Die Spieler vom SC Freiburg Christian Bickel, Garra Dembele, Mensur Mujdza und Stefan Reisinger (von links) stehen nach der Niederlage auf dem Platz. Foto: dpa

Freiburg ist nach einer indiskutablen Leistung beim Drittligisten Unterhaching mit 2:3 unterlegen.

Unterhaching - Auch der SC Freiburg hat sich zum „Pokal-Deppen“ gemacht. Der Fußball-Bundesligist unterlag am Sonntag nach einer indiskutablen Leistung beim Drittligisten SpVgg Unterhaching mit 2:3 (1:1) und ist damit erstmals seit 1997 gleich in der ersten Runde des Cup-Wettbewerbs gescheitert. Für den Trainer Marcus Sorg war es ein völlig missratener Pflichtspiel-Einstand. „Das ist eine Niederlage, die richtig wehtut. Wir haben uns weniger als gewünscht gewehrt“, klagte der Freiburger Coach.

Dufner: "Ich bin bitter enttäuscht"

Auch SC-Sportdirektor Dirk Dufner schimpfte: „Ich bin bitter enttäuscht. So ein Saisonauftakt gegen einen Drittligisten ist nicht unser Anspruch.“ Kapitän Heiko Butscher sprach von einem „selbst verschuldeten Warnschuss“ eine Woche vor dem Punktspielstart beim Bundesliga-Aufsteiger FC Augsburg. Roland Sternisko (17. Minute) und Mijo Tunjic (47./87.) mit einem Doppelpack per Foulelfmeter machten vor 4100 Zuschauern den Überraschungscoup für das Team von Trainer Heiko Herrlich perfekt. „Die zweite Halbzeit war wie im Traum“, kommentierte Hachings Kapitän Jonas Hummels, der jüngere Bruder des Dortmunder Nationalspielers Mats Hummels: „Es hat wahnsinnig viel Spaß gemacht.“ Für Freiburg trafen Cedric Makiadi (10.) und der eingewechselte Stefan Reisinger (73.). „Wir haben Haching aufgebaut, da dürfen wir uns nicht beschweren“, kommentierte Dufner.

Nach den Patzern von Wolfsburg, Bremen und Leverkusen war der Bundesligist, bei dem Torjäger Papiss Demba Cissé wegen einer Magenverstimmung kurzfristig ausgefallen war, gewarnt vor dem Drittligisten. „Unterklassige Vereine kitzeln im Pokal immer noch ein paar Prozent mehr aus sich raus“, hatte Freiburgs Trainer Sorg seine Profis vor dem Anpfiff noch einmal eindringlich ermahnt. Entsprechend konzentriert legte Freiburg los. Sofort diktierte der Bundesligist das Geschehen und erspielte sich anfangs Torchance um Torchance, die jedoch nicht verwertet wurden. Erst zehn Minuten war es dann aber soweit: Nach feiner Vorarbeit von Maximilian Nicu war Makiadi zur Stelle und markierte die hoch verdiente Führung. „Wir haben gut angefangen, müssen die Chancen nutzen“, haderte Butscher.

Kein Klassenunterschied zu erkennen

Im Gefühl der Überlegenheit ließen es die Gäste lockerer angehen und wurden bestraft. Nach mehreren guten Gelegenheiten kam Sternisko aus rund zwölf Metern völlig unbedrängt zum Schuss und schob überlegt zum umjubelten Ausgleich für die junge Mannschaft des früheren Bundesliga-Profis Herrlich ein. Der Bundesligist, der vor allem in der Defensive Mängel aufwies, reagierte beeindruckt. Nun war kein Klassenunterschied mehr zwischen den beiden Teams zu erkennen.

Nach dem Wechsel kam es richtig dicke für Freiburg: Tunjic verwandelte einen umstrittenen Strafstoß. Reisinger glich zwar noch einmal aus, aber Tunjic mit einem allerdings erneut fragwürdigen Elfmeter machte alles klar für den Außenseiter. „Ich mache ihn hundertprozentig rein, habe ich bei den Elfmetern gesagt“, kommentierte Matchwinner Tunjic: „Ich bin fertig.“

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