Die Gaststätte der Lemberghalle wird renoviert, damit der neue Pächter loslegen kann, sobald er darf. Foto: Ella Kempf

Eine knappe Viertelmillion fließt aktuell in das Gebäude. Allerdings war die Investition nötig. Andernfalls hätte die Gemeinde keinen neuen Pächter für die Gaststätte finden können.

Affalterbach -

Zwei Jahre hat die Suche nach einem neuen Pächter gedauert, nun soll die Lemberghalle wieder bewirtschaftet werden, sobald Restaurants wieder geöffnet werden dürfen – und die Renovierungsarbeiten auch in der Küche abgeschlossen sind. Ohne diese Arbeiten, machte Bürgermeister Steffen Döttinger im Gespräch mit unserer Zeitung deutlich, wäre die Halle nicht zu vermieten gewesen. Denn schon vor der durch die Corona-Pandemie ausgelösten Krise war die Situation so, dass an einer Pacht interessierte Gastronomen reichlich Auswahl unter leer stehenden Gaststätten hatten und sich daher die Rosinen aus dem Kuchen picken konnten. Das war auch das Argument, das immer wieder für die langwierige Suche nach einem Pächter angeführt wurde.

Die Lemberghalle ist nämlich insofern ein schwieriges Objekt, als bei Veranstaltungen am Wochenende bis zu 240 Gäste zu bewirten sind, unter der Woche jedoch deutlich weniger. Das war auch der Grund, warum der vorige Pächter aufgegeben hat.

Noch im Februar war man von Renovierungskosten von rund 175 000 Euro ausgegangen. Das wird jedoch nicht reichen, wie Döttinger nun vor dem Gemeinderat berichtete. Er hat inzwischen per Eilentscheidung Aufträge von rund 230 000 Euro inklusive Mehrwertsteuer vergeben – vom Maler bis zum Elektriker.

Das ist insofern etwas überraschend, als noch im Oktober 2018 der damalige Kämmerer Jörn Wenzelburger die Lemberghalle und die dazugehörige Gastronomie als „gut in Schuss“ bezeichnet und betont hatte, man habe da einiges investiert. Vor allem die Vollküche sei mit Kipper, Gasofen und Kombidämpfer sehr gut eingerichtet. Doch so ganz war man wohl doch nicht mehr auf der Höhe der Zeit. Der neue Pächter Gezim Lika jedenfalls erklärte dieser Zeitung gegenüber, es habe schon Pläne für eine Erneuerung gegeben, als er in die Verhandlungen eingetreten sei. Die Geräte seien zum Teil uralt gewesen und hätten auch nicht mehr alle funktioniert. Etwa 60 bis 70 Prozent müssten erneuert werden, ebenso die Gasleitung. Nicht mehr zeitgemäß seien auch die Kühlräume gewesen: „Die wären für eine neue Konzession nicht mehr freigegeben worden“, ist sich Lika sicher. Und wenn man ohnehin an so etwas ranmüsse, sei es besser, das noch vor dem Betriebsstart zu machen, damit man dann ungestört arbeiten könne. Er habe mit dazu beigetragen, dass man mit dem Budget so viel wie möglich gestalten konnte, und sehe das als eine gemeinsame Investition.

Steffen Döttinger betont, dass die Lemberghalle für das öffentliche Leben in der Apfelbachgemeinde eine wichtige Rolle spiele. Und er hofft, dass die Küche im Lauf des Monats fertig wird. Eigentlich hätte der Betrieb schon zum 1. Mai starten sollen; wegen der Corona-Pandemie wäre dies jedoch ohnehin nicht möglich gewesen. Pacht fällt derzeit noch keine an.

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