Naturkosmetik ist im Trend bei deutschen Käufern. Foto: 7aktuell.de/Gabriel Span

Zertifizierte Biokosmetikprodukte boomen – auch weil sie immer mehr Drogeriemärkte und Discounter ins Sortiment nehmen. Allerdings ruft der Boom auch Trittbrettfahrer auf den Plan.

Schwäbisch Gmünd - Verbraucher greifen immer öfter zu Naturkosmetikprodukten. Im ersten Halbjahr dieses Jahres wurde erstmals jeder zehnte Euro im deutschen Kosmetikmarkt für zertifizierte Naturkosmetikprodukte ausgegeben, sagte Elfriede Dambacher, Branchenexpertin und Herausgeberin zu Marktstudien zum Naturkosmetikmarkt, unserer Zeitung. Damit steigt der Umsatz in diesem Jahr voraussichtlich auf 1,4 Milliarden Euro. „Im Moment kommen viele Neukunden über den Discounter zur Naturkosmetik, auch weil Aldi zertifizierte Produkte führt“, sagte Dambacher, die einen regelrechten Boom beobachtet.

in einem Jahr ist die Zahl der Käufer um mehr als eine Million gestiegen

Diese Beobachtung bestätigen auch Daten der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) mit Sitz in Nürnberg. Laut den Marktforschern ist die Zahl der Naturkosmetikkäufer 2018 in Deutschland im Vorjahresvergleich um 1,1 Millionen auf insgesamt 18 Millionen angestiegen.

Von dem Trend, der auf der ganzen Welt zu beobachten ist, profitiert auch Weleda, der größte Naturkosmetikhersteller. Allein um ein Drittel seien die Erlöse 2018 in den USA gestiegen, sagte Geschäftsführer Andreas Sommer unserer Zeitung. Künftig will das Unternehmen mit Sitz unter anderem in Schwäbisch Gmünd vor allem in Asien wachsen. Zwei Drittel der globalen Mittelschicht werde in zehn Jahren in Asien leben, sagte Sommer. Derzeit testet Weleda zudem Spas in Wohngebieten, die Massagen und Gesichtsbehandlungen anbieten. Auch in Stuttgart soll ein Spa eröffnen.

Der Naturkosmetikboom ruft allerdings auch viele Trittbrettfahrer auf den Plan. Laut Verbraucherzentrale Hamburg gestalten einige Hersteller herkömmliche Pflegeprodukte mit Naturbildern und Biowortwahl, ohne sich dabei an die Standards der Naturkosmetikbranche zu halten. Die Experten fordern deshalb ein unabhängiges, rechtsverbindliches Label.

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