Kunstkritik-Debatte im Kunstmuseum Stuttgart Zurück in die Zukunft

Von nbf 

Diskussion an diesem Freitag, 19 Uhr, im Kunstmuseum Stuttgart. Moderation: Sven Beckstette Foto:  
Diskussion an diesem Freitag, 19 Uhr, im Kunstmuseum Stuttgart. Moderation: Sven Beckstette Foto:  

Gemeinsam wollen sie am Kunststandort Stuttgart neue Akzente setzen – das Kunsthistorische Institut der Universität Stuttgart, das Kunstbüro der Kunststiftung Baden-Württemberg und das Kunstmuseum Stuttgart. An diesem Freitag lädt Kunstmuseums-Kurator Sven Beckstette zu einer Debatte über die Kunstkritik. Mit dabei : „Stuttgarter Nachrichten“-Titelautor Nikolai B. Forstbauer.

Stuttgart - Mitte der 1980er Jahre initiieren Studierende des Kunsthistorischen Instituts der Universität eine übergreifende ­Debatte über den Kunststandort Stuttgart. Noch ist die Erinnerung an die von Galerien organisierte wegweisende Ausstellung „Europa 79“ wach – schon haben führende Galerien die Stadt, in der doch mit der Staatsgalerie Stuttgart 1984 ein international beachteter Museumstyp eröffnet worden ist, Richtung Köln verlassen.

Aus der Professorenschaft gibt Heinrich Dilly Rückendeckung, und in der Nachfolge setzt Beat Wyss den Weg fort, im Studium unmittelbare Eindrücke aus der Produktion, Präsentation und Vermittlung von Kunst zu gewinnen. Künstler, Ausstellungsmacher und Kritiker stellen ihre ­Positionen bei öffentlichen Podien in der Universität vor. Die Studienarbeiten unter Regie von Beat Wyss führen zu einer Dokumentation der Kuststandort-Parameter, dann aber verlieren sich die Reflektions­fäden.

Eine neue Allianz stellt neue Fragen

30 Jahre später stellt eine neue ­Allianz neue Fragen. Das Kunstbüro der Kunststiftung Baden-Württemberg – die mit dem Günther-Wirth-Stipendium für Kunstkritik bereits Akzente setzen konnte – widmet sich in diesem Winter im Schulterschluss mit dem runderneuerten Institut für Kunst­geschichte der Universität Stuttgart einem gerne vernachlässigten Teil eines Kunstandorts – der Kunstkritik. Professorin Kerstin Thomas hält in diesem Winter­semester ein Seminar zum Thema, anschließen soll sich eine Schreibwerkstatt mit Sven Beckstette, vor seiner Zeit als Kurator im Kunstmueum Stuttgart mitverantwortlich für die Fachzeitschrift „Texte zur Kunst“.

Als Auftakt zur neuen Zusammenarbeit lädt Beckstette an diesem Freitag Kritikerinnen und Kritiker in das Kunstmuseum Stuttgart ein. „Beruf Kunstkritiker/in. ­Herausforderungen, Einflussnahme und Möglichkeiten“ ist der Abend überschrieben, Beginn ist um 19 Uhr. Der Eintritt ist frei.

Welche Rolle spielt die Kunstkritik?

Zentrale Fragen sollen sein: Welche Rolle spielt die Kunstkritik im Betrieb und welche Rolle spielen die jeweiligen Autoren? Welchen Einfluss hat Kunstkritik auf die Kunst und den Künstler selbst? Trägt sie zur Steigerung des Marktwerts bei? Und schließlich: Für wen wird Kunstkritik geschrieben? Mit dabei sind: Jörg Heiser, Professor und Direktor am Institut Kunst im Kontext der Universität der Künste in Berlin und Editor at Large von frieze magazine. Er schreibt Kunstkritiken für die Süddeutsche Zeitung und veröffentlichte 2007 das Buch „Plötzlich diese Übersicht. Was gute zeitgenössische Kunst ausmacht“.

Auch Catrin Lorch, 2006 mit dem Kunstkritikpreis der Art Cologne geehrt, ist mit der „Süddeutschen Zeitung“ verbunden – sie lenkt dort seit 2009 das Thema zeitgenössische Kunst. Dabei ist zudem Hanna ­Magauer, von 2013 bis 2016 Redakteurin bei „Texte zur Kunst“, und auch Kolja Reichert darf nicht fehlen. 2012 mit dem Preis für Kunstkritik der deutschen Kunstvereine und der Art Cologne ausgezeichnet, ist er inzwischen Redakteur im Feuilleton der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“. Nikolai B. Forstbauer, 1996 bis 2016 Kulturressorleiter ­unserer Zeitung und nun als ­Titelautor unseres Blattes tätig, kom­plettiert die ­Runde. (StN)

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