Die Stuttgart-21-Gegner am Montagabend vor dem Rathaus Foto: Lichtgut/Achim Zweygarth

Schöne Grüße aus Berlin wollten die Gegner von Stuttgart 21 dem Oberbürgermeister und dem Gemeinderat überbringen. Sie sehen eine Parallele zu dem Berliner Flughafen, der nicht fertig wird.

Stuttgart - Es waren keine Liebesgrüße, sondern klare Unmutsgrüße: Die Stuttgart-21-Gegner sind bei der 454. Montagsdemo vom Schlossplatz weitergezogen zum Stuttgarter Rathaus, um vor dem Sitz von Oberbürgermeister und Gemeinderat Flagge zu zeigen – oder besser: Banner.

Die Planung mit Rolltreppen wird als unzulässig betrachtet

Auf einem war vom „Klimaskandal 21“ zu lesen und von einer Tunnelorgie, die „5,6 Millionen Tonnen Treibhausgase“ produziere. Auf dem anderen Banner grüßte der – wegen des Brandschutzes und anderer Mängel noch nicht fertige – Berliner Flughafen BER den Gemeinderat mit einem Link zum S-21-Brandschutzgutachten. Über Letzteres hatte zuvor auf der Kundgebung Hans Heydemann von den S21-kritischen Ingenieuren 22 zu den Teilnehmern – laut Veranstalter rund 1000, laut Polizei etwa 300 – gesprochen.

Sein Vorwurf: Die Bahn betreibe Brandschutz nach Gutsherrenart, Rolltreppen seien als Fluchtwege unzulässig, beim Projekt S 21 aber dennoch ins Rettungskonzept einbezogen und abgesegnet vom Eisenbahn-Bundesamt (Eba). Zudem seien die Fluchtwege in den Tunnel-Vorköpfennur 80 Zentimeter breit geplant statt mindestens 1,20 Meter, wie es vom Eba gefordert worden sei. Heydemann hat gegen die 18. Planänderung geklagt, die Verhandlung soll zur Jahresmitte vor dem Verwaltungsgerichtshof Baden-Württemberg in Mannheim stattfinden.

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