Weltweihnachtscircus Clown mit Stromfrisur und weiße Löwen

Klaus Eichmüller, 05.12.2012 07:24 Uhr

Stuttgart - Schon zwei Tage vor der Premiere befindet sich Clown Bello Nock unter Hochspannung. Jedenfalls stehen ihm seine blonden Haare so steil zu Berge, als hätte er mit den Fingern in eine Steckdose gegriffen. Der Clown aus den USA, der acht Jahre lang der Star von Ringling Brothers and Barnum & Bailey war, gibt im Weltweihnachtscircus sein Debüt in Deutschland.

Das Publikum darf sich dabei auf einen ganz besonderen Auftritt freuen. Ist doch Bello Nock Träger des Auszeichnung Goldener Clown des Circusfestivals von Monte Carlo und steht in der Reihe von drei weltbekannten Kollegen. Vor Nock durften sich lediglich Charlie Rivel, Oleg Popov und David Larible über diese seltene Ehre freuen.

Stardompteur Martin Lacey mit seinen zwölf Löwen als ein Höhepunkt

Bello Nock ist ein Clown mit zwei Gesichtern. Als klassischer Spaßmacher schafft er es spielend, die Herzen der großen und der kleinen Zuschauer zu gewinnen. Für Herzrasen aber sorgt er als Clown der neuen Generation, wenn er wagemutig nicht zurückschreckt, auf dem Teufelsrad balancierend seine Späße zu machen.

Für einen weiteren Höhepunkt des Programms dürfe der Stardompteur Martin Lacey mit seinen zwölf Löwen sorgen. Der Engländer, der inzwischen ohne Unterbrechung in zwölf Programmen des Circus Krone aufgetreten ist und natürlich längst auch mit dem Goldenen Clown ausgezeichnet wurde, kommt zum dritten Mal nach Stuttgart. Auf sechs kleine Sensationen muss das Publikum aber diesmal noch verzichten. Vor fünf Monaten kamen unter der Obhut von Lacey in seinem Gehege sechs weiße Löwenbabys zur Welt. „In zwei, drei Jahren sind sie für einen Auftritt in der Manege so weit“, hofft der Dompteur und hält eines der Löwenbabys in die Kamera. Und wie zum Beweis für die noch fehlende Manegenreife lässt das Kleine beim Fototermin vor Aufregung einiges fallen.

„Die Menschen lassen sich auch in Zeiten von Internet und Facebook das richtige Vergnügen nicht nehmen“

Auch bei den übrigen Nummern setzt der Weltweihnachtscircus auf die bewehrte Mischung aus Zirkustradition und spektakulären Neuerungen. Geraldine Knie dürfte mit ihren Arabern, Friesen und Zebras bei einer Freiheitsdressur das Publikum ebenso begeistern wie die 16 chinesischen Jongleure, die bei einer Weltpremiere ihre Kunst auf Einrädern demonstrieren wollen. Erstmals im Programm auf den Cannstatter Wasen sind mit den Giang-Brüdern zwei Artisten aus Vietnam, die eine vielfach ausgezeichnete Nummer mit Kraftakrobatik und Kopfequilibristik zeigen.

Bisher hat der Weltweihnachtscircus im Vorverkauf bereits knapp 100.000 Tickets und damit zwei Drittel des gesamten Kontingents verkauft. Diese große Nachfrage hat für den Produzenten Hank van der Meyden Gründe: „Die Menschen lassen sich auch in Zeiten von Internet und Facebook das richtige Vergnügen nicht nehmen.“ Für Groß und Klein habe die Faszination Circus nichts an Attraktivität verloren, „vorausgesetzt die Mischung aus Poesie, Leistung und guter Ausstattung stimmt“, sagt Hank van der Meyden. „Harte Arbeit ist das Geheimnis des Erfolgs in der Manege.“ Für Clown Bello Nock muss aber „die Magie des Circus“ als weiteres Element dazukommen: „Das führt die Familien zusammen.“ Hank van der Meyden kann dem nur zustimmen und darauf hinweisen, „dass 60 bis 65 Prozent der Besucher des Weltweihnachtscircus Familien sind“.

 
 
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