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Familienzuschlag CDU will Homo-Ehe nicht belohnen

Rainer Wehaus, vom 23.09.2010 19:10 Uhr
  Foto: dpa
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Stuttgart - Die Ehe ist für die CDU im Land ein Wert an sich - die Homo-Ehe aber nicht. Baden-Württemberg bleibt daher eines der letzten Bundesländer, das verpartnerten Beamten keinen Familienzuschlag zahlt.

Auf ihrer jüngsten Klausursitzung hat die CDU-Landtagsfraktion endgültig entschieden, im Rahmen der geplanten Dienstrechtsreform den Zuschlag (bis zu 121 Euro im Monat) nicht auf eingetragene Lebenspartnerschaften auszuweiten. "Es gibt rechtlich keine Notwendigkeit, da was zu machen", sagte ein Fraktionssprecher unserer Zeitung. Das Beamtenrecht des Landes sei auch in diesem Punkt durch die bisherige Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts gedeckt, nach der die Ehe zwischen Mann und Frau als Keimzelle einer Familie unterstützenswerter einzustufen sei als eine eingetragene Lebenspartnerschaft.

FDP bezeichent Haltung der CDU als "spießig"

Vorangegangen war dem Beschluss der Fraktion eine rechtliche Prüfung des Sachverhalts durch das Finanz- und Justizministerium, deren Ergebnis das Staatsministerium nun auch den anderen Fraktionen im Landtag zukommen ließ. In der Expertise, die unserer Zeitung vorliegt, kommt die Regierung zu dem Schluss, dass eine Gleichstellung verpartnerter Beamter im Bereich der Besoldung und Versorgung "rechtlich nicht zwingend" sei. Es sei jedoch nicht auszuschließen, dass das Bundesverfassungsgericht angesichts seiner jüngsten Rechtsprechung eine Gleichstellung "für geboten erachten könnte". Der Erste Senat des Karlsruher Gerichts hatte zuletzt eine Benachteiligung eingetragener Lebenspartnerschaften im Bereich der betrieblichen Hinterbliebenenrente und im Erbschaft- und Schenkungsteuergesetz beanstandet. Ob er diese Argumentation auch auf die Beamten übertragen wird, wird sich vielleicht schon in den nächsten Monaten zeigen. Entsprechende Klagen sind anhängig.

Die FDP hatte sich zuletzt offen für eine Gleichstellung gleichgeschlechtlicher Ehen gezeigt und die Haltung ihres Koalitionspartners CDU als "spießig" bezeichnet. Man wolle aber die umfassende Dienstrechtsreform, die vom Landtag im November beschlossen werden und Anfang 2011 in Kraft treten soll, wegen dieses einen Streitpunkts nicht noch scheitern lassen, heißt es aus der Fraktion. Zumal sich das Problem vermutlich bald von selbst erledige, weil das Verfassungsgericht voraussichtlich den klagenden Beamten recht geben werde.

Kommentare (7)
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SEP
28
14:17 Uhr, geschrieben von admin
Skandal in Baden-Württemberg
Es ist schon ein Skandal, das Baden-Württemberg immer noch nicht als einziges Bundesland die Standesämter landesweit geöffnet hat. In allen (!!!) anderen Bundesländern können gleichgeschlechtliche Paare am Standesamt heiraten; nur in Baden-Württemberg müssen sie in ländlichen Regionen zum Landratsamt gehen. Auch hat Baden-Württember als eines der wenigen Bundesländer es bisher versäumt, das Landesrecht an die Lebenspartnerschaft anzupassen. Fast alle anderen Bundesländer haben dies umgesetzt; nur in Stuttgart wird gepennt. Es ist an der Zeit, dass diese schlafmützige Landesregierung in Stuttgart nächsten Frühjahr abgewählt wird.
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SEP
25
16:37 Uhr, geschrieben von Franklin Moosacher
Für welche Richtung steht Mappus morgen?
Mappus ließ die rechtslastige (passagenweise sogar rechtsextreme) Eislinger Erklärung der Jungunionisten im Kreis Göppingen einstampfen. Und jetzt holt er sie stückchenweise wieder hervor. Mappus weiß leider nicht, was er wirklich will. Er ist kein Modernisierer - er ist kein Konservativer - für welche Richtung wird er morgen stehen? Die Jodler von Lederhose und Laptop haben in Bayern schon Schiffbruch erlitten. Die Schwaben ziehen nach!
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SEP
25
16:32 Uhr, geschrieben von Ole hatte was, was Mappus nicht hat
Stockpräservative CDU verliert gute Leute - warum wohl?
Kein Wunder, dass Ole von Beust das CDU-Handtuch ins Eck geworfen hat. Es gibt intelligentere Parteien.
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