VfB Stuttgart Georg Niedermeier ist wieder obenauf

Von Gregor Preiss 

Umjubelter Torschütze beim 4:2 in Foto: Baumann
Umjubelter Torschütze beim 4:2 inFoto: Baumann

Der Innenverteidiger des VfB Stuttgart feiert seine x-te Auferstehung und bricht sein Schweigegelübde.

Frankfurt - Da stand er und tat, als ob nichts gewesen wäre. Redete nach dem 4:2 in Frankfurt einfach drauflos, als ­gelte es, ein 0:0 gegen den FC Irgendwer zu kommentieren. Dabei ist die Geschichte eine ganz andere. Georg Niedermeiers Geschichte.

Rückblick: Ex-Trainer Alexander Zorniger hatte den 29-Jährigen mit wenig freundlicher Begleitmusik aussortiert. Wie eigentlich jeder Trainer, der beim VfB neu angefangen hatte. Der Innenverteidiger saß auf der Tribüne und kam ins Grübeln, ob das noch eine Zukunft hat mit ihm und dem VfB. Doch auf einmal war Zorniger Geschichte – und der Niederstrecker zurück im Geschäft.

Jürgen Kramny beorderte ihn zurück in die Innenverteidigung, wo er von seinem ­ersten Spiel an das bot, was man von ihm ­gewohnt war: ein schnörkelloses Defensivspiel ohne spielerische Auffälligkeiten. Was genügte, die bis dahin schlechteste Abwehr der Bundesliga zu stabilisieren. Es ging ­aufwärts, für ihn und den VfB. Am Samstag nun erlebte Niedermeiers Auferstehungs­geschichte (die wievielte eigentlich?) ihren vorläufigen Höhepunkt: Der Abwehrspieler bereitete das 2:0 durch Daniel Didavi durch einen energischen Kopfballeinsatz vor, das 3:1 erzielte er persönlich, ebenfalls per Kopf. Hinterher war Niedermeier endgültig wieder obenauf – und die Zeit gekommen, das monatelange Schweigegelübde zu brechen.

Vertragsverlängerung offen

Und zwar mit Sätzen wie diesen: „Ich bin einer von elf, welche die letzten Spiele gewonnen haben – nicht mehr und nicht weniger.“ Oder: „In schwierigen Situationen stehe ich meinen Mann. Es ist schön, meinen Mitspielern das Gefühl zu geben, dass sie sich auf mich verlassen können.“ Seinen Groll über die vergangenen Monate behielt der Bayer lieber für sich. Von Genugtuung könne keine Rede sein, und für eine Abrechnung sei jetzt nicht der Moment. „Da können wir vielleicht am Ende drüber reden.“

Dann, wenn nicht nur eine mal wieder bewegte Saison der Helden in Rot zu Ende geht, sondern auch Niedermeiers Vertragslaufzeit. Ob es eine Verlängerung für ihn auf dem Wasen gibt? Der gefragte Mann wollte nach dem Spiel in Frankfurt nichts dazu ­sagen, außer dass es irgendwann Gespräche mit dem Verein geben wird. Ähnlich äußerte sich Robin Dutt. Vor kurzem machte der Sportvorstand des VfB aber deutlich, dass die Zukunft in der Innenverteidigung eher Spielern wie Federico Barba und Timo Baumgartl gehören wird.

Einige Beobachter glauben, bei Niedermeier bereits eine innere Abkehr vom Verein erkannt zu haben. Andererseits weiß auch er, was er an einem neuen Vertrag in Stuttgart hätte – und dass bessere Angebote auch nicht säckeweise eintrudeln dürften. Für die Mannschaft, die sich im Moment durch einen besonderen Teamgeist auszeichnet, wäre es auf jeden Fall schade, würde der Schorsch nach der Saison die Koffer packen. Daniel Didavi und Christian Gentner priesen den Charakter des Spielerrats , der sich am Ende selbst nicht so wichtig nehmen wollte. „Ich habe doch nur eines gezeigt: Dass sich jeder zurückkämpfen kann.“

Bewerten
Wie hat Ihnen der Artikel gefallen? Vielen Dank für Ihre Bewertung!
1 Stern 2 Sterne 3 Sterne 4 Sterne 5 Sterne 4.57
VfB Stuttgart Marcin Kaminski will zurück in Polens Nationalelf

Von red/dpa 28. Juni 2016 - 16:57 Uhr

Während Polens Fußball-Nationalmannschaft dem EM-Viertelfinale am Donnerstag gegen Portugal entgegenfiebert, kann Marcin Kaminski nur aus der Ferne zuschauen. Er wurde nicht in das Nationalteam nominiert, will dies aber ändern. Ein Aufstieg der Roten könnte da behilflich sein.