Stuttgart 21 S-21-Gegner fordern von OB Kuhn den Ausstieg

Michael Isenberg, 08.01.2013 09:00 Uhr
Mehrere Tausend Menschen haben während der Amtseinführung von Fritz Kuhn (Grüne) gegen Stuttgart 21 bei der Montagsdemo auf dem Marktplatz protestiert. Begleitet von lauten „Oben-bleiben“- Sprechchören forderten sie den neuen OB aufgefordert, mit der Stadt schnellstmöglich aus dem Bahnprojekt auszusteigen.

Stuttgart - Mehrere Tausend Menschen haben während der Amtseinführung von Fritz Kuhn (Grüne) gegen Stuttgart 21 bei der Montagsdemo auf dem Marktplatz protestiert. Begleitet von lauten „Oben-bleiben“- Sprechchören forderten sie den neuen OB aufgefordert, mit der Stadt schnellstmöglich aus dem Bahnprojekt auszusteigen.

„Heute feiert Herr Kuhn seinen Amtsantritt – doch ab morgen gilt’s“, verdeutlichte Matthias von Herrmann, Pressesprecher der Parkschütze-Initiative, die hohen Erwartungen der Projektgegner. Nach dem Ausscheiden des vorigen OB Wolfgang Schuster (CDU), der sich „in Nibelungentreue“ an S 21 gekettet habe, trete jetzt ein OB an, „mit dem sich viele Hoffnungen verbinden“, sagte SÖS-Stadtrat Tom Adler als Hauptredner der Demonstration.

„Erwarten von OB Kuhn, dass er alle Möglichkeiten nutzt, S 21 die Unterstützung zu entziehen“

„Die Grünen sind nicht unsere Feinde“, sagte Adler. Allerdings sei es auch „nicht akzeptabel“, wenn sich deren Regierungschef Winfried Kretschmann oder eben auch Fritz Kuhn hinter dem Betrug Volksabstimmung „verschanzten“, so Adler. Das Bahnprojekt könne nämlich nach wie vor beendet werden. „Wir erwarten von OB Kuhn, dass er alle Möglichkeiten nutzt, S 21 die Unterstützung zu entziehen“, forderte der Stadtrat. „Das ist realisierbar für einen starken OB.“ Außerdem stehe die Protestbewegung so dicht hinter Kuhn, dass dieser „gar nicht zurückweichen kann“.

In einem Neun-Punkte-Katalog bündelten die Projektgegner ihre Forderungen: An erster Stelle stehe die Rückabwicklung der Grundstückskäufe von der Bahn – der städtebauliche Nutzen des Projekts sei nämlich „ein Phantom“, so Adler. Dafür könne die Stadt mit bis zu einer Milliarde Euro erwarten. OB Kuhn solle auch die Beteiligung an der Projektfinanzierung „sofort einstellen“ und im Lenkungskreis über den Ausstieg der Stadt verhandeln. Auch die Beteiligung an der „Propaganda“ für S 21 müsse beendet werden. „Es ist Kuhns Aufgabe, Schaden von der Stadt abzuwenden“, sagte Adler.

 
 
