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Schlossgarten Schülerdemo endet am Wasserwerfer

Jürgen Bock, vom 30.09.2010 18:05 Uhr
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 Foto: Wagner
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Stuttgart - Bei den Protesten im Schlossgarten sind am Donnerstagvormittag auffallend viele Kinder und Jugendliche ins Visier von Wasserwerfern und Pfefferspray geraten. Der Grund dafür: Zeitgleich mit dem Polizeieinsatz war nur wenige Meter entfernt eine Schülerdemonstration gegen Stuttgart 21 geplant. Die Teilnehmer schlossen sich spontan den Protesten an, bei denen es zahlreiche Leichtverletzte gab. Die Behörden weisen Vorwürfe zurück, sie hätten die Minderjährigen sehenden Auges in die Auseinandersetzungen laufen lassen.

Aufgerufen zu der Demo hatte die Jugendoffensive gegen Stuttgart 21 - bewusst während der Unterrichtszeit, um mehr Gehör zu bekommen. Um 10 Uhr versammelten sich laut Veranstalter 2000 junge Leute zur Kundgebung in der Lautenschlagerstraße. "Danach hätte es einen Zug über Theodor-Heuss-Straße, Rotebühlplatz und Schillerstraße in den Schlossgarten geben sollen", heißt es beim Amt für Öffentliche Ordnung, das die Aktion vergangenen Freitag genehmigt hatte. Zuvor hatte es Gespräche mit Polizei und Jugendoffensive gegeben.

Doch als die Kunde vom Polizeieinsatz im Schlossgarten die Runde machte, strömten die Jugendlichen direkt dorthin - nicht wie erwartet um 12 Uhr, sondern deutlich früher. "Es kam zu Blockaden von Baufahrzeugen", sagt Florian Toniutti, Sprecher der Jugendoffensive. Daraufhin habe man alle unter 16-Jährigen und solche, denen der Trubel zu viel geworden sei, aufgefordert, besser zu gehen. Gegen Polizei und Landesregierung erhebt Toniutti schwere Vorwürfe: Weil die Parkräumung parallel zur Demonstration abgelaufen sei, habe man "Schülerinnen und Schüler bewusst erheblichen Gefahren ausgesetzt".

Polizeisprecher Stefan Keilbach weist die Vorwürfe zurück. Natürlich habe man von der Demo gewusst, sei aber davon ausgegangen, dass sich die Schüler an die Abmachungen hielten. "Nicht die Polizei ist zu ihnen gekommen, sondern sie in den Park", sagt er. Man habe "zigfach dazu aufgefordert, den Platz zu verlassen". Man müsse auch Jugendlichen zutrauen, dass sie wüssten, dass man sich nicht folgenlos bei Blockaden der Polizei in den Weg stellen könne.

Eigentlich hätten die Schüler am Donnerstagvormittag im Unterricht sitzen müssen. Ein Streikrecht für sie gibt es nicht. Noch am Montag hatte das Kultusministerium einen Rundbrief an alle Schulleiter verschickt, um auf die rechtliche Lage hinzuweisen. Darin heißt es, es sei grundsätzlich zu begrüßen, wenn Jugendliche an Diskussionen in der Gesellschaft teilnehmen - allerdings stehe dem die Schulpflicht gegenüber. "Schulen haben sich politisch neutral zu verhalten und können Schüler deshalb nicht für politische Demonstrationen freistellen", sagt ein Sprecher. Die Schulen entscheiden selbst über Sanktionen für Schüler.

Einige hatten freilich vorgesorgt. Sie waren mit Billigung und Entschuldigung ihrer Eltern dem Unterricht ferngeblieben - wegen Krankheit. Dass der Streik vor dem Wasserwerfer endet, hätten sich die Erziehungsberechtigten wohl nicht träumen lassen.

Kommentare (113)
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OKT
18
21:09 Uhr, geschrieben von Claudia Kuberski
Demonstrieren während der Schulunterricht
Ich finde es nicht gut, wenn nun auch noch die Lehrer mit den Schülern auf die Demonstrationen gehen. Schon gar nicht während der Schulzeit. Es fallen so viele Unterrichtstunden aus, auch wenn es gerade in ihre Schulthemen passen könnte. Und vor allem kann ich mir nicht vorstellen dass alle Schüler die gleiche Meinung ihrer Lehrer teilen. Ein Lehrer muß als Beamter neutral sein. Als städtischer Angestellter muß ich das während der Arbeitszeit auch sein. Die Schüler gehen nur mit, weil es gerade wieder modern geworden ist zu demonstrieren oder sie meinen sie müssen mitgehen, da sie sonst uncool sind. Sie können aber gerne darüber diskutieren, welche Kosten den Steuerzahlern für das Polizeiaufgebot oder durch die Sachbeschädigungen bei den Demos entstehen. Schauen sie sich den Park nur an, wenn man es überhaupt noch Park nennen kann. Die Lehrer sollten vom Schuldienst suspendiert werden, da sie die Schüler für ihre Interessen in Gefahr bringen.
OKT
18
08:51 Uhr, geschrieben von Boschert
Lehrer während den Unterrichts-Stunden zur Demo???!
Es geht nicht an das Lehrer während der U-stunden zumDemonstriren gegangen wird.Da sind die Leher schlechte Vorbilder für unsere Kinder! Wir können auch nicht auf kosten Unserer Mitmenschen zur Demo gehen ,sonst verliert man seinen Arbeitsplatz! Daher sollte man den Lehrern das Gehalt KÜRZEN !!!!!!!!!!!!!!!!!!!!! Des weiteren gehört Jedem Demostrand einUnkostenbeitrag vo €100,00 Auferlegt damit denen geholfen werden kann die dabei unnötig zu Schaden gekommen sind.
OKT
08
20:23 Uhr, geschrieben von Anonymer Benutzer
Nachdenklich
Ich habe einige Kommentare gelesen und die Bilder gesehen. Ich bin ein Bürger der aus der ehmaligen DDR stamt. Entsetzt mußte ich mich an die methoden der Stasi errinnern. Es kann nicht sein dass Kinder und Rentner zusammen geprügelt werden. Die Landesregierung wollte diesen Ausgang, aber wir alle wissen das die wahre Macht beim Volk liegt. Ich denke das Herr Mappus noch sein 1989 bekommen wird. Ich ziehe respektvoll meinen Hut vor dem Mut unserer Jugend und mein tiefste Anteilnahme an den Verletzten.
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