24-Stunden-Lauf in Uhingen Nichts für Gänseblümchenpflücker

Von Philipp Braitinger 

Die Läufer müssen beim 24-Stunden-Lauf unterschiedliche Hindernisse überwinden, im vergangenen Jahr  etwa Netze, Holzwände und Wassergräben. Foto: Michael Sauer
Die Läufer müssen beim 24-Stunden-Lauf unterschiedliche Hindernisse überwinden, im vergangenen Jahr etwa Netze, Holzwände und Wassergräben. Foto: Michael Sauer

Für den 24-Stunden-Lauf gibt es mehr Anmeldungen als Startplätze. Neue Hindernisse bringen neue Herausforderungen für Sportler. Sie verlangen ihnen Kraft, Ausdauer und Koordinationsvermögen ab.

Uhingen - Nur die Harten kommen in den Garten. Für den 24-Stunden-Hindernislauf am Wochenende vom 29. und 30. September in Uhingen haben sich die Organisatoren ein neues Hinderniskonzept ausgedacht. „Im vergangenen Jahr war es sehr lauf- und kraftlastig“, begründet Björn Hahn die Neukonzeption. Der 34-Jährige gehört zum achtköpfigen Organisationsteam der Veranstaltung. In diesem Jahr sollen die Hindernisse den Läufern mehr Technik als im vergangenen Jahr abverlangen. Es gibt unter anderem eine Kletterwand, einen Speerweitwurf und eine feuchte Folie an einem Hang. Über weitere, neue Herausforderungen möchte Hahn noch nicht sprechen. Denn die Hindernisse auf der Strecke sollten eine Überraschung für die Teilnehmer werden.

Im vergangenen Jahr waren es 140 Läufer, die beim Hindernislauf mitmachten. In diesem Jahr hätten sich bereits mehr als 200 Läufer angemeldet. Weitere Anmeldungen könnten nicht mehr entgegengenommen werden, berichtet Hahn. Die Strecke, die Hindernisse und der Ausruhbereich lassen aus Sicht der Organisatoren nicht mehr Teilnehmer zu. Dass die Zahl der Anmeldungen in diesem Jahr in die Höhe geschnellt ist, führen die Organisatoren auch auf die vielen Zuschauer im vergangenen Jahr zurück. Da sei der einstige Dauerlauf erstmals als Hindernislauf durchgeführt worden. Zu Spitzenzeiten seien 10 000 Zuschauer an der Strecke gewesen. „Es war der Wahnsinn“, so Hahn. Viele hätten sich wohl gesagt, dass sie es in diesem Jahr auch versuchen wollten, vermutet er.

Zum ersten Mal sind auch Sechser-Teams zugelassen

Neben den Hindernissen gibt es weitere Neuerungen: So werden in diesem Jahr neben Vierer-Teams auch Sechser-Teams zugelassen. „Viele haben gesagt, zu viert trauen wir es uns nicht zu“, erklärt Hahn. Zu schaffen sei der Lauf aber auch als Vierer-Team, betont er. Wichtig sei, dass sich alle im Team aufeinander verlassen könnten und Spaß an der Veranstaltung hätten. „Eigentlich kämpfen alle gemeinsam gegen die Hindernisse und nicht gegen die anderen Läufer“, erklärt der Organisator. Dass man sich gegenseitig beim Überwinden der Hindernisse helfe, sei ausdrücklich erlaubt.

Die Regeln besagen, dass jeder in einer Laufgruppe innerhalb der 24 Stunden mindestens eine Runde gelaufen und stets ein Läufer pro Gruppe auf der Strecke ist. Wer gerade nicht läuft, dem empfiehlt Hahn, die Konkurrenz beim Überwinden der Hindernisse zu beobachten. Wer die richtige Technik anwende, könne viel Kraft sparen. Eine Runde ist 2,2 Kilometer lang. Sie führt vom Platz vor dem Uditorium vor allem an der Fils entlang. Pro Runde müssen zwölf Hindernisse überwunden werden. Wer eine Runde innerhalb von zwölf Minuten im vergangenen Jahr geschafft hat, konnte sich zur Spitze zählen.

Die Stunden vor dem Sonnenaufgang sind die einsamsten

Hahn meint, dass zwölf Minuten pro Runde auch in diesem Jahr eine gute Zeit sein werden. Für jeden gelaufenen Kilometer spenden die Sparda Bank und der Handels- und Gewerbeverein Uhingen einen vorher festgelegten Betrag, der später einem wohltätigen Zweck zugeführt wird. Die Höhe des Betrags pro Runde ist momentan ebenso offen wie der Begünstigte der Spende. „In 80 Prozent der Fälle entscheidet es sich in der langen, dunklen Nacht“, sagt Hahn, der selbst bereits an vielen Hindernisläufen teilgenommen hat.

Die Stunden vor dem Sonnenaufgang sind, wie Hahn erzählt, die einsamste Zeit auf der Strecke. Die Läufer sind unter sich. Keine Autos sind zu hören, Zuschauer stehen schon lange nicht mehr an der Strecke. „Dann geht es ans Mentale. Man muss sich quälen können“, berichtet der Organisator. Erst mit den ersten Sonnenstrahlen schöpfen die Läufer wieder neue Energie.

Um sich richtig auf einen Hindernislauf vorzubereiten, empfiehlt Hahn, Unterbrechungen wie Liegestütze oder Bocksprünge in ein Lauftraining einzubauen. Viele gute Ausdauersportler seien es nicht gewohnt, dass der Lauf unterbrochen werde. Das sei die Herausforderung beim Hindernislauf. Das Überwinden der Hindernisse kostet viel Kraft. Die Laufstrecken zwischen den Hindernissen machen eine Regeneration auf der Strecke fast unmöglich. „Man bekommt nicht diesen Flow wie bei einem Dauerlauf.“

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