Tasci und seine Bank-Lehre.
Südafrika hat er für sich abgehakt, behauptet er: „Ich wurde WM-Dritter.“ Da muss er selbst schmunzeln. Denn wenn er ehrlich ist, waren das für ihn „inklusive Vorbereitung acht Wochen Training“. Umso begieriger folgte er der Einladung zum Länderspiel gegen Dänemark – ein Fehler: „Ich hatte nach dem Urlaub nur drei Tage trainiert und war gar nicht fit. Es war nicht so klug hinzufahren.“ Sein Patzer habe ihn „tagelang beschäftigt“. Was „das richtig geile Gefühl“ relativierte, dass erstmals die Kapitänsbinde sein DFB-Trikot zierte.
Der Aussetzer bestärkte VfB-Trainer Christian Gross darin, auf Tasci zunächst zu verzichten. Auch dann, als sich der Verteidiger fit fühlte. Tasci grollte und schmollte, sein Berater Uli Ferber brachte andere Clubs ins Spiel. „Wenn es irgendwo nicht weitergeht, muss man eine andere Lösung suchen“, sagt Tasci. Nämlich? „Wir sind auf die Lösung gekommen, dass ich beim VfB bleibe und wir erfolgreich sein wollen.“
Das klingt eher nach einer Notlösung, und das bezieht sein Verhältnis zum Trainer ein, das nicht eben ungetrübt ist. Im März hatte ihn Gross gegen den FC Bayern auf die Ersatzbank gesetzt. Tasci sei „noch kein gestandener Bundesligaprofi“. Seine jüngste Zwangspause empfindet Tasci geradezu als Demütigung. Und so bitter der letzte Tabellenplatz ist, die sportliche Durststrecke des VfB dient ihm als Schutzschild. Auf Fragen nach Trainer Gross antwortet er: „Angesichts unserer Lage zählt es nicht mehr, wie ich mich mit dem Trainer verstehe.“ Jetzt zählt nur der Erfolg: „Wir hatten viele Abgänge, die kann man nicht so leicht kompensieren.“ Andererseits sieht er in der Kabine „fast ausschließlich Nationalspieler“.
Bewegte Zeiten, harte Zeiten. Seine schwerste Zeit? Tasci widerspricht. Die Saison 2007/08, als bei ihm eine Verletzung die andere jagte, empfand er als noch schwerer: „Wenn du verletzt bist, ist es schlimmer. Wenn du gesund bist, kommt der Rest von allein.“ Früher – oder später.
Der VfB gehört zu den besten zehn Fußball-Vereinen in Europa – was die Zuschauerzahlen betrifft.