Von den U-Booten der Klasse 212 – hier „U 31“ beim Auftauchen – soll die deutsche Marine zwei weitere bekommen. Foto: Marine

Die Marine ist zuversichtlich, dass sie noch im kommenden Jahr zwei neue U-Boote bestellen kann. Vor 2030 werden sie aber nicht zu Verfügung stehen – selbst wenn alles nach Plan läuft.

Rostock - Die Marine arbeitet daran, noch im kommenden Jahr zwei weitere U-Boote der Klasse 212 in Auftrag zu geben. „Wir gehen davon aus, dass unser Projekt-Fahrplan so rechtzeitig steht, dass wir im zweiten Halbjahr einen Bauvertrag schließen können“, sagte ein Sprecher der Marine unserer Zeitung. Einzige Anbieterin dieses Bootstyps ist die Thyssenkrupp Marine Systems in Kiel.

Die Finanzierung gilt als gesichert

Die finanziellen Voraussetzungen sind seit dem 5. November gegeben. In seiner sogenannten Bereinigungssitzung beschloss der Haushaltsausschuss des Bundestags, in den Verteidigungshaushalt 2019 Verpflichtungsermächtigungen in Höhe von insgesamt 7,9 Milliarden Euro einzustellen. Davon entfallen 1,56 Milliarden Euro auf die beiden U-Boote der Klasse 212 CD. Die Anschaffung der sechs Klasse-212 A-Boote („U 31“ bis „U 36“), die zwischen 2005 und 2016 in Dienst gestellt worden sind, hat die Steuerzahler rund 2,6 Milliarden Euro gekostet. Die deutschen U-Boote dienen vor allem der verdeckten Erstellung von Lagebildern, der Elektronischen Kampfführung und dem Ausbringen von Spezialkräften, vorrangig von Kampfschwimmern.

Enge Zusammenarbeit mit Norwegen

Kern des neuen Bau-Projekts ist die Zusammenarbeit mit Norwegen. Der Nato-Partner will vier baugleiche Boote beschaffen und gemeinsam mit Deutschland betreiben. Die Zusammenarbeit soll so eng sein, dass alle sechs Boote gegebenenfalls auch mit gemischten Besatzungen gefahren werden können. Sie schließt außerdem eine gemeinsame Ausrüstung und Bewaffnung der Boote beider Nationen und eine gemeinsame Nutzung von Ausbildungs- und von Logistik-Einrichtungen ein. Das soll beiden Ländern insgesamt größere Kapazitäten, mehr operative Möglichkeiten und dem Projekt mehr Kosteneffizienz verschaffen. Vergangene Woche stimmten sich die deutsche und die norwegische Marine erneut darüber ab. Die Marine rechnet mit der Indienststellung des ersten der beiden Boote „nicht vor 2030“.

Jetzt fahren sie wieder

Im Oktober 2017 war nach einer Havarie von „U35“ auch das letzte verfügbare deutsche U-Boot ausgefallen. Vor allem die jahrelange Nicht-Beschaffung von Ersatzteilen führte zu diesem Engpass. „Mit dem Kauf von U 35 und U 36 haben wir auch die Beschaffung eines Ersatzteilpakets für alle sechs Boote eingeleitet. Das macht sich jetzt bemerkbar“, sagte der Marine-Sprecher. Drei der Boote fahren wieder. „Wir gehen davon aus, dass es im kommenden Jahr vier und die Besatzungen dann auch wieder voll einsatzfähig sind“, sagte der Sprecher.

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