Ein Lärmaktionsplan soll in Benningen Tempo 30 ermöglichen. Foto: dpa

Lärmaktionsplan könnte die Geschwindigkeitsreduzierung auf den Durchgangsstraßen möglich machen.

Benningen - Der Lärmschutz an den Benninger Durchfahrtsstraßen ist seit Jahren Thema – ein bislang unerquickliches, weil die Forderungen der Benninger nach einem durchgehenden Tempo 30 in der Beihinger Straße und auch in der Ludwigsburger Straße vom Landratsamt Ludwigsburg immer abgelehnt wurden. Dabei hatte selbst das Regierungspräsidium Stuttgart zu hohe Lärmwerte ermittelt, sodass das Kreishaus Maßnahmen hätte umsetzen müssen, so der Bürgermeister Klaus Warthon.

Aber lediglich ein vergleichsweise kurzer Abschnitt 30er-Zone in der in der Ludwigsburger Straße ist umgesetzt worden. „Das ist weit weniger, als wir uns vorgestellt haben“, konstatierte der Bürgermeister in der Gemeinderatssitzung am Montag. Doch just an diesem Montag, „Punkt 19.10 Uhr, bin ich gottfroh, dass es jetzt eine Lärmaktionsplanung gibt“, betonte Warthon. Das beauftragte Büro BS Ingenieure aus Ludwigsburg hat „genau die Ergebnisse ermittelt, auf die das Regierungspräsidium auch gekommen ist“, führte der Bürgermeister aus und fügte etwas ironisch an: „Welch Wunder.“

Christian Fiegl, Projektleiter der schalltechnischen Untersuchung für den Entwurf des Lärmaktionsplans in Benningen, stellte in der Gemeinderatssitzung die Ergebnisse vor. Demnach passieren 6600 Kraftfahrzeuge täglich die Beihinger Straße, 11 500 bis 12 500 die Neckarquerung und 7500 die Ludwigsburger Straße, ortsauswärts in südliche Richtung etwas weniger. Die Lärmwerte sind dadurch in vielen Bereichen sowohl tagsüber als auch nachts überschritten, erläuterte Christian Fiegl den Räten.

In Abstimmung mit der Verwaltung habe man sich daher drei Punkte überlegt: Die Tempo-30-Regelung soll so ausgeweitet werden, dass sie tagsüber und nachts gilt – und zwar auf der Beihinger Straße zwischen der Einmündung Schafwasen bis zum Knotenpunkt Beihinger Straße/Ludwigsburger Straße sowie in der Ludwigsburger Straße im Bereich zwischen Gebäude Nummer 2 bis auf Höhe Gebäude Nummer 68 (siehe Karte). Des Weiteren sollen mehr Blitzer, sowohl stationäre als auch mobile, aufgestellt werden, führte der Planer weiter aus. Als dritte Maßnahme schlage man vor, lärmmindernden Belag aufzutragen, wenn ohnehin eine Sanierung der Fahrbahn geplant werde.

Vom Zeitplan der Umsetzung des Lärmaktionsplans her sollte es nun Schlag auf Schlag gehen – hoffen zumindest alle Beteiligten. Den Entwurf des Lärmaktionsplans haben die Räte am Montag einstimmig beschlossen, in den kommenden vier bis sechs Wochen werden die Öffentlichkeit und die Träger öffentlicher Belange beteiligt. Dann kann der Rat den endgültigen Plan beschließen und die Maßnahmen bei der Straßenverkehrsbehörde, also beim Landratsamt, beantragen.

Doch könnte die Behörde den Benningern doch noch einen Strich durch die Rechnung machen? „Vielleicht kommt man dort ja zu anderen Schlussfolgerungen. Wie ist das einzuschätzen?“, fragte SPD-Rat Manfred Meister. Christian Fiegl konnte beruhigen: „Der Plan wird mit hoher Wahrscheinlichkeit vom Landratsamt mitgetragen – so sind unsere Erfahrungen.“ Und wann geht es an die Umsetzung? Die Freien-Wähler-Räte Thomas Waldvogel und Gabriele Kölbel-Schmid brachten es mit ihrer Frage auf den Punkt: „Wann kommen die Tempo-30-Schilder?“ Es sei nicht ausgeschlossen, „dass wir vor dem Sommer durch sind“, so Fiegl.

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