Artikel weiterempfehlen Artikel drucken Artikel kommentieren
Artikel bewerten [4.20/5]
Bilder

VfB Stuttgart Kvist gibt den Takt des VfB vor, andere sollen folgen

Marco Seliger, vom 15.02.2012 13:36 Uhr
vorherige Bild 1 von 9 nächste
William Kvist gibt auf dem Platz Kommandos. Aus Sicht von VfB-Trainer Bruno Labbadia soll nicht der Däne allein, sondern eine zentrale Achse auf dem Platz Verantwortung übernehmen. Sind die betroffenen Spieler für diese Aufgabe bereit? Klicken Sie sich durch die Bilder.  Foto: Pressefoto Baumann
William Kvist gibt auf dem Platz Kommandos. Aus Sicht von VfB-Trainer Bruno Labbadia soll nicht der Däne allein, sondern eine zentrale Achse auf dem Platz Verantwortung übernehmen. Sind die betroffenen Spieler für diese Aufgabe bereit? Klicken Sie sich durch die Bilder. Foto: Pressefoto Baumann
Siehe auch

Stuttgart - Mit Führungsspielern und der Hierarchie ist das ja so eine Sache. Man musste im deutschen Fußball schon einige Diskussionen darüber ertragen. Wenn es nicht läuft bei einer Mannschaft, greift bei einigen noch immer der alte Reflex, der da heißt: Ein Alphatier muss her. Einer, der die Mitspieler zusammenstaucht. DFB-Sportdirektor Matthias Sammer etwa sagt, dass es ohne ein paar Leitwölfe nicht gehe. Andere dagegen predigen die Vorzüge der flachen Hierarchie. Die Kahns, Effenbergs und Ballacks, so sagen sie, haben längst ausgedient.

VfB-Trainer Bruno Labbadia gehört eher der letzteren Fraktion an. „Man muss doch nur mal in die Gesellschaft schauen“, sagt er, „in den Familien etwa ist der Vater längst nicht mehr so eine Überfigur, wie er es früher mal war.“ Zwischen den Generationen, so Labbadia weiter, gebe es jetzt viel mehr Nähe. Dasselbe gelte jetzt auch in der Beziehung zwischen Trainer und Spieler. Und zwischen den Spielern untereinander. Das eine Alphatier, das gebe es nicht mehr.

Labbadia handelt nicht wie ein Alphatier

Der zweifache Familienvater Labbadia war zuletzt auch bei den Roten als Erziehungsbeauftragter gefordert. Als einer, der die Nähe zu den Spielern zulässt. Nach sieben Bundesligaspielen ohne Sieg und dem peinlichen Auftritt im Pokal gegen die Bayern (0:2) suchte er das Gespräch mit seinen Profis, hörte zu, suchte gemeinsam nach Lösungen.

Schon in der vergangenen Rückrunde war das öfter der Fall. Dazu erzählt Labbadia eine kleine Anekdote. Einmal sei der Mannschaftsrat direkt nach einer Trainingseinheit auf ihn zugekommen. Labbadia hatte gerade das gepflegte Aufbauspiel von hinten heraus üben lassen. Doch die Spieler waren nach der schwachen Vorrunde verunsichert, fühlten sich noch nicht bereit für den nächsten Schritt – und sagten das dem Trainer. In der nächsten Partie ließ Labbadia lange Bälle von hinten heraus schlagen.

„Ich hole die Jungs immer wieder mit ins Boot“, sagt der Coach. Wichtig sei, dass er selbst den Weg vorgebe. Auf der Strecke aber lässt er mit sich reden, holt sich Anregungen. Und handelt eben nicht wie ein Alphatier.

