Die beiden Freestyler Nina Windmüller und Camil Hauser konnten die Teilnehmer beim Höfleswetz mit ihren Kunststücken begeistern Foto: LICHTGUT/Max Kovalenko

Am 50. Höfleswetz beteiligten sich rund 1000 Mädchen und Jungen. Der Württembergische Fußballverband veranstaltete am Dienstag in Kooperation mit unserer Zeitung das große Jubiläumsturnier auf den Sportplätzen an der Mercedesstraße.

Fußballherz, was willst du mehr? Am Dienstag hat bei der 50. Auflage des Höfleswetzturniers einfach alles zusammengepasst. 90 Mannschaften mit knapp 1000 Mädchen und Jungen jagten auf den Spielfeldern an der Mercedesstraße dem runden Leder hinterher – nur einen Katzensprung vom Stadion des VfB Stuttgart entfernt. 268 Spiele wurden absolviert, bei strahlendem Sonnenschein, mit viel Ehrgeiz und jeder Menge Spaß. Die Lust am Kicken und der Fair-Play-Gedanke standen auch dieses Mal im Vordergrund.

 

Die Mannschaften Sie heißen 1. FC Saure Gurken, HackeSpitze 123, Adiletten Armada, Enzschwestern United und Bolzplatz Panthers. Und sie waren teilweise schon am frühen Morgen mit ihren Betreuern aufgebrochen, um von Rottenburg, Backnang, Waiblingen oder aus der Nähe von Göppingen zu dem Großturnier im Schatten der großen Fußballarena nach Bad Cannstatt zu kommen. Die Mädchen starteten um 11 Uhr, während die Jungs, die in Lauser (ab 1. August 2012) und Höfleswetzer (ab 1. August 2009) altersmäßig unterteilt waren, schon früher gegen den Ball traten.

Mittendrin statt nur dabei Auch die Inklusion hat inzwischen ihren festen Platz beim Höfleswetz gefunden. Bereits zum dritten Mal spielten bei dem Turnier auch Teammitglieder mit Handicap mit. Ansonsten kickten nicht nur Mädchen oder Jungs, die sonst in Fußballvereinen aktiv sind, sondern es konnten auch Schulmannschaften, Hobbykicker, Stadtviertel-Teams und Freundesgruppen mitmachen.

Rekordteilnahme beim WFV Seit dem Jahr 2019 hat der Württembergische Fußballverband (WFV) die Organisation des Großturniers inne. Der WFV-Geschäftsführer Frank Thumm betonte, dass „wir diesmal die 1000er-Marke an Teilnehmern geknackt haben“. Die Mammutveranstaltung sei jedes Jahr eine große organisatorische Herausforderung, sagte auch Matthias Rudolf vom WFV: „Aber wenn man dann in die glücklichen Kinderaugen schaut, dann weiß man, wofür man das macht.“ Der WFV verschenkte an jeden Teilnehmer auch ein Trikot der deutschen Nationalmannschaft. Kooperationspartner waren neben den Stuttgarter Nachrichten und der Stuttgarter Zeitung auch das Kultusministerium, das Lehrerbildungszentrum (ZSL) und die VfB-Fußballschule.

Prominenz zu Gast Gegen 11 Uhr schaute hoher Besuch, nämlich VfB-Torhüter Dennis Seimen, bei den Höfleswetzern vorbei. Der 17-Jährige, seit 2015 beim VfB, habe früher als Kind selbst nach der Schule mit seinen Kumpels auf der Straße in Heilbronn gekickt, berichtete er. „Der Bolzplatz und die Straße sind auf alle Fälle ein guter Anfang als Ausbildungsschule für einen Fußballer“, sagte Seimen. Beim Höfleswetz habe er aber früher leider nie mitgespielt. Umso mehr freue es ihn, dass er heute als Ehrengast dabei sein dürfe. Er nahm sich ausgiebig Zeit, um die Autogrammwünsche der Kinder zu erfüllen.

Abseits des Platzes Ein echter Hingucker war auch die Kopie des Europameisterschaftspokals, mit dem man sich fotografieren durfte. Am Stand der in.Stuttgart-Veranstaltungsgesellschaft gab es Antistressbälle, und die Teams konnten in den Spielpausen sich bei einer Partie Tischkicker oder in der Bolzbox erholen. Auch die VfB-Fußballschule bot jede Menge Mitmachaktionen an. Vom Dribbelparcours über eine Torwand bis zu einer Messanlage, welche die Schussgeschwindigkeit der jungen Kicker ermittelte.

Der Ball darf den Boden nicht berühren Wer statt eines strammen Schusses lieber lernen wollte, wie man den Ball lange in der Luft halten und mit Kopf, Knien oder Füßen jonglieren kann, der war bei den Workshops der Freestylerin Nina Windmüller und eines Pioniers der Freestyle-Szene, Camil Hauser, genau richtig. Die beiden sind Ball-Akrobaten und gaben spannende Einblicke in ihr Repertoire. Wer Lust hatte, konnte das eine oder andere Kunststück selbst probieren.

Schulfrei Als Anfang der 1980er Jahre die ersten Höfleswetzer dem Ball nachjagten, sorgte der damalige Kultusminister Gerhard Mayer-Vorfelder dafür, dass die Kinder an diesem einen Turniertag schulfrei bekamen. Und so ist es bis heute geblieben. Das war natürlich ein weiterer Push für diese Erfolgsgeschichte. Und die wurde in diesem Jahr fortgeschrieben.

Ein Blick zurück Bis 2017 hat der ADAC das Turnier federführend organisiert. Michael Treuter – verantwortlich von 2003 bis 2017 – ließ es sich nicht nehmen, zur Jubiläumsveranstaltung extra aus Österreich anzureisen. „Es gab bei uns jedes Jahr eine Diskussion, ob wir als Motorsportler weiterhin ein Fußballturnier ausrichten“, sagte Treuter. Als er in den Ruhestand ging, zog sich der ADAC zurück. Auch Jürgen Köhn, ehemaliger ADAC-Geschäftsführer, war zu Gast und erinnerte sich gerne an Begegnungen und Gespräche aus seiner Höfleswetz-Zeit mit Fußballikonen wie Felix Magath und Jogi Löw.

Das Turnier im Überblick Alle Spielergebnisse sind auch im Internet auf der Homepage des WFV zu finden unter www.wuerttfv.de.