurückgetreten.

Mit ihm gaben am Samstag weitere Spitzenfunktionäre ihre Parteiämter auf, wie der Nachrichtensender Al-Arabija berichtete. Auch Mubaraks Sohn Gamal und der Sprecher der zweiten Kammer des ägyptischen Parlaments, Safwat Al-Scherif, legten ihre Ämter nieder. Al-Scherif war bislang Generalsekretär der Partei.

Millionen Ägypter fordern schon länger den Rücktritt

Ungewiss ist weiter, wie lange der seit fast 30 Jahren amtierende Mubarak den Posten des Staatschefs noch behalten wird. Millionen Ägypter fordern seit fast zwei Wochen bei Protestaktionen im ganzen Land vehement den Rücktritt des 82-Jährigen. Westliche Regierungen hatten - vor allem nach gewalttätigen Ausschreitungen gegen Demonstranten und Journalisten - zudem immer deutlicher einen geordneten Übergang in Ägypten angemahnt.

Die Tatsache, dass die Partei sofort Hossam Badrawi zum Nachfolger von Al-Scherif und Gamal Mubarak ernannte, deutet darauf hin, dass zumindest diese beiden Männer zum Rücktritt gedrängt worden waren. Badrawi ist ein führender Vertreter des Reformflügels der Partei ebenso wie weitere NDP-Mitglieder, von denen es hieß, sie sollten führende Ämter in der Partei übernehmen.

Unabhängige Beobachter werteten den Wechsel an der Parteispitze als Versuch, die NDP vor dem völligen Untergang zu retten. Mubarak junior war von der Wirtschaftselite des Landes noch vor einigen Wochen als möglicher Nachfolger seines Vaters gehandelt worden. Er leitete bislang das Politische Komitee der NDP. Der bisherige Generalsekretär der Partei, Al-Scherif, gehörte zur alten Garde der NDP. Außerdem legten mit Sakarija Asmi und Mufid Schehab zwei weitere Getreue von Präsident Mubarak ihre Parteiämter nieder.

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