Im Jahr 2016 assistiert Lyra-Chef Eberhard Krause dem da noch amtierenden OB Christoph Palm beim Fassanstich. Foto: Eva Herschmann

Die Lyra Schmiden verspricht zum Geburtstag neue Attraktionen. Der Musikverein blickt auf 110 Jahre zurück und fast die Hälfte davon ist die Kirbe ein wichtiger Bestandteil des Vereinslebens.

Schmiden - Neun Männer versammelten sich im Februar 1907 im Grünen Baum, um den Musikverein Lyra Schmiden ins Leben zu rufen. Nicht weit entfernt vom Gründer- und Probelokal, auf dem Festplatz an der Tournonstraße, wird der 110. Geburtstag auf der Jubiläums-Kirbe gefeiert – mit einem Sternenmarsch und einem Feuerwerk und natürlich mit viel Musik.

Die Anfangsjahre des Vereins waren alles andere als leicht

Die Anfangsjahre waren nicht leicht, und noch viel schwieriger war es mangels Kapital, an Instrumente zu kommen. Der Wirt des Grünen Baums, Ernst Kauffmann, streckte den Mitgliedern ein Darlehen vor. In jeder Probe spendete jeder Musiker Geld, um die Schulden abzutragen. Anfangs waren es 20 Pfennige, später eine Mark und dann sogar 1,50 Mark. „Nur durch diese große Opferbereitschaft konnte der Verein überhaupt am Leben erhalten werden“, sagte Eberhard Krause, der seit 2008 Vorsitzender der Schmidener ist.

Die Lyra blickt auf 110 Jahre zurück und fast die Hälfte davon ist die Kirbe ein wichtiger Bestandteil des Vereinslebens. Die Idee dazu hatte 1971 der Vorsitzende Otto Wildermuth. Von Freitag, 1. September, bis Montag, 4. September, wird die 47. Schmidener Kirbe gefeiert – mittlerweile in einem 900-Mann-Festzelt. Die Kirbe ist Tradition, aber die Gastgeber gehen mit der Zeit. 1995 wurde erstmals die Weihnachtsfeier in der Schwabenlandhalle ausgerichtet und auch der erste Kirbe-Rock initiiert.

Seitdem startet das Fest am Freitagabend mit einer Party und Live-Musik. Viele Bands sind im Laufe der Jahre auf der Festzelt-Bühne gestanden, darunter auch – sogar mehrmals – die Lokal-Matadoren Timewarp. Zur Jubiläums-Kirbe wird das Hofbräu-Regiment ab 19 Uhr aufspielen, das bereits vor zwei Jahren im gerammelt vollen Zelt für beste Stimmung zuständig war. „Wir hoffen diesmal auf einen ebenso guten Besuch“, sagt Eberhard Krause.

Der Kirbe-Rock ist eine Erfolgsgeschichte, der Krämermarkt dagegen nicht

Der Kirbe-Rock ist eine Erfolgsgeschichte. Den Krämermarkt, der ein paar Jahre auf dem Parkplatz oberhalb des Festplatzes stattfand, haben die Lyra-Vordenker derweil wieder aufgeben. „Die Resonanz von Beschickern und Besuchern war einfach nicht so gut“, sagt der Vorsitzende Krause. Der Testlauf im vergangenen Jahr mit einer Oldie-Schau hat die Verantwortlichen auch nicht überzeugt. „In diesem Jahr haben wir ohnehin andere Attraktionen zu bieten“, sagt Eberhard Krause.

Da ist zum einen der musikalische Sternenmarsch, mit dem der Festsamstag beginnt. Um 16.15 Uhr werden die Lyra, der Musikverein Oeffingen und die Stadtkapelle Fellbach aus drei Richtungen zum Kreisverkehr in der Tournonstraße marschieren, um gemeinsam ins Festzelt einzuziehen und ein Lied zu spielen. Auch der Auftritt von Gunnar Dieth und seinem Blasorchester Egerland sowie das Jubiläumsfeuerwerk, das am Sonntag um 21 Uhr gezündet und vom Festplatz aus gut zu sehen sein wird, gehören zu den Höhepunkten.

Der Fassanstich wird traditionell groß zelebriert

Am Samstag um 17 Uhr wird zunächst einmal auf der Bühne der Fassanstich zelebriert, bei dem Baubürgermeisterin Beatrice Soltys in Aktion treten wird. Zur Kirbe gehören neben dem Lyra-Café mit selbstgebackenem Kuchen, der Zelt-Gottesdienst am Sonntag mit Frühschoppen sowie der Seniorennachmittag und das Kinderprogramm am Montag. „Wir hoffen auf regen Besuch“, sagt Eberhard Krause.

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