König von Thailand in Bayern Mit Spielzeugpistolen gegen den Thai-König

Von Paul Kreiner 

Thailands künftiger König Vajiralongkorn verbringt viel Zeit in seiner Villa in Bayern. Foto: dpa
Thailands künftiger König Vajiralongkorn verbringt viel Zeit in seiner Villa in Bayern. Foto: dpa

Thailands König sieht sich in Bayern von spielenden Teenagern attackiert. Gegen die 13- und 14-jährigen Buben ermittelt die Staatsanwaltschaft Erding „wegen Verdachts auf versuchte gefährliche Körperverletzung.“ Der Weltfrieden ist nicht gefährdet.

Erding - Der neue thailändische König Vajiralongkorn hält sich gerne außerhalb seines Reiches auf. Am liebsten ist der 64-Jährige in Bayern, wo er sich am Starnberger See eine Villa mit wahrhaft königlichem Panorama gekauft hat. Ausgerechnet in Bayern ist der „Herr der Blitze“, wie sein Name übersetzt heißt, nun aber auch zum Ziel eines Attentats geworden.

König und Gefolge, so meldet es die Staatsanwaltschaft, beliebten im Nordosten von München über die Felder zu radeln. Abend war es schon; vielleicht hatten sie ja eine Erdbeerplantage besucht, das soll zu den Lieblingslustbarkeiten seiner Majestät gehören, heißt es. Jedenfalls fühlte sich der Tross auf einmal beschossen – aus einem Garten heraus. Das königliche Personal alarmierte die Polizei, und die fand heraus: Zwei Jungen, 13 und 14 Jahre alt, hatten die Reichweite und die Schreckenswirkung ihrer Kinderspielzeugpistolen ausgerechnet am thailändischen König ausprobiert. Und sie begnügten sich nicht mit einer Attacke auf den Radl-Konvoi; sie ballerten später auch noch auf das Auto, in dem sich Vajiralongkorn nach Hause chauffieren ließ, ohne zu wissen, auf wen sie anlegten.

Gegen die Teenager ermittelt die Staatsanwaltschaft Erding

Für den König ging die Sache glimpflich aus: keines der Plastikkügelchen traf ihn. Gegen die Teenager aber ermittelt die Staatsanwaltschaft Erding „wegen Verdachts auf versuchte gefährliche Körperverletzung“. Diplomatische Verstrickungen mit Thailand gibt es aber nicht.

Ein Schlaglicht auf das, was Vajiralongkorn in Bayern sonst noch treibt, warf vor ein paar Tagen die Flugbeobachtung-App „Flightradar“. Da war zu beobachten, wie eine große Boeing, registriert bei der thailändischen Luftwaffe, einen frühabendlichen Panoramaflug unternahm: Vielleicht hat der König die Maschine ja selber gesteuert. Tut er auch gerne, heißt es – außerhalb der Reichweite von Spielzeugpistolen.

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