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Stuttgart 21 Eine Chronologie des Protests

Marko Belser, vom 23.09.2010 12:30 Uhr
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Die Flamme des Protests brennt schon lange. Klicken Sie sich durch eine Chronologie des Widerstands gegen Stuttgart 21  Foto: dpa
Die Flamme des Protests brennt schon lange. Klicken Sie sich durch eine Chronologie des Widerstands gegen Stuttgart 21 Foto: dpa
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Stuttgart - Gegner von Stuttgart 21 müssen sich von Befürwortern zurzeit häufig die vorwurfsvolle Frage anhören: Warum geht ihr denn erst jetzt auf die Straße? Dabei ist der Protest gegen den Tiefbahnhof so alt wie das Projekt selbst. Schon in den 90er Jahren des vergangenen Jahrhunderts demonstrierten Bürger gegen Stuttgart 21, nur damals waren es eben noch nicht so viele. Wir haben in unserem Archiv gekramt und Beweisfotos gefunden. Eine Chronologie des Protests.

Kommentare (40)
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SEP
28
14:12 Uhr, geschrieben von Werner Dengler
Chronologie
Schön zu sehen, wann schon wo und wie gegen S21 demonstriert wurde. Manche, die hier schreiben, meinen offenbar allen Ernstes, daraus ableiten zu können, dass jetzt das Bauvorhaben gestoppt werden muß, man war ja schon damals dagegen! Dabei ist es doch normal, dass große Projekte immer mehr oder weniger umstritten sind. Was zählt, sind die Mehrheitsverhältnisse im Parlament, wo schließlich verbindlich entschieden wird. Man kann natürlich auch nach einer verbindlichen Entscheidung der dazu legitimierten Gremien noch demonstrieren, versuchen, über Medien Stimmungen zu erzeugen, was, wie man sieht, offenbar gar nicht so schwierig ist, zumal die Verfahren viel Zeit beanspruchen. Das ändert aber nichts daran, dass entschieden ist und gebaut werden darf und deshalb natürlich gebaut wird. Ich erinnere mich sehr genau Anfang der Neunziger, wie schon damals um voraussichtliche Kosten, Kostensteigerungen, Mineralwassergefährdung, betriebliche Vor- und Nachteile, Alternativen und über vieles mehr gestritten wurde. Ich bin froh, in einem Rechtsstaat zu leben, in welchem Entscheidungsprozesse eindeutig und nachvollziehbar geregelt sind, und, wenn denn mal politisch entschieden ist, im Rahmen eines geregelten und transparenten Verfahrens die Umsetzung erfolgt. Die Planfeststellungsverfahren bzw. Beschlüsse sind jedermann zugänglich, und wer behauptet, hier sei "gemauschelt" worden, möge dies doch bitte unter Einbeziehung der frei zugänglichen Materialien belegen und nicht nur mit einem "Mich hat keiner gefragt" und "Die machen eh was sie wollen" abtun. Ich freue mich, dass Stuttgart 21 in der Realisierungsphase angekommen ist, die Proteste werden sich trotz aller derzeitigen und evtl. auch vorübergehend künftigen Heftigkeit in absehbarer Zeit wieder beruhigen.
SEP
24
19:57 Uhr, geschrieben von Jakutzi
Bürger gehen für etwas auf die Straße
Liebe @Susanne Steibl,..... ich gehe konform mit Ihrer Aussage, dass die S21-Gegner keineswegs mit der Zuordnung HartzIV-Empfänger beschrieben werden dürfen. Wir wissen inzwischen alle, dass da auch viele Künstler, Lehrer, Ärzte und sogar Ingenieure dabei sind. Dass sich da leider auch Chaoten, Radikale und berufsmäßige Hetzer mit dabei sind, sollte – um das Bild abzurunden – nicht unerwähnt bleiben.......... Ich denke jedoch, dass die meisten Kommentarschreiber - pro - S21 inzwischen mit dieser Situation umgehen können und in der Lage sind, ausreichend zu differenzieren........... Es wäre jedoch schön, wenn die Kommentarschreiber - gegen - S21 nicht immer und immer wieder die abgedroschenen Bezeichnungen „Lohnschreiber“, „Lohnjubler“ oder „bezahlte Demonstranten“ nutzen würden. Auch da steckt ein gehöriges Maß an Verunglimpfung drin. Da versucht wird, anders denkende Menschen erst gar nicht wahr zu nehmen, sie tot zu schweigen und auszugrenzen, getreu dem Motto, dass nicht sein kann, was nicht sein darf......... Erfreulicherweise erleben wir inzwischen, dass die Befürworter sich nicht länger ausgrenzen lassen und Präsenz zeigen. Mit Buttons, einschlägigen T-Shirts und dem Spruch „ (Auch) wir sind das Volk“ machen Sie selbstbewusst klar, dass es deutlich mehr Anhänger von S21 gibt, als das viele S21-Gegner bisher gedacht und behauptet haben. ............... Wo gab es denn das schon mal, dass Bürger nicht gegen sondern für ein Projekt auf die Straße gehen? ......... Aber vielleicht war dieser Schritt in Richtung Politisierung einer breiteren Bevölkerungsschicht einfach überfällig. Denn allzu leicht sollten wir es den stets präsenten ultralinken Polemisierern und Politagitatoren, den hartnäckigen Herbeirednern, den konzeptionslosen Gegen-Alles-Fuzzies und den scheinheiligen Parteistrategen, welche den Protest maßgeblich ins Rollen gebracht haben, nicht machen... gelle.
SEP
24
15:52 Uhr, geschrieben von gmw
Diskreditierung
Man kann nur hoffen, das diejenigen Kommentatoren, die Demonstranten auf unterstem Niveau verunglimpfen, sich endlich entblöden und sich vor Ort ein Bild machen. Mir ist es wert meine Freizeit zu verbringen auf Demonstrationen FÜR eine vernünftige und nachhaltige, weil wirkungsvolle Bahnpolitik des Ausbaus der Schieneninfrastruktur in der breiten Fläche. Wir brauchen keine Prestige- und Pilotprojekte der Deutschen Bahn AG, wenn sie es nicht fertig bringt die Brot- und Buttergeschäfte zu machen. Wir brauchen keine Bahn als Global Player, der die englische Arriva kauft um sie anschließend aus kartellrechtlichen Gründen gleich wieder verkaufen zu müssen, sondern funktionierende gut getakteten ÖPNV. Wir brauchen keine 60 t schweren und 25 m langen Gigaliner auf unseren Straßen und Autobahnen, sondern Güterverkehr auf den Schienen. Welche Züge sollen denn auf der NBS nach Ulm fahren? Was haben die Bahnfahrer zwischen Stuttgart und Ulm davon? Welche Züge fahren auf der Schnellfahrstrecke zwischen Frankfurt und Köln? Na also!
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