Artikel weiterempfehlen Artikel drucken Artikel kommentieren

Verkehrsberuhigung Für Gablenberg wird Tempo 20 angepeilt

Josef Schunder, vom 02.11.2011 13:47 Uhr
 Foto: PPfotodesign.com
Foto: PPfotodesign.com

Stuttgart - Gegen Verkehrslärm und Raser im Stuttgarter Osten will der Gemeinderat bald etwas unternehmen. Die Gablenberger Hauptstraße möchten die Stadträte zur verkehrsberuhigten Geschäftszone umwandeln, damit die Kundschaft der Läden nicht abwandert.

Wer zurzeit die Gablenberger Hauptstraße überquert, um zu einem Laden zu gelangen, lebe brandgefährlich, klagte Bezirksvorsteher Martin Körner (SPD). Um die Aufenthaltsqualität für Einkäufer und Passanten stehe es zunehmend schlechter. Damit die Kunden nicht abwandern, müsse etwas geschehen.

Mit dieser Haltung rannten Körner und der Bezirksbeirat Ost jetzt offene Türen beim Gemeinderat ein. Wenn das vorgesehene Instrument des verkehrsberuhigten Geschäftsbereichs mit Tempo 20 als Höchstgeschwindigkeit irgendwo sinnvoll sei, dann in Gablenberg, urteilte SPD-Fraktionschefin Roswitha Blind. Die Mehrheit im Ausschuss für Umwelt und Technik beurteilte dies ähnlich. Das Gremium entschied, dass dieses Modell von der Verwaltung näher untersucht und dann wieder zur Entscheidung vorgelegt werden soll.

Praktischer Versuch mit Tempo 40

Auch an anderen Stellen im Bezirk Ost wollen die Stadträte gegen überhöhte Geschwindigkeit und Lärm vorgehen. Der Ausschuss sprach sich für ein flächendeckendes Tempo-40-Gebot auch auf den sogenannten Vorbehaltsstraßen, also den wichtigeren innerstädtischen Straßen, aus. Nur die Cannstatter Straße (B14) und die Uferstraße (B10) am Neckar sollen ausgenommen werden, empfahlen die Stadträte. Anders als ein von der Stadt eingeschalteter Gutachter wollen sie die Pischekstraße, den Wagenburgtunnel und das Gewerbegebiet Gaisburg nicht ausklammern.

Mit diesen Beschlüssen ging die Mehrheit im Ausschuss über den Vorschlag der Verwaltung hinaus. Die wollte noch warten, bis ein Gutachten über die Einführung von Tempo 40 auch auf Bundesstraßen im ganzen Stadtgebiet vorliegt. Die Stadträte werfen dem dabei federführenden Regierungspräsidium allerdings Verschleppung vor und haben wenig Hoffnung, dass das Ergebnis des Tempo-40-Gutachtens noch bis zum Jahresende vorliegen wird. Wenn sie mehr Tempo dafür machen wollten, sagte Umweltbürgermeister Matthias Hahn (SPD), müssten sie ihre Forderungen an das von Winfried Hermann (Grüne) geführte Ministerium für Verkehr und Infrastruktur richten.

Minister Hermann sei auch für den verkehrsbedingten Immissionsschutz zuständig, erklärte Hahn. Der Bezirksvorsteher und die Mehrheit im Umwelt- und Technikausschuss halten aber einen praktischen Versuch mit Tempo 40 im Bezirk für sinnvoll.

Hindernisse für lokales Durchfahrtsverbot

Dass in der gesamten Neckarstraße Tempo 30 eingeführt werden sollte, hatte auch die Stadtverwaltung vorgeschlagen. Nun hat sie von den Stadträten den Auftrag erhalten, rechtliche und sachliche Möglichkeiten eines solchen Tempolimits zu untersuchen und dann erneut zu berichten.

Ähnliches gilt für ein lokales Durchfahrtsverbot für Lkw. Der Gutachter für die Verkehrsberuhigung und Lärmminderung im Osten hatte allerdings vorgeschlagen, das Verbot flächendeckend im Bezirk einzuführen, dabei aber die Achse Wagenburgtunnel-Planckstraße-Pischekstraße mangels einer Alternative für Lkw auszuklammern und in der Wagenburgstraße und der Talstraße nur ein Lkw-Nachtfahrverbot zu erlassen. Auch das Ordnungsamt und das Regierungspräsidium erkannten Hindernisse für ein lokales Durchfahrtsverbot. Allein schon eine Beschilderung, die juristischen Klagen standhalte, sei kaum möglich, war das Ergebnis ihrer Besprechung.

