Stuttgarter Kickers Die Lage bei den Blauen verschärft sich

Von Jürgen Frey 

Denkzettel  vom Trainer: Mittelfeldspieler Maurice Hirsch gehörte beim Spiel in Offenbach nicht zum Kickers-Kader. Foto: Baumann
Denkzettel vom Trainer: Mittelfeldspieler Maurice Hirsch gehörte beim Spiel in Offenbach nicht zum Kickers-Kader. Foto: Baumann

Schlechte Stimmung, verärgerte Fans – und ein Denkzettel für einen Neuzugang: null Punkte und 1:11 Tore aus den vergangenen drei Spielen schlagen bei den Stuttgarter Kickers auf Gemüt. Jetzt kommt das sieglose Schlusslicht TSV Schott Mainz. „Ein elementar wichtiges Spiel“, sagt Präsident Rainer Lorz.

Offenbach - Rainer Lorz ist ein viel beschäftigter Mann. Am Wochenende war der Rechtsanwalt geschäftlich im Ausland unterwegs. Der Präsident des Fußball-Regionalligisten Stuttgarter Kickers konnte das 0:3 (0:2) bei Kickers Offenbach also nicht selbst sehen. Doch auch so weiß er nach zuletzt null Punkten und 1:11 Toren aus den vergangenen drei Spielen: „Der Druck wird größer. Wir müssen am kommenden Samstag den Bock umstoßen.“ Da kommt um 14 Uhr das noch sieglose Schlusslicht, der Aufsteiger TSV Schott Mainz, ins Gazistadion. Ein Schlüsselspiel – und auch schon ein Endspiel für den Trainer? „Es wird ein elementar wichtiges Spiel. Aber ich bin kein Freund von Endspielen oder Schicksalsspielen, jetzt muss ganz einfach eine Reaktion kommen“, fordert Lorz.

Im letzten Drittel fehlt die nötige Konsequenz

Eine Wiedergutmachung hatte Coach Tomasz Kaczmarek schon nach der 1:5-Pleite im Derby gegen den VfB II verlangt. Und eine gute halbe Stunde sah es vor den 5058 Zuschauern auf dem Bieberer Berg auch ganz passabel aus, was die Blauen zeigten. Luca Pfeiffer lief sogar allein aufs Tor zu, doch die Fahne ging hoch. „Das war nie Abseits und die Schlüsselszene für unsere viel zu hoch ausgefallene Niederlage“ , schimpfte Kaczmarek nachdem er die TV-Bilder angeschaut hatte. Im Gegenzug kassierten die Blauen durch Serkan Firat (36.) das 0:1, weil sie nicht konsequent verteidigt hatten. Mit dem Offenbacher 2:0 durch einen Sonntagsschuss von Serkan Cöcer (43.) war eine gewisse Vorentscheidung gefallen. Auffallend auch nach der Pause: Die Kickers lassen im Spiel nach vorne die Durchschlagskraft vermissen, vor allem im letzten Drittel fehlt die nötige Konsequenz, die letzte Überzeugung. „Ich wünsche mir mehr Bissigkeit, mehr Galligkeit“, stellte Aufsichtsratschef Christian Dinkelacker als Augenzeuge fest. Das 3:0 durch Maik Vetter (90.) hatte dann nur noch statistische Bedeutung.

„Extreme Unruhe im Umfeld“

Die Lage bei den Kickers wird ernster. Dinkelacker hat eine „extreme Unruhe im Umfeld“ ausgemacht. Vor allem der Trainer werde von Teilen der Fans „sehr negativ“ gesehen, vor allem seit dem verlorenen WFV-Pokal-Finale gegen die SF Dorfmerkingen. Den Stimmungswandel können nur Erfolge herbeiführen. Gegen Schott Mainz sind drei Punkte Pflicht. Ob dann Mittelfeldmann Maurice Hirsch wieder im Kader sein wird, ist offen. In Offenbach fehlte der Neuzugang von Hannover 96 II – ein Denkzettel des Trainers, weil er mehr vom 24-Jährigen erwartet. „Maurice war nicht dabei, um sich selbst zu reflektieren“, sagte Kaczmarek. Wobei dies allen Beteiligten im Lager der Blauen ganz gut tun würde.

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