VfB Stuttgart gegen Schalke 04 Tedesco siegt im Duell der Jung-Trainer

Von Gregor Preiß 

Wolf gegen Tedesco? Das war meist eine klare Sache für den heutigen Trainer des VfB Stuttgart. Am Sonntag wendete sich das Blatt.

Gelsenkirchen - Die 90 Minuten waren gespielt, auf dem Spielfeld gab es die typischen Begegnungen zwischen Siegern (FC Schalke 04) und Verlierern (VfB Stuttgart), und auch die Umarmung der beiden Trainer war im Grunde keine Besonderheit. Obwohl . . .

Als sich nämlich Domenico Tedesco die Glückwünsche von Hannes Wolf abholte, war das eine eher ungewöhnliche Situation aus Sicht des neuen Schalker Trainers. Denn: in den bisherigen Duellen der beiden Fußballlehrer, war es Hannes Wolf, dem der strahlende Part zugefallen war. Im Juni 2015 etwa siegte der heutige VfB-Trainer mit den B-Junioren von Borussia Dortmund im Finale um die deutsche Meisterschaft gegen Tedescos Stuttgarter (4:0), und in der vergangenen Zweitligasaison gelang Wolf mit dem VfB ein 3:0 gegen Erzgebirge Aue – dorthin war Tedesco während der Saison gewechselt. Am Sonntagabend nun, im ersten Bundesligaduell zwischen Tedesco (31) und Wolf (36), wurden die Rollen getauscht. Was nicht allen gefiel. „Ich ärgere mich natürlich“, sagte der VfB-Trainer Wolf.

Allerdings nagte an ihm eher weniger die persönliche Niederlage gegen Tedesco. Andersherum verhielt es sich ähnlich. Der Schalker Coach hatte die Tatsache, dass es gegen seinen Ex-Club und Hannes Wolf ging, bewusst ausgeblendet. Die acht Jahre, die er als Juniorentrainer beim VfB tätig war, sollten keine Rolle spielen. Warum auch? Die Aufgabe, den FC Schalke 04 wieder nach oben zu führen, erfordert schließlich jegliche Kraft und Konzentration. Erst recht, wenn das Spiel eine Wendung nimmt, die dem Trainer missfällt. Die Schalker waren gegen den VfB schnell in Führung gegangen, hatten dann aber die Spielkontrolle aus der Hand gegeben – was Domenico Tedesco so gar nicht passte.

Tedesco lobt die Mentalität nach der Pause

Also wechselte der Coach aus Aichwald zur Pause, bracht Daniel Caligiuri und Guido Burgstaller, machte eine vorherige Systemumstellung rückgängig, forderte aber vor allem eine andere Einstellung seiner Mannschaft – die sie dann prompt zeigte. 3:1 hieß es schon kurz nach der Pause und auch am Ende für die Königsblauen, und Tedesco erklärte: „Nicht das Taktische war in der zweiten Halbzeit entscheidend, sondern die Mentalität und wie wir vorwärts verteidigt haben.“ Auf Guido Burgstaller hatte der Coach direkt vor dem Wiederanpfiff noch gestenreich eingeredet und genau dieses frühe Attackieren eingefordert. „Er ist ein intelligenter Trainer“, lobte hinterher der Schalker Torschütze Naldo seinen Coach, „es macht Spaß, er tut uns gut.“

Auch mit der Ausbeute von sechs Punkten aus drei Spielen können sie auf Schalke nach dem verkorksten Saisonstart vor einem Jahr ganz gut leben – auch wenn im Umfeld schon wieder kritisiert und diskutiert wird. Tedesco geht dagegen an, Zufriedenheit soll sowieso keine einkehren. Torschütze Burgstaller sagte: „Wir wissen, dass wir noch viel arbeiten müssen.“ Domenico Tedesco, der am Dienstag seinen 32. Geburtstag feiert, wird eben dies einfordern.

VfB Stuttgart - 1. Bundesliga

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