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Stuttgart 21 Polizei wirft Stuttgart-21-Gegnern steigende Aggressivität vor

SIR, vom 09.02.2012 11:42 Uhr
 Foto: dpa
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Stuttgart – Die Stuttgarter Polizei hat vor dem kommenden Einsatz im Mittleren Schlossgarten beklagt, dass Gegner des umstrittenen Bahnprojekts Stuttgart 21 der Polizei mit steigender Aggressivität begegnen und andere, unbeteiligte Bürger und Verkehrsteilnehmer immer häufiger durch Blockaden behindern.

Polizeiangaben zufolge erschweren deutlich gestiegene Emotionen sowie Radikalisierung bei Teilen der Projektgegner das Deeskalationsprinzip der Polizei. Deshalb sieht sich die Polizei gezwungen, das Einsatzkonzept anzupassen. Matthias von Hermann, Pressesprecher der "Parkschützer", sieht in dieser Entwicklung keine steigende Aggressivität der Gegner, sondern vielmehr eine wachsende Übersensibilität der Einsatzbeamten.

Die Polizei beklagt steigende Aggressivität der S21-Gegner

„Die Entwicklung innerhalb des Protestes gegen Stuttgart 21 vor dem kommenden Polizeieinsatz im Schlossgarten bereitet mir Sorge“, sagt Polizeipräsident Thomas Züfle, „in einschlägigen Internetforen, allen voran auf der Seite der Parkschützer, aber auch auf der Straße, ist eine Abkehr von rechtsstaatlich tolerablen Widerstandsformen und der Aufruf hin zu mehr Härte feststellbar.“

Die Polizei müsse die vermehrt auftretenden Handgreiflichkeiten seitens der Gegner bei ihrer Planung für den Einsatz im Mittleren Schlossgarten berücksichtigen. Insbesondere seit der Rodung der Bäume am Wagenburgtunnel, aber auch bei den Montagsdemonstrationen würden Grenzen des friedlichen Protests überschritten. Dabei würden die Polizisiten von S21-Gegnern vermehrt beleidigt und bewusst angerempelt. „Die Gegner ignorieren immer öfter beharrlich die Anweisungen der Beamten und machen diese lächerlich“, erklärt Züfle weiter.

Matthias von Hermann wirft der Polizei aggressives Verhalten vor

So hatte beispielsweise ein Zeuge am 29. Januar wegen Diebstahlsverdachts die Polizei alarmiert, als Projektgegner von der Schillerstraße Absperrmaterial in den Schlossgarten transportiert hatten. Wie die Polizei berichtet, wurden drei entsandte Streifenwagen von etwa 150 Personen umringt und an der Weiterfahrt gehindert.

Beamte, die ausgestiegen waren, seien von der Menge bedrängt, beleidigt und geschubst worden. Wegen der zahlenmäßigen Übermacht und dem fanatischen Verhalten der Gegner hätten sich die Beamten schließlich zurück gezogen. Während sie den Park rückwärts fahrend verlassen mussten, hätten die Gegner laut Polizeiprotokoll „der Park gehört uns“ sowie „Ihr habt hier nichts zu suchen“ skandiert und machten sich über die Polizeibeamten lustig.

„Die Polizei scheint in diesem Fall die Tatsachen zu verdrehen“, sagt Matthias von Hermann. „An diesem Tag machten wir eine Baumführung und es war zu erwarten, dass sich viele Menschen im Schlossgarten aufhalten.“ Die Polizei sei ungeachtet dessen mit drei Streifenwagen in den Park gefahren. Anfangs hätten die Gegner anständig Platz gemacht, doch als die Beamten ihnen mit den Polizeiautos viel zu nahe gekommen waren, habe es schließlich das eine oder andere böse Wort gegeben. „Das aggressive Verhalten ging von der Polizei aus“, behauptet von Herrmann.

Auch unbeteiligte Autofahrer werden oft behindert

Die Polizei berichtet auch von unbeteiligten Autofahrern, die schlechte Erfahrungen mit den Gegnern machten. Immer wieder hätten blockieren Gegner nach Protestkundgebungen Straßen blockiert und somit zu massiven und bewusst herbeigeführten Verkehrsbehinderungen geführt. Aktivisten hatten sogar ein Sofa als Sperre auf die Straße gestellt.

