VfB Stuttgart Abfindung für Gerd Mäuser?

Von Gunter Barner 

Es ist schwer vorstellbar in diesen Tagen, aber beim VfB wird noch immer Fußball gespielt. Die Bosse suchen nach Ersatz für Präsident Mäuser - Fredi Bobic denkt schon weiter: Er plant die Zukunft mit Leverkusens Daniel Schwaab.

Stuttgart - Der Fall um den in die Kritik geratenen VfB-Chef Gerd Mäuser liegt komplizierter als gedacht. Der ehemalige Porsche-Manager wird sein Amt wohl noch vor der für den 22. Juli geplanten Mitgliederversammlung niederlegen – ob freiwillig oder nicht. Doch erstens muss der Aufsichtsrat dafür sorgen, dass der Vorstand mit mindestens zwei Mitgliedern geschäftsfähig bleibt, und zweitens muss er unter Umständen über eine Abfindung für den Präsidenten verhandeln. Nach Informationen der Stuttgarter Nachrichten verdient Gerd Mäuser rund 350.000 Euro pro Jahr, je nach sportlichem Erfolg und wirtschaftlicher Bilanz kann sich das Salär im besten Fall verdoppeln. In Mäusers Vierjahresvertrag ist eine Abfindung nicht explizit geregelt. Sollte er gekündigt werden, könnte er aber auf einer Entschädigung bestehen. Dann wären bis zu 700.000 Euro fällig.

Im Vereinsumfeld werden weiter die Namen potenzieller Nachfolger gehandelt. Ginge es nach einer Hitliste der beliebtesten Kandidaten, dann läge der Fall für VfB-Aufsichtsratschef Dieter Hundt einfach. Die Fans bevorzugen in den Internetforen ­mehrheitlich einen ehemaligen Fußballer im Amt des Präsidenten: Karl Allgöwer liegt vorn, gefolgt von Guido Buchwald, Karlheinz Förster und Hansi Müller. Auch der ehemalige Ministerpräsident und jetzige EU-Energiekommissar Günther Oettinger bringt es auf hohe Zustimmungsraten. ­Diskutiert werden auch die Qualitäten des Oberbürgermeisters von Ostfildern, Christof Bolay. Er ist VfB-Mitglied und ein ­glühender Verehrer des Vereins von Kindesbeinen an.

Verstärkung aus den eigenen Reihen

Ganz gleich wie der Aufsichtsrat nach ­Ostern entscheidet, es wird weiter Fußball gespielt. Weshalb Manager Fredi Bobic unverdrossen die Mannschaft für die kommende Saison plant. Sein Ziel: junge, preiswerte und nach Möglichkeit deutsche Spieler in die Mannschaft einzubauen. Einer von ihnen ist Daniel Schwaab (24). Der beidfüßige Außenverteidiger von Bayer Leverkusen soll nach Informationen unserer Zeitung künftig das VfB-Trikot tragen. Der Vertrag des ­früheren Freiburgers läuft aus.

Weiter im Blickpunkt behält Bobic den Hertha-Stürmer Pierre-Michel Lasogga. Der schnelle Angreifer hatte schon während der Winterpause ein Angebot vom VfB vorliegen, die Hertha ließ ihn aber für vier Millionen Euro Ablöse nicht ziehen. Inzwischen sitzt er meist auf der Ersatzbank, weil er nicht ins 4-2-3-1-System von Trainer Jos Luhukay passt. Sein Vertrag läuft bis 2015. Aus der U 23 soll der defensive Mittelfeldspieler Rani Khedira nächste Saison fest zum Profikader gehören. Auch der erst ­17-jährige A-Jugend-Stürmer Timo Werner wird in den Bundesligakader integriert.

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