VfB Stuttgart Kostic: „Fünf Tore und zehn Vorlagen wären gut“

Von Dirk Preiß 

Will in der Rückrunde noch fünf Tore machen: VfB-Angreifer Filip Kostic Foto: Baumann
Will in der Rückrunde noch fünf Tore machen: VfB-Angreifer Filip KosticFoto: Baumann

Ist er in Topform, steigen die Chancen des VfB Stuttgart auf eine zügige Rettung. Filip Kostic hat sich jedenfalls viel vorgenommen: „Von den nächsten vier, fünf Spielen können wir drei gewinnen“, sagt der Serbe im Interview.

Stuttgart – - Herr Kostic, Sie erleben derzeit tolle Tage.
Das kann man wohl sagen.
Mit dem VfB sind Sie mit einem Sieg in die Rückrunde gestartet, zudem ist Ihr Landsmann Novak Djokovic bei den Australian Open ins Finale gestürmt.
So ist es, sein Halbfinal-Match gegen Roger Federer war wieder einmal richtig stark. Es hat großen Spaß gemacht, ihm zuzuschauen.
Sie scheinen ein großer Fan zu sein.
Das bin ich. Wann immer es geht, schaue ich mir seine Spiele im Fernsehen an. Er ist einfach der beste Tennisspieler der Welt und bei uns zu Hause in Serbien ein großer Held. Für mich als Profisportler ist er auch eine Inspiration.
Sie schauen sich etwas von ihm ab?
Ja, zum Beispiel, wie hart und professionell er für seinen Sport lebt und arbeitet. Und auch in Sachen Ernährung habe ich mir etwas abgeschaut.
Was denn?
Ich nehme jeden Morgen ein wenig Honig zu mir.
Djokovic ist wegen ein bisschen Honig so stark?
(Lächelt.) Nun ja, ich würde sagen, die harte Arbeit ist da entscheidender. Aber auch dieser spezielle Honig ist ein kleiner Baustein. Ein Freund besorgt ihn für mich, und seitdem ich ihn regelmäßig zu mir nehme, fühle ich mich tatsächlich besser.
Und eine gute körperliche Verfassung ist gerade für Sie besonders wichtig.
Ich muss in Topform sein, um richtig gut zu spielen, keine Frage. Ich spiele auf dem linken Flügel, ich laufe oft nach vorne und wieder zurück, häufig in hohem Tempo – das geht einfach nicht, wenn man sich nicht fit fühlt.
In der Hinrunde waren Sie eine Zeit lang verletzt . . .
. . . aber derzeit fühle ich mich richtig gut. Ich fühle mich bereit.
Und die neue alte Art des VfB-Fußballs kommt Ihnen auch entgegen – im Gegensatz zum Saisonbeginn, als die Mannschaft extrem offensiv ausgerichtet war und Sie die Anweisung hatten, in die Mitte zu ziehen.
Ich will über die Vergangenheit eigentlich gar nicht mehr reden. Aber klar sind zwei Dinge: Erstens sehe ich mich in erster Linie als Flügelspieler, natürlich muss ich mal nach innen ziehen, generell habe ich meine Stärken aber über außen. Und zweitens ist es gerade für mich als Offensivspieler wichtig, dass wir defensiv gut stehen.
Weil Sie die Freiheit nach vorn sonst nicht wirklich genießen können?
Wenn ich einen Fehler mache und den Ball verliere, muss ich sicher sein können, dass gleich jemand da ist, der mir hilft, diesen Fehler wieder auszubügeln. Dafür müssen wir kompakt stehen, wir brauchen enge Abstände, das ist jetzt wieder der Fall. Wir spielen nun wieder ähnlich wie zum Ende der vergangenen Saison.
Ist es genau diese Art von Fußball, die diese Mannschaft braucht?
Ja, ich denke schon.
Also hat Neu-Trainer Jürgen Kramny an den richtigen Stellschrauben gedreht?
Ich finde, er macht bislang einen richtig guten Job, stellt uns richtig ein und motiviert uns auch sehr gut. Jetzt geht es aber darum, weiterhin Spiele zu gewinnen.
Am Samstag geht es gegen den Hamburger SV. Wie schnell kann der VfB aus dem Tabellenkeller klettern?
Schauen Sie auf unsere nächsten Gegner.
Eintracht Frankfurt, Hertha BSC, Schalke 04 und Hannover 96. Was ist da möglich.
Ich denke, dass wir von den nächsten vier, fünf Spielen drei gewinnen können.
Denken das die anderen Spieler auch?
(Lacht.) Davon gehe ich aus. Die Stimmung in der Mannschaft ist richtig gut – ebenso wie das Potenzial des Teams.
Wo könnte der VfB Ihrer Meinung nach stehen – rein vom Potenzial her?
Auf jeden Fall besser als jetzt. Vielleicht sogar unter den besten sechs bis acht Teams der Bundesliga.
Die Realität ist Platz 15. Warum?
Wie gesagt: Über die Vergangenheit will ich nicht groß reden. Wir sind jetzt leider wieder in dieser Situation und müssen schauen, dass wir schnell da unten rauskommen.
Sie können dabei ganz besonders mithelfen. Welche persönlichen Ziele haben Sie sich für die Rückrunde noch gesteckt. Tore? Torvorlagen?
Ja, auch weitere Tore und Torvorlagen.
Wie viele?
Fünf Tore und zehn Vorlagen wären ein guter Wert. Aber noch einmal: Ich bin nur dann richtig gut, wenn auch das Team gut ist. Der Erfolg der Mannschaft steht über allem.
Im Hinspiel beim Hamburger SV hatte der VfB den Sieg so gut wie in der Tasche, nach späten Gegentoren hieß es am Ende 2:3 – spielt das für diesen Samstag eine Rolle?
Klar, gerade in dieser Woche habe ich oft an dieses Spiel gedacht. Wir haben lange Zeit gut gespielt und hätten gewinnen müssen. In Unterzahl haben wir dann noch zwei Treffer kassiert. Das war sehr ärgerlich – aber nun haben wir die Möglichkeit, das wieder gutzumachen.
Wie lange haben die Fans des VfB noch die Möglichkeit, Sie im Stuttgarter Trikot zu sehen. Zuletzt hieß es, Sie hätten den Club schon in der Winterpause gerne verlassen.
Das stimmt aber nicht.
Wirklich nicht?
Nein, darüber habe ich nie nachgedacht.
Und was wird im Sommer passieren? Können Sie sich vorstellen, über diese Saison hinaus beim VfB zu bleiben?
Das wird man sehen. Jetzt ist es jedenfalls noch viel zu früh, um darüber nachzudenken.
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