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Verkehrsausschuss Stuttgart 21 erneut Thema im Bundestag

dpa/lsw, vom 06.11.2010 11:25 Uhr
Volker Kefer, Stefan Mappus und Tanja Gönner. Foto: dpa
Volker Kefer, Stefan Mappus und Tanja Gönner. Foto: dpa
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Berlin/Stuttgart - Die Auseinandersetzung um das Milliarden-Bahnprojekt Stuttgart 21 beschäftigt in der kommenden Woche erneut den Bundestag.

Der Verkehrsausschuss will am Mittwoch in einer hochrangig besetzten Experten-Anhörung klären, ob die geplante Schnellbahntrasse von Stuttgart über Wendlingen (Kreis Esslingen) nach Ulm wirtschaftlich ist. Dazu werden unter anderem Bahnvorstand Volker Kefer, der frühere Stuttgarter Regierungspräsident Udo Andriof und der Verkehrsfachmann Karlheinz Rößler gehört.

Kefer und Rößler sind auch an den in Stuttgart laufenden Schlichtungsgesprächen zu den Bauvorhaben der Bahn beteiligt. Kefer hatte am vergangenen Donnerstag bei der dritten Schlichtungsrunde angekündigt, die Bahn werde im Verkehrsausschuss neue Daten zur Wirtschaftlichkeit vorlegen.

"Es ist eine Unverschämtheit"

Für den Ausschussvorsitzenden Winfried Hermann (Grüne) ist dies überfällig: „Die Erwartung ist groß, dass endlich die fehlenden Zahlen auf den Tisch kommen.“ Der Grünen-Abgeordnete hatte Bahn und Bundesregierung schon mehrfach öffentlich attackiert, weil die Bahn als öffentliches Unternehmen ihre Berechnungen unter Hinweis auf Betriebsgeheimnisse unter Verschluss halte. Er bekräftigte das Vorhaben der Grünen, die Herausgabe der Angaben notfalls über eine Klage vor dem Bundesverfassungsgericht zu erzwingen.

„Es ist eine Unverschämtheit, dass Parlamentarier über Steuergelder in Milliardenhöhe entscheiden, ohne entsprechende Daten zu haben“, kritisierte Hermann. Im Ausschuss werde es auch darum gehen, welche Bedeutung die geplante Schnellfahrstrecke von Wendlingen nach Ulm für das gesamte deutsche Schienennetz habe. Hermann erläuterte: „Die Frage ist: Sind das die Projekte, die wir brauchen, oder werden dadurch andere schon im Bau befindliche Vorhaben auf Jahre hinaus verzögert?“

Die neue Strecke soll an den zukünftig unterirdischen Hauptbahnhof in Stuttgart angeschlossen werden. Die Kosten für den Bahnhofsumbau werden derzeit auf 4,1 Milliarden Euro und für die Schnellbahntrasse auf 2,9 Milliarden Euro beziffert. Die Kritiker von Stuttgart 21 befürchten massive Kostensteigerungen bei beiden Projekten. Rößler hält bei der Neubaustrecke wegen der vielen Tunnel sogar einen Anstieg auf zehn Milliarden Euro für möglich.

Kommentare (36)
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NOV
09
19:35 Uhr, geschrieben von Kay May
Haha
Mehr als ein Lachen habe ich gerade nicht für das Thema übrig.Alle spekulieren das es die NBS vielleicht nicht gibt.Aber es wird die NBS gebaut.Und die Arbeiten laufen..Und nicht seit gestern sondern seit Wochen.Die ersten Brückenbaustelle ist im vollen Gange.Und wenn die Bauarbeiten für die Brücke schon munter laufen,dürfte ja allen klar sein was in Zukunft weiter passiert.Egal wie im März 2011 die Wahlen in BW ausgehen S21&NBS werden weiter gebaut.Die Kanzlerin ist ja weiterhin für das Projekt.Aber die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zu letzt und wenn am 27 November die Gespräche beendet sind wird S21 ja seinen weiteren Weg gehen.
NOV
09
11:33 Uhr, geschrieben von Eisenbahner
Alte Strecke Stuttgart-Ulm kann man nicht schneller machen!
Werter Kuckuck! Die von Ihnen zitierte Planung ist völlig veraltet. 1985 wurde nur grob nachgedacht, aber nicht geplant, da hatte man auch noch keinerlei Erfahrungen mit dem ICE-Verkehr. Im Raumordnungsverfahren Mitte der 1990er wurden alle Konzepte verworfen, die eine Sanierung/Ertüchtigung der alten Strecke zwischen Stuttgart und Ulm bzw. Günzburg vorsahen. Und das mit Recht! Zum einen holt man, wenn Ulm auf der Strecke verbleiben soll, nur marginale Fahrzeitverbesserungen heraus (8-10 Minuten im allergünstigsten Fall mit allen Tricks). Zum anderen wären die Zumutungen für Anwohner, Natur und Umwelt drastisch: Mehr Lärm für 100000e, mehr Nachtverkehr, zusätzliche Gleise teilweise wenige Meter neben Wohngebäuden, hohe Schallschutzwände, Abriss von Wohnhäusern, Zerschneidung von intakter Natur durch Brücken und Tröge. Und das alles für 8-10 Minuten Fahrzeit ohne einen weiteren verkehrlichen Nutzen. Nicht zu vergessen negative Auswirkungen auf die Energiebilanz und Fahrkomfort, denn die Züge müssten dauernd von hohen Geschwindigkeiten auf Schleichtempo 60/70 wechseln, weil sich Schnellfahrabschnitte und Problemstellen wie die Geislinger Steige und Albabstieg abwechselten. Sie scheinen die Strecke überhaupt nicht zu kennen: Es geht nicht um eine kleine Langsamfahrstelle, überall gibt es zu enge Kurven, nahe Wohnbebauung, Lärmschutz etc. - der einzige Abschnitt, wo man relativ frei und gerade bauen könnte, wäre zwischen Amstetten und Beimerstetten - der brächte aber nur 4 Minuten Fahrzeitverkürzung und greift umso stärker in die Natur ein. Allein der BUND würde mit ein paar gezielten Klagen eine solche Planung um Jahrzehnte aufhalten oder noch im Bau stoppen. Das Risiko wäre die Bahn niemals eingegangen. Noch etwas für sie zum Nachdenken: Warum gehen denn Fahrgastzahlen und Zugzahlen zurück? Genau, weil die Bahn auf Strecken wie Stuttgart-München gegenüber dem Auto nicht konkurrenzfähig ist. Anderswo, wo der ICE schneller ist, z.B. Stuttgart-Köln, sind Auto und Flugzeug auf dem Rückzug und die Züge trotz hoher Preisaufschläge voll...
NOV
08
21:23 Uhr, geschrieben von Totlacher
Scheinfachleute
Mit Walter Sittler als Verkehrsexperte.
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