Stuttgarter Kickers Sattelmaier – der große Rückhalt

Von Jürgen Frey 

Zahlt das in ihn gesetzte Vertrauen eindrucksvoll zurück: Kickers-Keeper Rouven Sattelmaier Foto: Baumann
Zahlt das in ihn gesetzte Vertrauen eindrucksvoll zurück: Kickers-Keeper Rouven SattelmaierFoto: Baumann

Die Zeiten der Wechselspielchen im Tor von Fußball-Drittligist Stuttgarter Kickers sind vorbei: Rouven Sattelmaier hat sich eindrucksvoll festgespielt. Diese Kontinuität gibt es in der Offensive nicht. Petar Sliskovic und Bajram Nebihi drohen verletzt auszufallen.

Stuttgart - Ausschlafen, Brötchen holen, gemütlich Frühstücken – den freien Sonntag hatte sich Rouven Sattelmaier redlich verdient. Gemeinsam mit Freundin Mia und Töchterchen Fiona, das am 4. Januar auf die Welt kam, ließ es sich der Kickers-Keeper zu Hause in Ludwigsburg gut gehen. Am Freitag hatte er mit einer überragenden Leistung vor der Pause dafür gesorgt, dass die Blauen mit dem 0:0 gegen Holstein Kiel immerhin einen wichtigen Punkt behalten konnten. „Vor ein paar Wochen hätten wir dieses Spiel definitiv verloren“, sagte Sattelmaier.

Vor ein paar Wochen, da war irgendwie auch noch ständig unklar, wer bei den Blauen zwischen den Pfosten steht. Erst nach dem 1:3 bei Fortuna Köln am 12. Dezember sprach der neue Trainer Tomislav Stipic ein Machtwort: Sattelmaier spielt! Dieses Vertrauen zahlte der 28-Jährige in den folgenden sechs Punktspielen, in denen es nur eine Niederlage beim VfR Aalen setzte, eindrucksvoll zurück.

Wechselspielchen professionell hingenommen

Mit geballter Faust in der Tasche, aber immer hochprofessionell hatte er die Wechselspielchen seit Saisonbeginn ertragen. Etwas überraschend war Carl Klaus unter Ex-Trainer Horst Steffen als Nummer eins in die Runde gestartet. Am dritten Spieltag in Aue flog der 22-Jährige vom Platz, Sattelmaier spielte danach in zwei Pflichtspielen zu Null. Doch nach abgelaufener Sperre kam Klaus wieder ins Tor – und sah gleich bei seinem Comeback in Rostock schon wieder Rot. Also durfte der Routinier wieder ran, aber nach dem 0:4 am zwölften Spieltag gegen die SG Sonnenhof Großaspach hieß es erneut Kommando zurück: Sattelmaier raus, Klaus rein. Bis eben Stipic Mitte Dezember die Hierarchie ein letztes Mal änderte und für klare Verhältnisse sorgte.

Das tut Sattelmaier gut. Genauso wie der Aufstieg zum Vize-Kapitän. Seine Körpersprache spricht für sich. Er strahlt Selbstbewusstsein aus. „Rouven ist sehr stabil, immer Herr der Lage“, lobt ihn Erol Sabanov. Der Torwarttrainer ist Sattelmaiers Vertrauensperson und Weggefährte. Die beiden kennen sich aus gemeinsamen Zeiten bei Jahn Regensburg und beim 1. FC Heidenheim. Sabanov ist vom gebürtigen Ludwigsburger überzeugt: „Vor allem Rouvens Reflexe auf der Linie und sein Verhalten im eins-gegen-eins sind überragend.“

Sliskovic und Nebihi drohen auszufallen

Die neue Stabilität im Tor ist ein wichtiger Trumpf im Kampf gegen den Abstieg. Auch in der Viererkette und im zentralen Mittelfeld (mit Klaus Gjasula und Sandrino Braun) deutet sich eine Stammformation für den Endspurt an. Gegen Kiel ließ die kompakte Kickers-Einheit nach der Pause so gut wie keine Chance mehr zu. „Wir sehnen uns nach Kontinuität auf allen Positionen“, sagt Trainer Stipic vor der nächsten Aufgabe am kommenden Sonntag (14 Uhr) beim 1. FC Magdeburg. Doch was die Offensive betrifft, ist dies ein frommer Wunsch. Gegen Kiel verletzten sich Petar Sliskovic (Meniskus) und Bajram Nebihi (Knöchel). Wie lange sie ausfallen, steht erst nach einer MRT fest.

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