Die AWS-Zentrale ist in die Jahre gekommen. Daher soll das Areal im Stuttgarter Osten für 21 Millionen Euro neu aufgestellt werden. Platz soll nicht nur für die Müllfahrzeuge entstehen, sondern auch für Wohnraum.
Die Abfallwirtschaft Stuttgart (AWS) stellt sich neu auf. Rund 60 Millionen Euro werden in die Umgestaltung der Zentrale an der Heinrich-Baumann-Straße im Osten sowie der Standorte in Wangen und Münster investiert. An der Zentrale sollen auch neue Wohnungen sowie ein zentraler, öffentlicher Platz im Stöckach entstehen.
Die Gebäude sind zum Teil mehr als 90 Jahre alt
Rund 21 Millionen Euro investiert der städtische Eigenbetrieb für den Umbau des Betriebshofes an der Gingener Straße in Wangen. Dieser soll im kommenden Jahr bezogen werden. Noch bis Anfang 2025 soll die knapp 20 Millionen Euro teure Umgestaltung an der Burgholzstraße in Münster dauern. Mittelfristig wird dann der heutige Standort an der Türlenstraße im Stuttgarter Norden aufgegeben werden. Auf dem Gelände – zusammen mit der Fläche des einstigen Bürgerhospitals – könnten einmal bis zu 500 Wohnungen entstehen.
Aber auch der Standort an der Heinrich-Baumann-Straße im Stuttgarter Osten soll sein Gesicht verändern. Eine grundsätzliche Planung für das Areal an der B 14 gab es bislang nicht. Deshalb ist in den vergangenen 100 Jahren dort ein bunt zusammen gewürfeltes Sammelsurium entstanden. Die Gebäude sind aus verschiedenen Baujahren – von 1933 bis 2012 – entsprechend unterschiedlich ist auch ihr Zustand. Viele entsprechen hinsichtlich Arbeitsablauf, Sicherheitsbestimmungen, Brandschutz und Energieversorgung nicht mehr heutigen Anforderungen.
20 Prozent der Fläche für Wohnen und Dienstleistung
Einer Machbarkeitsstudie zufolge ist ein stufenweiser Umbau unter laufendem Betrieb möglich. Vor allem eine Erweiterung der Büro- und Sozialflächen sowie Abstellflächen für die Einsatzfahrzeuge werden in der AWS-Zentrale dringend benötigt. Allerdings ist eine monofunktionale Nutzung auf solch einer innerstädtischen Fläche für den Eigenbetrieb nicht mehr zeitgemäß. Entsprechend soll auf dem knapp 26 000 Quadratmeter großen Areal eine Mischnutzung erfolgen. Neben den betrieblichen Anforderungen der AWS soll es auf rund 20 Prozent der Gesamtfläche Platz für Dienstleitungen geben, in den oberen Stockwerken sollen Wohnungen entstehen.
Die Planer denken an einen baulichen Riegel hin zur Bundesstraße. Allerdings sollen flexible Lösungen an den Schnittstellen sicherstellen, dass die Entwicklung der B 4 mit der notwendigen Erneuerung des Reitzensteinkanals weiterhin realisierbar bleibt. Im Rahmenplan Stöckach soll zudem ein zentraler Platz entstehen – der Heinrich-Baumann-Platz. 2024 soll ein Realisierungswettbewerb ausgeschrieben werden. Die vorläufige Kostenplanung beläuft sich auf rund 21,5 Millionen Euro.