Von Hermann sieht das Problem bei übersensiblen Beamten

Polizeiangaben zufolge wird das so genannte Zeltdorf von einem harten Kern von Menschen, darunter auch sogenannte Parkschützer, als Bastion des Widerstands gesehen. Der „Verteidigungswille“ für das Lager sei in den einschlägigen sozialen Netzwerken vielfältig und in unterschiedlichster Ausprägung präsent. Der Wall um das Zeltlager sei in den vergangenen Tagen weiter verstärkt worden. Barrikaden bestehend aus Sperrmüll - darunter einer Badewanne -, alten Fahrrädern sowie ganzen Holzpaletten und ausrangierten Weihnachtsbäumen seien errichtet worden.

Der Abbruch des durch die Evangelische Akademie Bad Boll initiierten Gesprächs vom vergangenen Freitag zwischen Parkschützern und der Polizeiführung sei symptomatisch für die Verschärfung des Klimas. Vertreter der Parkschützer begründeten den Abbruch unter anderem mit dem angeblich überzogenen Polizeieinsatz im Mittleren Schlossgarten am vergangenen Freitagmorgen, bei dem ein mutmaßlicher Straftäter gesucht wurde. 

Die Schlussfolgerung eines Einsatzbeamten lautete dieser Tage: „Aus manchen Wutbürgern sind Hassbürger geworden“. „Ich verstehe nicht, dass die Polizei mit solchen Begriffen um sich wirft“, kontert von Hermanns, „auch bei mir haben sich die Beamten ausgeheult, dass es mit den Gegnern immer schlimmer wird. Doch das führe ich generell auf übersensible Beamten zurück.“ Es sei weder Hass noch Wut, was der Polizei entgegenschlägt. Wenn sich die Gegner angegriffen fühlen, hätten sie das Recht, erbost zu sein. „Dass dann da mal ein böses Wort gegen die Polizisten fällt, ist doch ganz verständlich“, sagt von Hermann.

