In den Tagen nach der mutmaßlichen Tat, waren die Spuren noch deutlich zu erkennen. Foto: Emanuel Hege

Im August wurde eine 44-Jährige in Hessigheim mutmaßlich von ihrem Freund überfahren. War es Absicht? Der Tathergang ist immer noch nicht geklärt, offensichtlich fehlen Indizien.

Die Tat sorgte überregional für Schlagzeilen und schockierte die Bürger und Bürgerinnen Hessigheims. In der Nacht vom 18. auf den 19. August dieses Jahres starb eine 44-jährige Mutter auf der Rathausstraße, mitten im Ort. Die Frau, die schon länger in Hessigheim wohnte und bei einem Landschaftsgärtner im Ort arbeitete, wurde wohl von einem Auto überfahren. Tatverdächtig ist ein 40 Jahre alter Mann, der feste Freund der Verstorbenen.

 

Nach fast zwei Monaten sind die Ermittlungen noch nicht abgeschlossen, lässt die ermittelnde Staatsanwaltschaft Heilbronn auf Nachfrage dieser Zeitung wissen. Auch zum genauen Tathergang könne die Staatsanwaltschaft keinerlei Aussage machen, da dieser „noch nicht zureichend geklärt“ sei. Da der Tathergang eben noch offen sei, fehle es zum jetzigen Zeitpunkt an einem dringenden Tatverdacht. Die Voraussetzungen für eine Untersuchungshaft seien dadurch nicht gegeben, so die Staatsanwaltschaft. Ein dringender Tatverdacht ist dann gegeben, wenn aufgrund der Ermittlungen mit hoher Wahrscheinlichkeit davon auszugehen ist, dass der Beschuldigte die Tat begangen hat.

Voraussetzungen für Untersuchungshaft nicht gegeben

Obwohl also wegen des Tatbestandes der vollendeten Tötung ermittelt wird, bleibt der Tatverdächtige frei. Eine ungewöhnliche Situation, die dafür spricht, dass der Verdächtige kooperiert und aktuell nicht genug Indizien für eine vorsätzliche Tat vorliegen.

Die 44-Jährige hinterlässt drei Kinder, sechs, 14 und 19 Jahre alt – erst Anfang des Jahres war der Vater der Kinder gestorben. Die Hessigheimer riefen kurz nach dem Tod eine Spendenaktion ins Leben, die laut Initiatorin Claudia Nägele gut verlief. Wie viel zusammengekommen ist und wofür das Geld genutzt wird, wollte sie jedoch nicht sagen.