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Stuttgart-21-Gegner Neubaustrecke nach Ulm: Kosten explodieren

Josef Schunder, vom 25.06.2010 17:04 Uhr
Der Immissionsschutz wird bei Stuttgart 21 eingehalten - sagt die Deutsche Bahn. Foto: dpa
Der Immissionsschutz wird bei Stuttgart 21 eingehalten - sagt die Deutsche Bahn. Foto: dpa

Stuttgart - Die Mutmaßungen über die Kosten der ICE-Neubaustrecke Wendlingen-Ulm gehen weiter. Dass die Trasse über die Alb nur 2,025 Milliarden Euro kosten könnte wie 2004 errechnet, gilt schon länger als unwahrscheinlich.

Am Freitag nun legten die Gegner des Projekts Stuttgart21 die Latte ganz hoch: Der Schienenbau mit Tunnelstrecken im schwierigen Karst-Untergrund werde 5,676 Milliarden Euro kosten, im günstigeren Fall 5,2 Milliarden. Damit bestehe eine Finanzierungslücke von drei bis vier Milliarden Euro. Unter 3,496 Milliarden Euro Baukosten bis zum Jahr 2025 gehe ganz sicher nichts, erklärten Roland Ostertag, Gerhard Pfeifer und Gangolf Stocker vom Aktionsbündnis gegen Stuttgart 21.

Die Minimalsumme ergebe sich, wenn man die schon 2004 unrealistische Summe um jährliche Preissteigerungen von 3,5 bis fünf Prozent korrigiere, sagte der Architekt Ostertag. Auf die "konservativ gerechnete" Höchstsumme komme man, wenn man wie der Bundesrechnungshof eine 60-prozentige Kostensteigerung annehme und die weiteren Preissteigerungen berücksichtige.

Legte man nur ein Plus von 50 Prozent zugrunde, würden sich immer noch 5,2 Milliarden Euro ergeben, erklärten die Stuttgart-21-Gegner. Sie setzten auch voraus, dass die Strecke mit sechs Jahren Verspätung 2025 fertig wird. Zuschläge für weitere Verzögerungen und Baurisiken seien nicht enthalten.

2008 hatten die Stuttgart-21-Gegner schon vorausgesagt, dass der Bahnknoten Stuttgart mit neuem Tiefbahnhof, Flughafenbahnhof und Gleisen bis Wendlingen rund 7,5 bis 8,3 Milliarden Euro kosten werde. Mit der neuen Warnung wollen sie den Druck auf Bahn AG und Bund aufrecht erhalten, damit sie aktualisierte Berechnungen auch für die Trasse nach Ulm vorlegen.

Die Stunde der Wahrheit werde offenbar hinausgeschoben, bis auf Hochtouren am Bahnknoten gebaut werde. Dann werde es heißen, die Stuttgart-21-Gleise würden in Wendlingen enden, sollte die Neubaustrecke nicht gebaut werden. Das Projekt sei aber angesichts der Finanzierungslücke und der Haushaltslage bei Bund und Land nicht mehr zu bezahlen, die Pläne seien zudem veraltet, meinen die Gegner. Wenn der Verkehrsminister realistischere Zahlen vorlege, komme er am Ausstieg nicht vorbei. Damit dann nicht wirklich Gleise ins Nichts führen, müssten alle Arbeiten ruhen.

Kommentare (37)
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JAN
10
23:15 Uhr, geschrieben von Buchstabensuppe
Hui, hier ist´s ja noch lustiger als bei der Konkurrenz !
Sieht so aus, als ob die Jubelperser sich jetzt alle hier tummeln - langsam müsst Ihr echt mit Euren Kräften haushalten, Jungs, wenn selbst die StN mittlerweile einen auf kritisch macht. Bei den Ersten scheinen ja jetzt schon Akkus auf 0 zu stehen, so viel hirnlose Stammtischparolen, wie da geklopft werden. BR ist sogar der Ansicht, "Diese Leute blicken halt in die Zukunft und sind nicht gegen alles was neu ist und für die Regionen Fortschritt bedeutet." rofl Ich will ehrlich gesagt nichtmal erahnen, was Herr Pfister erblickt, wenn er in die Zukunft sieht (eine Flasche Trollinger ?) Und "neu" - meine Güte - ein Mobilfunkmasten in Ihrem Garten wäre auch "neu" und "Fortschritt". Kommuikation braucht Infrastruktur, das sind wir unsren Enkeln schuldig. Und erst die ganzen zusätzlichen Arbeitsplätze ! (Sie sehen,`ich hab gut zugehört, wenn Frau Gönner dran war). "In einer Demokratie und in Wirtschaftsbetrieben ist es halt einmal so, dass am Ende einer Planungskette jemand die Verantwortung übernehmen muss und viele Bürger sind froh darüber, dass es solche Männer gibt, die den Kopf nicht in den Sand stecken" -> ja, das hat man nach dem 30.09. gesehen, dass diese Männer den Kopf nicht in den Sand stecken, sondern geradezu danach gieren, Verantwortung übernehmen zu dürfen. Darf ich mal fragen, wer die Verantwortung für die 21 Toten bei der Loveparade übernommen hat ? Die Verantwortung für die Millionen und Milliarden, die die ständigen Sanierungsarbeiten am Engelbergtunnel kosten ? Die Verantwortung für die Risse in Staufen ? Die Verantwortung, wenn der EnBW-Deal in die Hose geht ? Halleluja, entweder Sie sind noch sehr, sehr jung (und schreiben in Ihrem jugendlichen Überschwang einfach mal irgendwas daher) oder Sie waren zu lange beim Bund, anders kann ich mir dieses blinde Lobpreisen der Obrigkeit nicht erklären.
JAN
10
23:14 Uhr, geschrieben von Anonymer Benutzer
Tünnelkes von Geislingen bis Günzburg
Ich find's gut und notwendig, @klartext, daß die StN diese Infos bringt. Sie sollte die Zahlen möglichst täglich wiederholen, damit auch Sie mal mitrechnen können. @Stuttgarter, Sie haben, egal, ob Ihre Zahlen nun wirklich stimmen, dankenswerterweise darauf hingewiesen, daß in die derzeitigen Pläne ein akzeptabler Güterverkehr von Stuttgart aus in den süd-ost-europäischen Raum nicht möglich ist. Wie sollen denn, die Porsches und Daimlers von Schtuagart aus nach München, Starnberg und noch weiter transportiert werden, wenn nicht der Albaufstieg durch Tunnel überwindbar gemacht wird?! - Ich bin unbedingt dafür, mit einem Tunnel von Geislingen bis Günzburg, der flacheren Steigung wegen und damit des Ulmer OB Gönner Kirchturm-Politik nicht verwirklicht wird.
JAN
10
17:32 Uhr, geschrieben von Klartext
Online-Redaktion
Sehr geehrte Online-Redaktion, was soll der Schund vom Juli 2010?========= Ist die Schlichtung an Ihnen spurlos vorübergegangen oder wie kommen Sie dazu, die Fantasiezahlen der S21-Gegner hier wiederzukäuen?=================== Ich bitte um eine Erklärung.
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