Filder-Dialog „Keine Spielräume für Interpretationen“

Konstantin Schwarz, 21.06.2012 11:00 Uhr
S21-Projektsprecher Dietrich erläutert die Vorgaben beim Anschluss des Flughafens an S21.

Stuttgart - Verkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) und die SPD in der Regierung streiten über den Gestaltungsspielraum für den Anschluss des Flughafens an Stuttgart 21. Der ist  gering, erläutert  Projektsprecher Wolfgang Dietrich.

Herr Dietrich, Verkehrsminister Winfried Hermann sagt, bei Stuttgart 21 sei ein Flughafen-Anschluss von der Gäubahn aus auch mit Umstieg in Vaihingen denkbar. Die SPD sagt das Gegenteil. Wer hat Recht?
Am 24. Februar haben alle Projektpartner vereinbart, mit den Bürgern auf den Fildern in einen ehrlichen Dialog zu treten und sich mit ihren Anliegen zu befassen. Dazu gehört, dass wir über alle Varianten diskutieren, die auf den Tisch kommen. Dazu gehört aber auch die Frage nach dem Spielraum.

Bitte konkret: Welchen Spielraum hat die Hermann-Variante?
Genau dafür haben wir den Filder-Dialog. Ich halte es nicht für zielführend, wenn wir die Variantendiskussion im Vorfeld über die Medien austragen. Ungeachtet dessen haben die Projektpartner Stadt, Region und Flughafen den Hermann-Vorschlag in einem Brief an den Ministerpräsidenten und den Bahn-Vorstand strikt abgelehnt. Damit hat dieser keine Aussicht auf Erfolg.

Wenn das so ist, stellt sich die Frage, warum man im Filder-Dialog 152 Menschen mit ­chancenlosen Varianten beschäftigt.
Der Bahn-Vorstand hat bereits Anfang des Jahres geplant, die Bürger auf den Fildern über die Antragstrasse der Bahn und den Filderanschluss zu informieren. Das wurde mit Blick auf die Pläne der Landesregierung zum Filder-Dialog zurückgestellt. Es gibt geltende verkehrliche, vertragliche und wirtschaftliche Vereinbarungen – umso mehr nach dem klaren Votum der Volks­abstimmung. Deshalb haben die Projektpartner Stadt, Region und Bahn immer ­darauf hingewiesen, dass es Spielräume für Verbesserungen gibt, aber nicht für eine Grundsatzdiskussion zum Projekt und dem verkehrlichen Gesamtkonzept.

Werfen Sie dem Minister die Täuschung der Öffentlichkeit und der Dialog-Teilnehmer vor?
Die Bürger haben ein Recht, informiert zu werden. Und sie haben ein Recht auf einen ehrlichen Dialog. Insofern wünschen wir uns, dass alle an Vorschlägen arbeiten, die umsetzbar sind und von allen mitgetragen werden können. Hier hatte ich in den vergangenen Tagen so meine Zweifel.

Sie hätten den Geist gerne wieder in der ­Flasche.
Ich hätte gerne den Geist vom 24. Februar: Varianten sind nur umsetzbar, wenn die Bürger sich auf eine Variante verständigen, alle Projektpartner dieser zustimmen und diese im Rahmen des Vertrages auch finanzierbar ist. Deshalb sollten wir all unserer Kräfte in die Spielräume investieren.

Die Bahn ist Teilnehmer des Dialogs. Warum hat sie vergangenen Samstag nicht klar gesagt, dass sie drei von sechs Varianten keinesfalls akzeptieren kann.
Der Moderator Ludwig Weitz ist Herr des Verfahrens. Das Land hat in der ersten ­Sitzung sehr deutlich gesagt, dass es einen offenen Dialog geben wird, am Ende aber nur das umgesetzt wird, was von allen ­Projektpartnern mitgetragen wird.

Also hat nur keiner hingehört?
Die Bahn hat sich bereit erklärt, das Land bei seiner Dialog-Idee zu unterstützen. Was wir auch weiterhin nach Kräften tun werden. Gleiches gilt für Region und Stadt.

