VfB Stuttgart Porth: „Wir wollen keine Daimler-Werkself“

Von Anne Guhlich, Joachim Dorfs, Wolfgang Molitor, Dirk Preiß 

Daimler-Vorstand und VfB-Aufsichtsrat: Wilfried Porth Foto: Baumann
Daimler-Vorstand und VfB-Aufsichtsrat: Wilfried Porth Foto: Baumann

Stimmen die Mitglieder des VfB Stuttgart am 1. Juni für eine Ausgliederung, steht die Daimler AG als Ankerinvestor bereit. Was will der Autobauer? Zahlt er einen fairen Preis? Gibt es Interessenskonflikte? Daimler-Vorstand Wilfried Porth bezieht im Interview klar Stellung.

Stuttgart - Am 1. Juni stimmt die Mitgliederversammlung des VfB Stuttgart darüber ab, ob der Bundesliga-Aufsteiger seine Profiabteilung in eine AG ausgliedert. Die Daimler AG würde dann für 11,75 Prozent der Anteile 41,5 Millionen Euro zahlen.

Herr Porth, am vergangenen Sonntag hat der VfB den Aufstieg in die Bundesliga klargemacht und entsprechend gefeiert. Wie verlief Ihr darauf folgender Arbeitstag?
Emotional – und mit schlechter Stimme. Aber es war natürlich schön, und am meisten hat mich gefreut, dass die ganze Region diese Emotionalität aufgegriffen hat.
Die Saison ist vorüber, das nächste Spiel steht bereits auf dem Plan. Am kommenden Donnerstag wird über die Ausgliederung abgestimmt.
Es ist quasi das letzte Heimspiel dieser Saison und ein sehr wichtiges, weil ich einfach eine Notwendigkeit für diesen Schritt sehe, damit wir unsere Ziele erreichen können.
Wen meinen Sie in diesem Fall mit „uns“? Sie sind ja einerseits Aufsichtsrat beim VfB, andererseits Vorstand der Daimler AG, die sich im Falle einer Ausgliederung finanziell engagieren würde.
Zunächst einmal sage ich das als Fan des VfB. Wir wollen den Verein schließlich wieder dorthin bringen, wo er hingehört – und das ist nicht der untere Teil der Bundesligatabelle, sondern der obere. Eine solche Entwicklung wäre dann natürlich auch im Interesse der Daimler AG.

Lesen Sie jetzt