Was sind Filehoster im Internet?

Von dpa 

Diese Technologie kann helfen, Urlaubsvideos an Freunde zu verschicken. Allerdings sind Filehoster in Verruf geraten. Denn über sie werden häufig illegale Kopien von geschützten Filmen oder Musik verbreitet.

Das technische Prinzip

Filehoster (sprich: "feilhouster") kannst du dir wie eine Art Schließfach im Internet vorstellen. Das Prinzip: Jemand lädt dort zum Beispiel einen Film hoch. Dieser Film ist jetzt im Internet bei dem Filehoster gespeichert. Das ist so, als würde er in einem Schließfach liegen.

Das Schließfach ist aber abgeschlossen. Man kann also nicht einfach darauf zugreifen. Andere Leute, die den Film haben möchten, brauchen also einen Schlüssel. Bei Filehostern sind das sogenannte Links. So einen Link bekommt derjenige, der den Film hochgeladen hat, von den meisten Filehostern zugeschickt. Wer den Schlüssel besitzt, kann das Schließfach auf dem Filehoster im Internet öffnen. Ob er jetzt den Film anschaut oder herunterläd, ist ihm selbst überlassen.

Diese Technologie kann helfen, das Video vom letzten Urlaub an Freunde zu verschicken. Allerdings sind viele dieser Filehoster in Verruf geraten. Denn über sie werden häufig verbotene Kopien von Filmen oder Musik verbreitet.

Problematische Verwendung

Tolle neue Filme anschauen, das kann man im Kino. Oder man wartet, bis es den Film auf DVD gibt - oder bis er im Fernsehen läuft. Manche Leute gehen aber einen anderen Weg: Sie besorgen sich die Filme im Internet über Filehoster-Plattformen.

Doch Stopp! Was da abläuft, ist häufig gegen das Gesetz - also verboten! Das liegt daran, dass viele Kinofilme und Songs geschützt sind. Das heißt, sie gehören jemandem, etwa einem Filmunternehmen. Man sagt: Die Firmen haben die Rechte, zum Beispiel an einem Film. Diese Leute können deswegen bestimmen, ob man ihre Sachen umsonst bekommt oder dafür bezahlen muss. Und viele Eigentümer wollen Geld für ihre Produkte.

Deswegen darf man geschützte Filme und Musik nicht einfach so für alle ins Internet stellen. Man darf sie auch nicht herunterladen, ohne etwas zu bezahlen. Bei Filehostern aber passiert häufig genau das!Manche Rechtsexperten sagen: Die Filehoster-Betreiber sind mitverantwortlich, dass auf ihren Seiten verbotene Dinge geschehen. Sie sagen: Sie müssen mehr dagegen tun. Die Filehoster-Betreiber sind dagegen der Ansicht: Man kann nicht alles überprüfen, was online gestellt wird. Wer Recht hat, damit befassen sich immer wieder Gerichte in Deutschland.

(Quelle: Otto Freiherr Grote, Rechtsanwalt für Urheberrecht und Medienrecht in Köln)

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