Einen Führungsspieler gibt es nicht

Einer, mit dem Labbadia sehr oft spricht, ist William Kvist. „Das finde ich schon sehr cool“, sagt der defensive Mittelfeldspieler. Auch am Dänen war die Krise der Roten zuletzt ein bisschen festgemacht worden. Er marschiere nicht voran, hieß es. Und er gebe zu wenige Anweisungen. Kvist ist dabei vielleicht so etwas wie eine Symbolfigur für die Hierarchie im Team der Roten, die erst noch gedeihen muss. Die Mannschaft fiel zuletzt oft in sich zusammen, als es nicht lief. Es war keiner da, der die passenden Kommandos gab – auch Kvist nicht. „Eine Hierarchie muss langsam wachsen“, sagt Bruno Labbadia dazu. Man könne in einem Mannschaftsgefüge ohnehin nichts erzwingen. „Man kann doch nicht zu einzelnen Spielern hinlaufen und sagen, du marschierst jetzt voran. Er muss doch erst so weit sein.“

Aus einem eher leisen Typen etwa könne man keinen Lautsprecher machen. Einen Typen, der im passenden Moment Kommandos gibt, aber sehr wohl. Und das versteht Labbadia unter einer gesunden Hierarchie. Dass Profis, die wie Kvist zentral spielen, ihren Nebenmännern durch die richtigen Anweisungen immer wieder Hilfestellungen auf dem Platz geben. Das aber müsse auf mehrere Schultern verteilt werden, sagt der Trainer. Den einen Führungsspieler gebe es nicht.

William Kvist erwachte gegen Hertha BSC (5:0) aus der Lethargie. Er gab den Takt mit vielen Kommandos vor. Seine Mitspieler sollen jetzt folgen. „Wir brauchen eine starke zentrale Achse“, sagt Bruno Labbadia.

Kommentare (8)
» Kommentarregeln
  • Kommentare anzeigen
  • Kommentare schreiben
Anzeigen
FEB
16
09:25 Uhr, geschrieben von Hinkali
Hierarchie ist was anderes als nur einen Führungsspieler zu haben
In der Tat gibt es nicht (mehr) nur den einen Führungsspieler in einer Mannschaft. Ich bin mir auch nicht sicher ob es den früher in Mannschaften gab. Aber eine Hierachie zu haben bedeutet nicht dass es zwangsläufig nur einen gibt der den Taktstock schwingt oder die Richtung weist. Ich denke die Dinge sind leicht durcheinander zu bringen. Eine Hierarchie gibt es eigentlich immer. Und in der Tat, die ermittelt sich nicht durch Lautstärke, sondern durch Leistung. Und dass sich die Hierarchie sofort verändert, wenn ein Leistungsträger das Team verlässt, wird oft verkannt und die resultierenden Konsequenzen unterschätzt. Ein m. E. sehr gutes Beispiel war der Weggang von Mario Gomez. Gomez war auch ohne Kapitän zu sein auf der Hierarchiebene ganz oben - aber nicht als einziger. Er hat viele Spiele herumgerissen, da ging es nicht allein um die Tore die er schoss, sondern um Fähigkeit, eine Mannschaft nach vorne zu peitschen in Spielen, wo nix lief, so haben wir manchen "dreckigen" Sieg eingefahren. Nach seinem Weggang war das eine, Stürmerqualität verloren zu haben (seit dem haben wir eigtl. keinen Sturm mehr), aber das andere war die zwangsläufige Auswikrung auf das Hierarchiegefüge. Gekommen ist PaPo. Er ist schon von der Type her keiner, der oben auf der Hierarchiebene stehen möchte und kann. Seine Leistungen hätten das zudem nie bewirken können. Es geht mir hier nicht um einen Fall Gomez, dies dient als Bsp. das eine einsamer Führungsspieler nicht das Thema ist, eine intakte Hierarchie aber umso mehr - diese Dinge sind nicht dasselbe, sondern völlig unterschiedliche Sachen. Und wenn bei denen. die bei unserem VfB in der Hierarchie oben stehen müssten (auch vom Typus her), die Leistung jedoch nicht passt, werden sie als Hierarchiespitze nicht wirklich akzeptiert, und dann knirscht's gewaltig im Getriebe. Ich denke das erleben wir momentan.
Kommentar postiv bewerten
Kommentar negativ bewerten
10
Kommentar bewerten
FEB
16
09:24 Uhr, geschrieben von donnie
Kvist ist
mit Sicherheit ein guter Stratege und Führungsspieler. Dennoch ist unser Mittelfeld ingesamt zu langsam. Hier werden oftmals Bälle verschleppt oder nicht schnelle genug weitergeleitet. Dazu gehören allerdings auch Anspielstationen vorne. Wenn man im Spiel gegen Gladbach z.B. gesehen hat, wie schnell die Gladbacher von Abwehr auf Angriff umschalten und vor dem gegnerischen 16er stehen, wissen wir auch dass wir hier insgesamt noch viel an Potential haben.
Kommentar postiv bewerten
Kommentar negativ bewerten
15
Kommentar bewerten
FEB
16
07:06 Uhr, geschrieben von rf
bezeichnend....
daß am neuzugang so vieles festgemacht wird. und es zeigt, daß ein cacau, tasci und andere sog. stammspieler wohl etwas überfordert sind, die mannschaft beisammen zu halten. jetzt alles an kvist festzumachen halte ich für falsch, liebe vorkommentatoren. kvist kam neu ins land, neu in die bundesliga, neu in die mannschaft. das dauert eben bis er sich eingelebt und stabilisiert hat. ich halte ihn nach wie vor für eine gute verstärkung der den abgang träschs kompensiert. nicht ganz so stark wie khedira - aber deswegen spielt er auch beim VfB und nicht in madrid ;-) kvist, maza - gute einkäufe, aber man muß ihnen halt nunmal auch ein bischen zeit und gelegenheit geben, sich einzuleben. warum allerdings maza nicht mehr spielt, wäre ne andere frage.... :-/
Kommentar postiv bewerten
Kommentar negativ bewerten
15
Kommentar bewerten
Kommentar-Seite
vorherige
1  von  3
nächste
Schieber steht vor Wechsel zum BVB
Der Stürmer lehnt Angebot für Vertragsverlängerung ab und soll sich mit Dortmund einig sein.
VfB schafft es unter die Top Ten in Europa
Bilder Der VfB gehört zu den besten zehn Fußball-Vereinen in Europa – was die Zuschauerzahlen betrifft.
 