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Kommentare (51)
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Aufgeklärter Ist schon länger als 1 Jahr her
Was Sie aufgezählt haben an Bauerei waren nur Abriß, Abriß, und nochmals Abriß. Dazu die Verwüstung des Schloßparks. Obendrein droht auch eine Verwüstung des Rosensteinparks, welcher 1993 durch die BUGA aufgewertet wurde und man stolz auf ein Grünes U war, welches ermöglichte, vom Neuen Schloß über den Rosensteinpark bis hinauf zum Killesberg fast ununterbrochen im Grünen spazieren zu können. Von der Zerstörung des Kopfbahnhofs mal abgesehen, den ausgerechnet Ex-OB Schuster 1997 noch für denkmalschutzwürdig hielt. Aber gut, sein Parteivorbild Adenauer hatte ja auch schon mal gemeint: „Was geht mich mein Geschwätz von gestern an“. .......... Wir Kopfbahnhofbefürworter wissen, daß S21 mit einem Rückbau des Bahnknotens verbunden ist. Dadurch, daß die Bahn weder eine angedrohte Unterlassungklage gegen wikireal unternimmt, noch überhaupt versucht, die Aussagen von wikireal wissenschaftlich fundiert zu entkräften bzw. zu widerlegen, bestätigt sie jeden Tag dieses Aussitzens die Richtigkeit der Aussagen von wikireal. Das ist Fakt. Und daher ist es nur angebracht, jeden Strohhalm gegen die schon schier gar mafiösen Strukturen des Geflechts von S21 zu nutzen, um das von vornherein tote Projekt zum Stoppen zu bringen. .......... Aber so wie es aussieht, müssen sich die Kopfbahnhofbefürworter nicht mehr viel anstrengen. Das Projekt erledigt sich offensichtlich selbst. Denn die Zeiten sind vorbei, als die untereinander verstrickten Partner von Bahn, CDU und FDP alles mögliche an dubiosen Entscheidungen gemeinsam durchgewunken haben und die Bahn auch darauf vertraut hatte. Die Kostenexplosion, das stockende GWM-Verfahren beweisen eines: Die Bahn hat entgegen ihren Beteuerungen absolut keine korrekten Planungen durchgeführt. Am besten hat dies Herr Dr. Kefer selbst bewiesen, als er auf der sog. Schlichtung auf einem Freßzettel die Kalkulation eines Tunnelbaus aufzeigte. Da muß man sich über nichts mehr wundern. – Oben bleiben!
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Jotho Ist schon länger als 1 Jahr her
Zu den Polizisten ist zu sagen dass diese Überstunden anhäufen die ausbezahlt werden müssen… Teilweise kommt Bereitschaftspolizei aus anderen Bundesländern die in Stuttgart in Hotels untergebracht werden müssen. Die Summe welche unnötigerweise schon ausgegeben wurde liegt schon im 3 stelligen Millionenbereich. Zu Ihrer Alternativplanung, Saßen sie die letzten 15 Jahre in den Entscheidungsgremien um das zu behaupten? In wie weit Blockiert die CDU? Einen Ausstieg kann man nicht blockieren. Merken sie nicht dass es keine Rolle spielt ob S21 Wirtschaftlich ist oder nicht? Dieses Projekt ist Politisch gewollt…. Von Berlin, dem Land BW und der Stadt Stuttgart. In den letzten 2 Gremien sitzen übrigens inzwischen die Grünen. Es wäre überhaupt kein Problem diesen Vertrag einfach zu Kündigen. Nur wollen die Grünen dies nicht. @Aufgeklärter… Ich sehe nicht wo die Bahn einen Baustopp vollzieht. Das Technikgebäude wird weiter gebaut, die Strecke nach Ulm wird weiter gebaut, die Bahndirektion wurde teilweise abgerissen und viele andere Vorbereitende Maßnahmen sind am Laufen. Und merkt ihr nicht dass die Gegner mit ihren ganzen Eilanträgen unnötig Zeit verplempern? Ich will nicht wissen wie viel Geld eingespart hätte werden können wenn es nie Demos gegen S21 mit allen anschließenden Schlichtungen, Gerichtsverfahren und unnötigen Verzögerungen wegen angeblicher Fledermäuse oder Juchtenkäfer gegeben hätte…
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Petra Sauer Ist schon länger als 1 Jahr her
„An der Demo nahmen nicht mehrere 'Tausend' sondern mehrere 'Hundert' teil, es waren 1600.“ Vergleichen Sie den Unterschied dieser Zahlen mit den Zahlen-Irrtümern der Bahn. Da geht es nicht um „mehrere Hundert“ oder „mehrere Tausend“, auch nicht um mehrere Millionen, sondern um mehrere Milliarden.
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Stuttgarter Ist schon länger als 1 Jahr her
Welche ? Wie teuer? Wer plant ? Wer baut? Wann Baubeginn?
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Aufgeklärter Ist schon länger als 1 Jahr her
„Zum anderen verteuern die Gegendemonstranten und die Aktuelle Landesregierung sehr wohl das Projekt.“ Nun ja, mit diesen immer gleich klingenden Parolen geben solche PR-Agenten wie „Jotho“ selbst zu verstehen, daß sie trotz Internet, Fernsehen und Blätterwald nicht auf dem Laufenden sind, sonst würden sie längst wissen, daß sich die Bahn selbst einen Baustopp auferlegte. „Jotho“, sind Sie nicht diejenige Person, die selbst hinter dem Mond lebt? Guten Morgen und – Oben bleiben!
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