Stuttgart 21 Bahn will unbegrenzt Wasser abpumpen

Von Konstantin Schwarz 

Aus dem Stuttgarter Schlossgarten will die Bahn bei Stuttgart 21 unbegrenzt Wasser entnehmen. Foto: dpa
Aus dem Stuttgarter Schlossgarten will die Bahn bei Stuttgart 21 unbegrenzt Wasser entnehmen. Foto: dpa

Der Boden im Schlossgarten ist durchlässiger als erwartet. Die neu gestartete Erörterung findet täglich von 9 bis 19 Uhr statt.

Stuttgart - Die Deutsche Bahn will bei ihrem Großprojekt Stuttgart 21 vom Eisenbahn-Bundesamt die Genehmigung zu einer unbegrenzten Entnahme von Grundwasser aus dem Stuttgarter Schlossgarten. Durch das Pumpen sollen die Baugruben für den neuen Durchgangsbahnhof in Tieflage ­trocken gehalten werden.

Bisher war nur bekannt, dass die Bahn in ihrem Änderungsantrag der Baupläne insgesamt 6,8 Millionen Kubikmeter Wasser entnehmen will – statt der bisher genehmigten drei. In der bisherigen Genehmigung gelten Wochen- und Monats-Höchstwerte. Die unbegrenzte Menge – sie wäre bundesweit einmalig – beziehe sich auf „Grundwasser-Hochwasser“, sagte der von der Bahn beauftragte Anwalt Josef-Walter Kirchberg.

Seit Montag erörtert das Regierungspräsidium mit den vom Neubau betroffenen Eigentümern und erklärten S-21-Gegnern den erweiterten Bauantrag im Kongresszentrum der Landesmesse in Stuttgart. Bis Donnerstag werden täglich von 9 bis 19 Uhr zum Beispiel Wasserwirtschaft, Geologie und Eigentums- und Haftungsfragen öffentlich diskutiert.

BUND kritisiert fehlende Umweltverträglichkeitsprüfung

Die Erörterung war bereits vor acht Wochen gestartet, nach zwei Tagen aber abgebrochen worden, weil beim damaligen Verhandlungsleiter der Anschein der Befangenheit bestand. Der in die Kritik geratene Regierungspräsident Johannes Schmalzl (FDP) entzog dem Mann zudem die stellvertretende Leitung des Referats Recht und Planfeststellung im Regierungspräsidium.

Am Montag kritisierte der Bund für Umwelt und Naturschutz eine aus seiner Sicht fehlende Umweltverträglichkeitsprüfung. Sie sei zwingend, man wolle sie einklagen. Die Bahn sagt, dass ihre vor rund zwölf Jahren erfolgte Prüfung ausreiche, auch wenn neue Pumpversuche und Rechnungen ergeben haben, dass der Boden im Park viel mehr Wasser durchlässt als damals berechnet.

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