Ex-Ministerpräsident Teufel Die AfD, "das sind Rechtsradikale"

Von red 

Der ehemalige baden-württembergische Ministerpräsident Erwin Teufel. Foto: dpa
Der ehemalige baden-württembergische Ministerpräsident Erwin Teufel.Foto: dpa

Kurz vor der Landtagswahl in Baden-Württemberg meldet sich der ehemalige baden-württembergische Ministerpräsident Erwin Teufel in der Badischen Zeitung zu Wort. Er bezieht klar Stellung zur AfD und zieht Parallelen zur Landtagswahl 1992.

Stuttgart - Die Landtagswahl 2016 in Baden-Württemberg rückt näher. Da werden bei manchem Südwest-Politiker Erinnerungen an die Landtagswahl 1992 im Südwesten wach. Die politische Situation zu damals weist frappierende Parallelen auf.

Auch Anfang der 1990er Jahre waren die damals steigenden Zahlen von Flüchtlingen das alles beherrschende Thema, und zwar nicht nur auf Bundes-, sondern auch auf Landesebene, erinnert sich der ehemalige baden-württembergische Ministerpräsident Erwin Teufel in einem Interview mit der Badischen Zeitung.

Die Asylfrage habe damals den Republikanern den Einzug in den baden-württembergischen Landtag geebnet - die rechtsradikale Partei war mit 10,9 Prozent in den Landtag eingezogen. "Ein bitterer Tag", sagt Teufel. Nach zwei Legislaturperioden waren die Republikaner dann wieder verschwunden. In dieser Zeit seien die demokratischen Parteien näher zusammengerückt, um sich von den Rechtsradikalen abzugrenzen.

Teufel bezeichnet die AfD als rechtsradikale Partei

In einem Atemzug mit den Republikanern nennt Teufel nun auch die Alternative für Deutschland (AfD), die sich bei der kommenden Wahl gute Chancen ausrechnen kann, in den Landtag einzuziehen. Die AfD sei bis vor Kurzem noch nicht so positioniert gewesen wie nun, meint Teufel: "Noch vor einem Dreivierteljahr waren in der AfD viele Mitglieder, über die man sagen konnte: Sie stehen rechts von der CDU, aber innerhalb des demokratischen Spektrums."

Nun habe sich das allerdings grundlegend geändert. "Heute ist die AfD haushoch von Leuten dominiert, die klar außerhalb des demokratischen Spektrums stehen. Mit dieser Partei ist kein Staat zu machen", sagt der 76-Jährige.

Auf die Frage, wie man mit der AfD nun umgehen sollte, wird Teufel deutlich: "Man kann die AfD nur so behandeln, wie wir damals die Republikaner behandelt haben. Das sind Rechtsradikale, mit denen kann es keine Gemeinsamkeiten geben."

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