Das Amt für Umweltschutz und die Stadträte wollen trotzdem nach möglichen Standorten für Schilder suchen, die ein lokales Durchfahrtsverbot ermöglichen. Außerdem soll Ordnungsbürgermeister Martin Schairer (CDU) bald berichten, wie die Autofahrer mit stationären Tempomessanlagen in der Hackstraße, der Tal-/Wagenburgstraße, der Planckstraße und der Albert-Schäffle-Straße zu einer langsameren und weniger lauten Fahrweise veranlasst werden könnten, beschloss der Ausschuss.

Kommentare (13)
» Kommentarregeln
  • Kommentare anzeigen
Anzeigen
NOV
03
10:53 Uhr, geschrieben von saso21
linksabbieger von talstraße in richtung schwarenbergstraße !!!
.... wer fährt denn durch gablenberg? notgedrungen alle, die von der B10 die talstraße hochfahren und in die schwarenberg- oder pisekstraße wollen um in richtung gänsheide/bubenbad/fernsehturm/degerloch etc. weiterzukommen. ein linksabbiegen weiter oben an der talstraße direkt in die schwarenbergstraße ist ja nicht möglich. bescheuerte verkehrsführung!!! tempo 20 geht nun auf einer hauptstraße gar nicht... ätzend diese ökodiktatoren. sofort demo organisieren. vielleicht eine KEIN-T20-DEMO (ironietaste aus).....
NOV
03
10:11 Uhr, geschrieben von R. Schmid
Bewegung!
Ich freue mich über die Ausweitung der Zonen mit Tempolimit. Die meisten Autofahrten in der Stadt sind völlig überflüssig. Hier kann man den ÖPNV nutzen, Rad fahren oder auch per Pedes unterwegs sein. An den letzten Streiktagen der SSB konnte man sehen, wie viele Leute auf´s Auto und sogar auf den ÖPNV verzichten können. Sogar ich war in 35 Minuten zu Fuß bei der Arbeit- für 4 Kilometer. Bewegt Euch Leute und lauft an den Autofahrern künftig einfach vorbei!
NOV
03
08:18 Uhr, geschrieben von EchoRomeo
???? In der Gablenberger gibt es unzählige Fußgängerüberwege
@"Wer zurzeit die Gablenberger Hauptstraße überquert, um zu einem Laden zu gelangen, lebe brandgefährlich, klagte Bezirksvorsteher Martin Körner (SPD). " sogar alle mit Ampel vor denen dann die Autos anhalten müssen um danach wieder lautstark anfahren zu müssen. Die Krux allerdings ist doch, daß sich in der Gablenberger nur 20 % der Fußgänger und Radfahrer an Regeln halten und diese Überwege benutzen, während der Rest "mal gschwind" über die Straße latscht und dabei am liebsten noch mit der Nachbarin tratscht bzw telefoniert. PS: Zwischen sechs Uhr in der Früh und 21 Uhr am Abend ist "Rasen" in der Gablenberger Straße sehr, sehr unwahrscheinlich. Staus vor Ampeln oder hinter Bussen schon eher.
Kommentar-Seite
vorherige
1  von  5
nächste


LBBW gerät nach Wohnungsverkauf unter Druck
[Kommentare 1] Kritik an Verkauf: Sowohl Mieterbund als auch VdK führen Ärger der Mitglieder ins Feld.
Geldstrafe wegen Verleumdungen im Netz
[Kommentare 2] Vater im Sorgerechtsstreit soll Beamte diffamiert haben. Das Amtsgericht Stuttgart hat ihn verurteilt.

 

Anzeigen
Anzeige
Nachrichtenticker
05:40   Gedenkveranstaltung für Opfer der Neonazi-Verbrechen in Berlin
07:50   Schwedens Kronprinzessin hat ein Mädchen zur Welt gebracht
07:49   City-Sänger: Udo Lindenberg wäre guter Bundespräsident
07:45   Euro-Schuldenkrise vermasselt Allianz das Geschäft
07:32   Schwedens Kronprinzessin Victoria hat ein Mädchen bekommen
1   2   3   4   5   6   7   weiter
» aktualisieren
Video
Prospekte

Interaktiv
  • Umfrage
Volltreffer!

Bundestrainer Jogi Löw hat für das Fußball-Länderspiel gegen Frankreich am 29. Februar den Stuttgarter Stürmer Cacau nominiert. Ist dies die richtige Entscheidung?

 
Ja klar, Cacau hat sich das absolut verdient
Nein. Cacau hat's schwer beim VfB, was soll er bei Löw?
 
(Ergebnis anzeigen)
 
  • Facebook
  • Foren
  • Twitter
 
Lesen Sie sich die Druckausgaben digital im Originallayout mit allen Bildern durch.
ePaper
 
Für Abonnenten
Für Kaufinteressenten
» Abonnement
» StN Digital
» Einzelexemplar
» Infos
» Preise