VfB Stuttgart Wenig Hoffnung für Hannover 96

Von Dirk Tietenberg 

Brachte Hannover 96 bisher keinen Erfolg: Trainer Thomas Schaaf Foto: Getty
Brachte Hannover 96 bisher keinen Erfolg: Trainer Thomas SchaafFoto: Getty

Kaum mehr einer gibt was auf den Tabellenletzten Hannover 96 – Trainer Thomas Schaaf ist das gar nicht so unrecht: „Umso mehr könnt ihr überraschen“, sagt er seinen Spielern vor dem Spiel beim VfB Stuttgart.

Hannover - Aus Sicht von Hannover 96 muss das, was seit einigen Wochen in Stuttgart passiert, wirken wie ein Wunder. Im Stechschritt hat sich der VfB mit seinem neuen Trainer Jürgen Kramny aus dem Keller ins solide Mittelfeld gespielt. Die Niedersachsen, eben noch auf einer Leidensstufe mit den Stuttgartern, kleben dagegen weiter am Tabellenende. Acht Niederlagen setzte es zuletzt, fünf davon unter dem als Retter engagierten Thomas Schaaf – was bedeutet: Wenn die Roten aus Hannover an diesem Samstag (15.30 Uhr/Sky) bei den Weiß-Roten vom VfB antreten, tendieren die Erwartungen streng Richtung Nullpunkt. Doch genau darin sieht Thomas Schaaf eine Chance.

Das zumindest hat der Coach seinen Schützlingen zu erklären versucht: „Befreit euch davon, umso mehr könnt ihr überraschen, umso freier seid ihr auch.“ Klingt nett, noch aber ist das Team gefangen in der Abwärtsspirale. Der Kampf gegen den Abstieg hat die Recken mürbe gemacht.

Der Misserfolg eines Clubs, der vor genau fünf Jahren noch Bundesliga-Dritter vor den Bayern war, hat viele Väter. Der Boss Martin Kind fand nach der freiwilligen Flucht von Manager Jörg Schmadtke keinen gleichwertigen Ersatz, Dirk Dufner mühte sich zwar redlich, scheiterte aber – unter anderem an Kind, den mangelnden Strukturen im Verein und beim Versuch, die Qualität des Kaders hoch zu halten. Bereits entlassen, ließ Kind ihn nach dem knapp geschafften Abstieg am letzten Spieltag dennoch die Mannschaft für diese Saison zusammenstellen. Außerdem verlängerte Kind mit Trainer Michael Frontzeck, der das Dufner-Dilemma verstärkte.

Kiyotakes Rückkehr gilt als Lichtblick

Zu Saisonbeginn hätte das Duo noch einmal zehn Millionen Euro in das Team investieren dürfen, Frontzeck aber wollte keine Neuen mehr – er ziehe das mit dem Kader durch und wolle sich im Winter seriös verstärken, so seine Ansage. Im Winter musste er gehen. Da war Martin Bader schon bei 96.

Der neue Geschäftsführer bekam für die Winter-Transfers 15 Millionen Euro zur Verfügung gestellt. Geholt wurden: Der ablösefreie Hugo Almeida, der geliehene Adam Szalai, Zweitliga-Talent Marius Wolf, Japans Zweitligaspieler Hotaru Yamaguchi und Norwegens Talent des Jahres, Iver Fossum. Bader gab nur knapp die Hälfte aus, aber die Spieler halfen bislang nicht weiter.

Bader musste inzwischen eingestehen, dass er zwar in Schaaf den vermeintlich besten Trainer verpflichtet, passende Spieler aber nicht bekommen hat. Hannover sei „für einige nicht sexy genug“, hatte Bader gesagt. Deshalb steht auch er nach nur einem halben Jahr im Amt schon unter Beschuss – und Martin Kind muss recht bald die Frage beantworten, ob er Bader die Zusammenstellung eines Zweitliga-Kaders zutraut. Immerhin: Ein Lichtblick bleibt vor dem Gastspiel des Tabellenletzten in Stuttgart.

Hiroshi Kiyotake ist nach drei Monaten Pause wieder dabei, einer der feinsten Fußballer der Bundesliga. Kiyotake kündigte in diesen Tagen an: „Ich habe die Hoffnung nicht aufgegeben.“ Da ist er einer der wenigen in Hannover.

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