Kommentare (134)
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FEB
14
14:59 Uhr, geschrieben von Eisenbahner pro S21
Natürlich wird Stuttgart 21 funktionieren... jeder kann es nachvollziehen!
Zum Aufklärungsresistenten: "Na also, dann sind wir uns doch einig, daß es keinen Bahnknoten-Hauptbahnhof geben kann, der ähnlich viele Züge wie bei S21 geplant durchschleusen kann" Nein, diese Propaganda haben Sie als falschen Schluss gezogen. Ich habe lediglich festgestellt, dass es keinen eisenbahnbetrieblichen Präzedenzfall gibt. Den braucht man aber auch gar nicht. Eisenbahntechnisches Grundwissen sowie die Erfahrungen von Bahnhöfen mit deutlich schlechteren Trassierungen (wie Hamburg) und mit etwas günstigeren Trassierungen, aber doppeltem Verkehr (wie Brüssel) genügen, um zu wissen dass es funktioniert. Spätestens der Stresstest hat es bewiesen. __________________________________________________________________________________ "Ich rede von Bahnhöfen mit Weichen, Gleisvorfelder und Verzweigungen in mehrere Richtungen." Jeder Bahnhof muss Weichen und Verzweigungen haben, sonst wäre es kein Bahnhof. Hat Brussel-Centraal übrigens auch. Und wie groß ein Gleisvorfeld zu sein hat, ist ebenso nirgends definiert. Die in Stuttgart werden ähnlich klein sein wie in Brussel. Ein Gegenrichtungsbetrieb wie in Hamburg und Köln ist weder bei Stuttgart noch in Brussel geplant. Also so what? _______________________________________________________________________________ Und selbst wenn - was soll all dies mit der Auslastung der Bahnsteiggleise zu tun haben? Nichts. Die Problematik der Weichen, Verzweigungen und Fahrstraßen ist eine Frage der Zulauftrassierung, nicht der Bahnsteiggleise. Wenn Sie nun Ihre Argumentation bzgl. Auslastung nochmal auf die Zulaufstrecken übertragen, werden Sie feststellen, dass Stuttgart 21 selbst im Stresstest erheblich weniger Streckenbelastung aufwies aus Brussel-Centraal, der Stuttgarter Sackbahnhof heute oder auch Hamburg-Hbf an der engsten Stelle. Damit sind die Propagandalügen vom "Engpass" aber nun wirklich zerbröselt. _______________________________________________________________________________ "Übrigens kann man über Brüssel Central nachlesen, daß dieser auch zu klein ist. " Ja, kein Wunder. Es muss mehr als der doppelte Verkehr bewältigt werden wie in Stuttgart, es gibt nur 6 Bahnsteiggleise, die Bahnsteige sind kurz, die Querbrücken eng, und die Bahnsteiggleise müssen zusätzlichen Durchgangsverkehr aufnehmen. Durchgangsbahnhöfe können leistungsfähig sein, aber irgendwann kommen auch diese an eine Grenze. Wenn in Stuttgart mal 70 oder 80 Züge pro Spitzenstunde fahren sollen wie heute in Brüssel, wird man sich auch dort über Erweiterungen Gedanken machen. Zum Glück sind die Erweiterungen dann schon vorgeplant und mit Bauvorleistungen versehen. Sie sehen, es gibt kein Problem!
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FEB
13
23:39 Uhr, geschrieben von Aufgeklärter
Mit „Eisenbahner“ dem Bezahlten endlich einig – Es gibt keinen einzigen Knotenbahnhof in der Welt mit ähnlichem Leistungsmerkmal wie S21
„Die Frage ist völlig irrelevant, weil es keinen Bahnhof gibt, der von der Trassierung und dem Betriebsablauf her Stuttgart 21 entspricht.“ Na also, dann sind wir uns doch einig, daß es keinen Bahnknoten-Hauptbahnhof geben kann, der ähnlich viele Züge wie bei S21 geplant durchschleusen kann. „Allein die Formulierung "Bahnknoten-Bahnhof" ist schlicht nicht definiert und hat mit den Bahnsteigbelegungen auch gar nichts zu tun.“ Wie soll ich dann beschreiben was ich meine. Die kindische Art von Ihnen, schwer erklärbare Ausdrücke jedesmal zu zerpflücken zeigt nur, daß man sich selbst in diesem Bereich nicht auskennen, aber mit seinen Unkenntnissen den Gegenpart unbedingt fertig machen will, ist mir schon klar. ... Fahren Sie hin (Brüssel Central) und schauen Sie es sich an. Sie sehen die Weichen auf der Nordseite sogar von der Straße aus.“ Wegen Ihnen tue ich das eh‘ nicht und verarschen kann ich mich selbst. Soviel mir bekannt ist verlaufen die Strecken im Tunnel. Schauen Sie doch mal in die Ankunfts-/Abfahrtstafeln. Es fahren dort fast minütlich Züge auf 6 Gleisen ab. Das kann nur gehen, wenn kein Gleiswechsel stattfindet (Ob tatsächlich Weichen vorhanden sind, ist hier völlig irrelevant). Das gleiche gilt für Hamburg Dammtor. Dort befinden sich nur 2 Gleise, eine für jede Richtung und ohne Weichen. Das sind nicht die Knotenbahnhöfe, die ich meine. Ich rede von Bahnhöfen mit Weichen, Gleisvorfelder und Verzweigungen in mehrere Richtungen. ... Übrigens kann man über Brüssel Central nachlesen, daß dieser auch zu klein ist. Man möchte in den nächsten zehn Jahren anbauen. Geschätzte Kosten: 1 Milliarde Euro. So, so, und bei Ihnen kosten 33 km Tunnels Millionen und oberirdische Zulauferweiterungen auf bahneigener Trasse Milliarden. ... Über Ihren weiteren Unsinn möchte ich mich weiters nicht mehr auslassen. – Oben bleiben!
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FEB
13
16:11 Uhr, geschrieben von Morriz Adoniz
Karl-Michael Beck @ Mediathek
Herr Beck, die Mediathek auf http://trillerpfeifen.de.vu @ Trillerpfeifen Teil I bis XX hilft sicher Ihrer einseitigen Wahrnehmung. Ganz sicher.
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