40 Jahre KAFF in Korb Ein bunter Haufen zeigt, was er kann

Von Annette Clauß 

Derzeit werkeln die KAFF-Mitglieder an einem Gemeinschaftskunstwerk für die Gartenschau Foto: Stoppel
Derzeit werkeln die KAFF-Mitglieder an einem Gemeinschaftskunstwerk für die Gartenschau Foto: Stoppel

„40 Jahre und kein bisschen weiß“ – unter dieses Motto hat der Korber Arbeitskreis Farben und Formen, kurz Kaff, seine Jahresschau gestellt. Mit ihr feiern die Kunstschaffenden das 40-jährige Bestehen des Arbeitskreises.

Korb - Schlecht beleuchtet und ziemlich kühl, da nicht beheizt – Walter Singer kann sich noch gut an das Ambiente erinnern, in dem der Korber Arbeitskreis Farben und Formen, kurz Kaff, anfangs seine Werke ausgestellt hat. „Unsere Jahresausstellungen waren damals im Foyer der Remstalhalle“, erzählt der 68-jährige Korber, der ein Vereinsmitglied der ersten Stunde ist. Vier Jahrzehnte ist es her, dass sich sieben kreative Korberinnen und Korber zusammengetan haben, um den „Korber Hobbyverein“ zu gründen. Der wechselte dann einige Zeit später seinen Namen, wurde zu Kaff und gehörte in der Umgebung wohl zu den ersten seiner Art.

Dass er ausgerechnet in einer kleinen Gemeinde wie Korb aus der Taufe gehoben wurde, hat einen Grund. „Zur 700-Jahr-Feier hat der damalige Bürgermeister alle, die zuhause kreativ waren, aufgerufen, sich zu melden“, erzählt Walter Singer. Um die 40 Frauen und Männer fühlten sich angesprochen und zeigten ihre Werke. Sieben davon taten sich später zusammen und organisierten fortan Jahr für Jahr, immer Mitte November, eine Ausstellung mit ihren Arbeiten, die während des Jahres entstanden waren. Ein Novum sei das gewesen, sagt Walter Singer: „In der Umgebung hatte es so etwas noch nicht gegeben.“

Erst wenig Besucher, aber genügend Trollinger

Allerdings seien die Leute in den ersten Jahren nur sehr dürftig gekommen, erinnert sich der 68-Jährige und lacht. Nicht selten lag im Foyer der Remstalhalle die Zahl der Künstler höher als die der Besucher: „Wenn jemand kam, haben wir uns regelrecht auf die Leute gestürzt. Aber immerhin war die Gemeinde großzügig und hat uns zwei Kisten Trollinger hingestellt.“

Nach und nach hat sich die Ausstellung dann etabliert und immer mehr Besucher gefunden. Vom Foyer der Remstalhalle ist der Künstlerverein irgendwann in die Alte Kelter gezogen, die sich um einiges besser als Ausstellungsraum eignet.

Derzeit werkeln 13 Frauen und Männer unter dem Dach des Kaff. Walter Singer ist der einzige, der vom ursprünglichen Team übrig geblieben ist. „Einige sind weggezogen, einer ist sogar Berufskünstler geworden“, erzählt Walter Singer, der sich als Autodidakt bezeichnet und schon als Kind gerne gezeichnet hat – damals auf eine Schiefertafel, die er dann stolz seiner Lehrerin präsentierte.

Am Anfang ist alles weiß

„Wir sind ein bunter Haufen“, sagt Walter Singer über die Mitglieder des Arbeitskreises – und bezieht sich damit auf die Altersspanne, die Herkunft, die Arbeitstechniken, die genutzten Materialien und auch die Interessenschwerpunkte. Trotz aller Vielfalt einigen sich die Kreativen aber für jede Jahresausstellung auf ein gemeinsames Thema. Das heißt dieses Mal „40 Jahre und kein bisschen weiß“ und ist eine Anspielung darauf, dass jeder und jede Kunstschaffende immer wieder von ganz vorne beginnen muss – das noch unbehandelte, „weiße“ Material vor sich.

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