Tippspiel Stuttgart

Tippspiel zur Fußball-EM 2012

Melden Sie sich jetzt bei unserem kostenlosen Tippspiel zur Fußball-Europameisterschaft an. Der Sieger wird sich entspannt zurücklehnen und über eine Woche Urlaub im Allgäu freuen können. Machen Sie mit!
Anzeigen
Anzeige
EM 2012 - Videos
 
Sport-Videos
 
Anzeigen
 
Tippspiel Stuttgart

Tippspiel zur Fußball-EM 2012

Melden Sie sich jetzt bei unserem kostenlosen Tippspiel zur Fußball-Europameisterschaft an. Der Sieger wird sich entspannt zurücklehnen und über eine Woche Urlaub im Allgäu freuen können. Machen Sie mit!
Interaktiv
  • Umfrage
Facebook IPO

Das Soziale Netzwerk Facebook startete mit 38 Dollar pro Aktie - und legte einen der schlechtesten Börsengänge der vergangenen Jahre hin.  Wie reagieren Sie darauf?

 
Mit Schadenfreude! Ist doch gut, wenn der Facebook-Hype abschwächt
Mit Verwunderung. Ich hätte nicht gedacht, dass die Aktie so abstürzt
Mit Verärgerung! Wie kann das sein? Facebook ist doch ein tolles Unternehmen
 
(Ergebnis anzeigen)
 
  • Facebook
  • Foren
  • Twitter
 
Lesen Sie sich die Druckausgaben digital im Originallayout mit allen Bildern durch.
ePaper
 
Für Abonnenten
Für Kaufinteressenten
» Abonnement
» StN Digital
» Einzelexemplar
» Infos
» Preise