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Aktion Weihnachten Missbraucht und jung Mutter geworden

Von Barbara Czimmer-Gauss 

Erwachsene haben das Leben einer heute 30-Jährigen zerstört. Foto: dpa
Erwachsene haben das Leben einer heute 30-Jährigen zerstört.Foto: dpa

Ungeliebt, missbraucht, verkauft – so verlief die Jugend von Frau P. Jetzt stellt sie sich unter fachärztlicher Begleitung ihrer Vergangenheit.

Stuttgart - Es wird noch einige Zeit dauern, bis Frau P. (Name der Red. bekannt) psychisch so stabil ist, wie es eine erwachsene Frau normalerweise sein sollte. Hinter ihr liegt ein erbärmliches Leben.

Die Freude über ihre Geburt war geteilt: Der Mann, mit dem ihre Mutter verheiratet war, ist nicht ihr Vater. Neben den drei Geschwistern hatte sie deshalb einen schweren Stand. Nur die Großmutter hielt zu ihr und gab dem Mädchen familiäre Nestwärme.

Nach dem Tod der Großmutter hatte Frau P. keine Vertraute mehr. Eine Erwachsene, die sie in Schutz nimmt, hätte sie damals dringender denn je gebraucht: Ihr Stiefvater begann, sie zu missbrauchen.

Verraten und verkauft

Der Mann schreckte auch nicht davor zurück, die Stieftochter an andere Männer zu vermitteln. Mit 13 Jahren wurde Frau P. schwanger – bis heute weiß ihr Kind nicht, dass sie seine Mutter ist.

Früh versuchte die heute 30-Jährige die Familie hinter sich zu lassen und ging mehrere Beziehungen ein, die allesamt von Gewalt geprägt waren. Zuletzt lebte sie drei Jahre mit einem Mann zusammen, der sie am Ende gar umzubringen versuchte. Endlich suchte sie Zuflucht im Frauenhaus und trennte sich von dem Burschen. Unter seiner Knute war die Frau auf 45 Kilogramm abgemagert.

Essstörungen, eine schwere Traumatisierung sowie eine Borderline-Störung attestierten die Ärzte bei einer stationären Therapie. Danach versuchte sie erneut, auf eigene Faust ihr Leben in den Griff zu bekommen – und scheiterte. Mehrere Monate lebte sie schließlich in einer Obdachlosenunterkunft, bevor sie in einer betreuten Einrichtung einen Platz und so etwas wie Familie fand.

Start ohne Schulden

Dort lebt sie seit zwei Jahren und beginnt nun, sich unter therapeutischer Anleitung mit ihrer Vergangenheit auseinanderzusetzen. Dazu gehören auch unbeglichene Rechnungen eines Telefonanbieters. Die Schuldnerberatung erlebt Frau P. als Klientin, die immer pünktlich ihre Termine wahrnimmt und deren Zukunftsaussichten positiv bewertet werden. Ihre Abhängigkeit von Sozialleistungen erlauben es ihr allerdings nicht, die Rechnungen vollständig zurückzuzahlen. Ein Vergleich wurde ausgehandelt. Die Aktion Weihnachten hilft Frau P. ohne Schulden in ein neues Leben.

Die Spendenkonten: Baden-Württembergische Bank, Kto. 234 234 0 (BLZ 600 501 01), Iban DE04 6005 0101 0002 3423 40, Bic SOLADEST; Schwäbische Bank, Kto. 6300 (BLZ 600 201 00), Iban DE85 6002 0100 0000 0063 00, Bic SCHWDESS

Online-Spenden sind möglich unter www.aktionweihnachten.de

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