Robin Reindl (links) und Marcus Kohler (rechts) warten zusammen mit Familie und Freunden auf die Ergebnisse. Foto: Werner Kuhnle

Bei der Bürgermeisterwahl liegt Robin Reindl knapp vor Marcus Kohler, Marc Fuchs landet abgeschlagen mit rund neun Prozent der Stimmen auf Platz drei.

Erdmannhausen - Es hatte sich schon bei den Kandidatenvorstellungen abgezeichnet: Die Bürgermeisterwahl in der Brezelgemeinde wurde zum Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Marcus Kohler und Robin Reindl. Marc Fuchs landete mit deutlichem Abstand auf Platz drei, gefolgt von Stephan Erdmann auf Platz vier. Damit wird erst in einem zweiten Wahlgang entschieden, wer neuer Rathauschef in Erdmannhausen wird.

Wie nicht anders zu erwarten, gab es deshalb auch keine Jubelschreie bei den beiden Hauptkonkurrenten und ihren Begleitern. Wobei die Enttäuschung jedoch vor allem auf der Seite der zahlreichen Kohler-Fans – er hatte Familie und Freunde mitgebracht – offenkundig groß war, während die Partnerin von Robin Reindl strahlte.

Die Kandidaten selber bemühten sich um souveräne Stellungnahmen. Robin Reindl zeigte sich mit seinem ersten Platz zufrieden und kündigte an, „jetzt noch mal drei Wochen Gas zu geben“, schränkte aber ein: „Mal sehen, was mit Corona passiert.“ Marcus Kohler erklärte, er sei mit sich und seinem engagierten Wahlkampf zufrieden und sehe noch Luft nach oben. „Ich werde jetzt erstmal analysieren und eine Strategie entwickeln und dann drei Wochen lang Vollgas geben“, kündigte er an. Marc Fuchs wirkte enttäuscht, aber nicht überrascht: „Das Ergebnis stand ja schon im Internet, bevor ich hierher kam“, sagte er in Anspielung auf den Wahlticker unserer Zeitung. Jürgen Olma erklärte, das Ergebnis liege im Rahmen seiner Erwartungen. Ob er seine Kandidatur im zweiten Wahlgang zurückzieht oder nicht, entscheide er zu gegebener Zeit. Auch Marc Fuchs blieb vage. Stephan Erdmann sagte, er sei zufrieden damit, dass er bei seiner ersten Bürgermeisterkandidatur gleich auf Platz vier gelandet sei.

Je länger die Stimmenauszählung dauerte, umso mehr konnte man die Spannung spüren, die im ersten Stock des Rathauses in der Luft lag. In den Amtsräumen wurde gezählt und überprüft, nochmals kontrolliert und fieberhaft gerechnet. Die Zahl der in der Halle auf der Schray und im Musiksaal der Astrid-Lindgren-Schule abgegebenen Stimmen bekam Personalamtsleiterin Larissa Claus per Telefon übermittelt – ihr kam die Aufgabe zu, alle Daten in den Computer einzugeben.

Die meisten der im Foyer anwesenden Kandidaten – Ulrich Raisch und Andreas Oberman stießen erst um 19 Uhr sowie etwas später dazu, als das Ergebnis bereits verkündet war – gaben sich zumindest nach außen hin gelassen. Eine Vermutung mochte vorab keiner abgeben. Auch die Stimmung der Begleiter war sichtlich angespannt, je länger die Auszählung dauerte.

Bei den direkt abgegebenen Stimmen lag Marcus Kohler in allen vier Wahllokalen vor Robin Reindl. Doch die Briefwahlstimmen wendeten das Blatt schließlich noch zugunsten von Reindl.

Von den Sonstigen, die gar nicht zur Wahl angetreten waren, war die CDU-Gemeinderätin Vanessa Gruber die Stimmenkönigin – für sie sprachen sich sieben Wähler aus. Auch die scheidende Bürgermeisterin Birgit Hannemann erhielt zwei Stimmen, ebenso wie ihr Vorgänger Lutz Schwaigert. Horst Stegmaier und Sina Baßler kamen auf je eine Stimme.

Anders als bei vergangenen Wahlen war wegen des Coronavirus so gut wie kein Bürger im Rathaus anwesend. „Wir haben mitgeteilt, dass das Ergebnis im Internet zu finden sein wird“, erklärte Birgit Hannemann. „Und dass es dieses Mal keine Wahlparty geben wird.“ Auch nach der Wahl bat sie darum, sich nicht mehr allzu lang im Rathaus aufzuhalten.

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