 
 
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Kommentare (89)
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Aufgeklärter Ist schon länger als 1 Jahr her
Wie soll ich einen Verspätungsaufbau für einen Zulauf von mehr als 60 Sek. zugeben, wenn dieser so in der SMA nicht testiert wurde. .......... Herzilein-EB hackt weiter wie der Irre auf die Zuläufe zum und auf dem Kopfbahnhof herum, während sein Lieblingsspielzeug, die Anbindung an den Flughafen über die Antragstrasse der Bahn immer mehr den Bach runter geht und sich in seine Bestandteile zerlegt. Mit jedem Hackstoß bröckelt hinter ihm sinnbildlich das eigene Gebäude mehr und mehr zu Staub. Ich schaue nur noch entspannt zu, wie sich S21 immer mehr selbst erledigt. – Oben bleiben!
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Eisenbahner pro S21 Ist schon länger als 1 Jahr her
An den Aufklärungsresistenten: 'Also weiterhin Verspätungsaufbau!' Sie geben also zu, dass der durchschnittliche Verspätungsaufbau im Sackbahnhof mehr als eine Minute beträgt, ergo MANGELHAFTE Betriebsqualität aufweist? Das ist ja schon ein Fortschritt! _____________________________________________________________________________ Einen nennenswerten Verspätungsaufbau bei den Einfahrten in den Durchgangsbahnhof wird es nicht mehr geben. Selbst unter den deutlich härteren Stresstest-Bedingungen schwankten die Verspätungswerte hier nur um wenige Sekunden, was im Vorlauf eine 'wirtschaftlich optimale' Betriebsqualität, also gleichbleibende Verspätungen darstellt (Ein guter Wert für die Bestandsstrecken, die ja heute 1/3 weniger Züge und deutlich weniger Stress verkraften müssen). Das gilt sowohl für die unmittelbare Einfahrt in den Bahnhof, als auch die Betrachtung der gesamten Vorlauffahrten im Betrachtungsraum. Jeder Zug, der im S21 Tiefbahnhof hielt, wies netto automatisch eine PREMIUM-Betriebsqualität auf mit deutlichem Verspätungsabbau. _____________________________________________________________________________ 'Also sind die Vorgaben von PF1.1 noch schlechter bewertet? Verstehe ich das richtig? ' Nein, die ins Verfahren nachträglich eingebrachten Varianten - also die grundlegenden Alternativen zur Antragtrasse, wie die Weiterführung des Sackbahnhofes oder der Kombibahnhof - wurden nach Würdigung aller Faktoren als deutlich schlechter beurteilt und verworfen. _____________________________________________________________________________ 'Variante A ist schlechter wie die Variante E. A läßt nur 33, E nur 38 Züge zu. ' Es ist ziemlich langweilig, wenn Sie für jeden ersichtlich Dinge verdrehen, falsch zuordnen und umdeuten. Um die Ausbauoptionen ging es hier überhaupt nicht, und auch stellen die Zugzahlen der Optionsszenarien überhaupt keine Obergrenzen dar.
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Aufgeklärter Ist schon länger als 1 Jahr her
So schreibt er doch: „Was soll man da (PF1.1) verleugnen? Die Baugenehmigung für den PFA1.1 wurde erteilt. Alle eingebrachten Varianten wurden untersucht und als schlechter bewertet.“ Also sind die Vorgaben von PF1.1 noch schlechter bewertet? Verstehe ich das richtig? Nun ja, haut auch hin. Variante A ist schlechter wie die Variante E. A läßt nur 33, E nur 38 Züge zu. .......... Danke für die Bestätigung. – Oben bleiben!
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Aufgeklärter Ist schon länger als 1 Jahr her
„Das Ergebnis ist, dass die Züge mit S21 im gut ein Minute pünktlicher in Stuttgart Hbf ankommen werden, als dies mit K20 möglich ist, ...“ Also weiterhin Verspätungsaufbau! Was will denn AL noch beschönigen? Man merkt, auch AL wird von der Bahn-PR-Agentur gut bezahlt. – Oben bleiben!
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Eisenbahner pro S21 Ist schon länger als 1 Jahr her
An den Aufklärungsresistenten: 'Er verleugnet somit auch das PF1.1, welches die Bahn mit entworfen hat und nach wie vor gültig ist. ' Was soll man da verleugnen? Die Baugenehmigung für den PFA1.1 wurde erteilt. Alle eingebrachten Varianten wurden untersucht und als schlechter bewertet. Die wenigen, die das leugnen, sind Sie als S21-Gegner. ___________________________________________________________________________ 'Und schön zu sehen, wie AL das weiterbestehende Problem des Verspätungsaufbaus bei fast allen Zuläufen zum gepl. Tiefbahnhof beschönigen will.' Wo soll denn dieser Verspätungsaufbau denn bitteschön sein? Bitte mal Ross und Reiter nennen, sprich Strecke und Zuglinie. Um ein paar Sekunden hin oder her müssen wir uns nicht streiten, Verspätungen schwanken immer ein paar Sekunden, besonders wenn man sie in so hohem Maße in die Simulation einbringt. ____________________________________________________________________________ 'Trotzdem, daß der Kopfbahnhof schon seit Jahren zu einem der pünktlichsten Bahnhöfe zählt (gibt AL wenigstens zu!), jammert er im Chor mit Herzilein-EB ständig über Verspätungszuläufe, erst recht bei Cannstatt – Kopfbahnhof.' Sie verwechseln hier 2 Dinge: a) Die Zuglinien und Zulaufstrecken zum Stuttgarter Sackbahnhof sind 'stressfrei' und großteils wenig ausgelastet. Deshalb gibt es wenig Ankunftsverspätungen oberhalb 6 Minuten und demzufolge sieht das ganze in Statistiken a la Stiftung Warentest gut aus - bei S21 wird es übrigens noch besser aussehen, denn die einzigen heute schlechten Strecken wie die Filstalbahn werden ja entlastet. b) Die EInfahrt in den Sackbahnhof selbst ist hochgradig problematisch und baut auf einigen Linien massiv Verspätung auf - bis zu 2 Minuten in der Einfahrt durchschnittlich und 2,2 Minuten in der Durchfahrt. Das ist als mangelhafte Betriebsqualität zu werten, unabhängig vom geringem Maß der auf den Strecken angesammelten Verspätungen. Im Gegenteil, hoher Verspätungsaufbau des Bahnhofs bei geringen Einbruchverspätungen und dünnem Fahrplan (beim Sackbahnhof gemessen) sind eher ein Alarmzeichen für mangelhafte Betriebsqualität, während der S21 Tiefbahnhof in der Simulation selbst bei hohen induzierten Verspätungen noch durchweg Premium-Qualität erzielen konnte. __________________________________________________________________________ 'Deshalb nochmals die Frage, wenn das Problem mit den Verspätungsaufbauten bei S21 schon nicht gelöst wird' Welche Probleme denn? Es gibt da schlicht keine. __________________________________________________________________________ 'warum zieht man jetzt nicht sofort den neuen S-Bahn-Tunnel unter dem Rosensteinpark analog zum S21/K21-Plan vor? Dann wäre das Problem schnell gelöst, die Fernbahn mit ICE und Regiozügen sauber getrennt von der S-Bahn.' Gehen Sie bitte raus und demonstrieren Sie dafür, dass der S-Bahn-Tunnel nebst Bahnhof Mittnachtstraße sowie Brücke und Portal am Rosenstein schon vorgezogen gebaut werden dürfen. Dafür braucht es ein funktionierendes GWM - also bitte, wenn der BUND seine kindische Prozesshanselei aufgibt, wird die S-Bahn vielleicht tatsächlich 2 oder 3 Jahre vor dem Rest von S21 fertig. _____________________________________________________________________________ 'Bisher fahren Regiozüge zur Entlastung der Fernbahntrasse auf den S-Bahn-Gleisen. Diese Entflechtungsmöglichkeit fällt bei S21 weg, weshalb auch beim Zulauf Cannstatt – gepl. Tiefbahnhof ein Verspätungsaufbau auditiert wurde.' Das ist dreifacher Blödsinn. Zum einen braucht der S21 Tiefbahnhof diese Entlastung gar nicht, denn er produziert schon aus Prinzip eben nicht solche Rückstaus wie die überlastete Einfahrt des Sackbahnhofes. Die Strecke ist ja heute nicht das Problem, sondern das überlastete Weichenfeld und die geringen Geschwindigkeiten in selbigem. Zweitens wird die Zugzahl Fern/Regio durch Cannstatt etwa halbiert - wo heute 18 Züge durch Cannstatt Richtung Sackbahnhof Ankunft fahren, werden es künftig nur noch 7-9 sein, weil der Fernverkehr auf den Fildertunnel und der Verkehr Richtung Ulm/Tübingen großteils auf den Obertürkheimer Tunnel verlegt wird. Und drittens wurde überhaupt kein Verspätungsaufbau in der Simulation beobachtet, die Verspätungswerte blieben bis auf geringe Schwankungen konstant, und das kurz vor einem Verspätungsabbau von teils über einer Minute im S21 Tiefbahnhof. _____________________________________________________________________________ 'Nett formuliert, aber macht es einen Unterschied, ob ein Zug eine Minute oder 7 Sekunden Verspätung hat und WEITERHIN NICHT PÜNKTLICH IST.' Das macht einen großen Unterschied. Denn der Zug wurde ja im Stresstest schon mit 120...200 Sekunden Verspätung auf die Reise geschickt. 7 Sekunden Verspätungsschwankung auf der ganzen Fahrt werden nämlich gar nicht als Verspätung erfasst, das ist eine normale Schwankung. Besonders, wenn im nachfolgenden Bahnhof soviel Verspätung abgebaut werden kann. Eine Verspätung von 2 Minuten im Durchschnitt jedes Zugs (Wie von Hessenthal zum Sackbahnhof) sind dagegen dramatisch. ________________________________________________________________________________ 'Der Zulauf von Zuffenhausen wird noch doppelt hinter dem Pragtunnel Richtung Kopfbahnhof entflochten. Bei S21 fällt diese Entflechtung ganz weg, weshalb PF1.1 auch nur eine mögliche Kapazität von höchstens 15 Züge auf diesem Zulauf vorsieht, während heute 20 Züge möglich wären.' Mal wieder mehrfach falsch. Die Entflechtung gibt es bei S21 nach wie vor, nämlich in alle 4 Bahnsteiggleise dieser Richtung. Und es gibt auch kein Maximum von 15 Zügen auf diesem Zulauf, im Schwanhäuserschen Gutachten ist explizit von 19 Zügen Einfahrgleis in der Spitzenstunde die Rede. Heute sind es 14 in den Sackbahnhof, mit deutlich höheren Verspätungsaufbauwerten. ______________________________________________________________________________ 'Ein weiterer Engpaß, der beim S21-Fahrplan im End-Simulauf nicht beachtet wird, bildet die Zulaufstrecke Flughafen – gepl. Tiefbahnhof mit 10 Zügen. PF1.1 beschränkt diesen Zulauf nicht umsonst, da diese Strecke im Gefälle liegt und ein Durchrutschweg mit mindestens einem Blockabschnitt eingerechnet werden muß.' Sie behaupten Blödsinn. Der Fildertunnel darf theoretisch ebenfalls mit 19 Zügen/h und Richtung belastet werden, im Stresstest reichten aber auch 14 Züge locker aus. Und die wurden ohne nennenswerte Verspätungsschwankungen auch in der Simulation fahren gelassen. _____________________________________________________________________________ 'Auch wird von den Beiden eine Kapazität der Fernbahntrasse von 20 Zügen bezweifelt, die in einem Abstand von 3 Minuten fahren könnten. Wenn also schon ein 3-Minuten-Abstand Probleme bereitet, müssen bei S21 im System 23 Züge gestrichen werden, die alle kleiner gleich 3 Minuten Abstände aufweisen.' Sie behaupten diesen Unsinn ein uns andere Mal, aber liefern keinerlei Belege. Bitteschön - in welchem Fahrplan sollen Einfahrgleise mit 23 Zügen in geringerem Abstand als 3 Minuten befahren werden? Bitte um Link und Beleg. Das am dichtesten befahrene Einfahrgleis bei S21 ist dasjenige des Feuerbacher Tunnels mit 16 Zügen. Zu keiner Zeit wird hier der 3-Minuten-Abstand unterschritten. Also bitteschön - wo sollen diese Unterschreitungen sein? ____________________________________________________________________________ 'S21 ist unfahrbar. Die Gegner wissen das. ' Wenn es so wäre, wie Ihre Sekte behauptet - warum hat es dann SMA nicht gemerkt? Das waren die von den S21-Gegnern ausgesuchten neutralen Gutachter. Die hätte sich hinstellen können und sagen 'Der Fahrplan ist unfahrbar'. Warum haben sie das nicht getan, sondern 'PREMIUMQUALITÄT' für alle durch Stuttgart-Hbf fahrenden Züge attestiert?
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