Stuttgart 21 Bahn: Alternative am Flughafen auch teurer

Von Konstantin Schwarz 

Die Kostendifferenz beim Flughafenbahnhof bleibt, sagt S-21-Sprecher Wolfgang Dietrich Foto: Leif Piechowski
Die Kostendifferenz beim Flughafenbahnhof bleibt, sagt S-21-Sprecher Wolfgang DietrichFoto: Leif Piechowski

Leinfelden-Echterdingen und Teile der SPD fordern beim Projekt Stuttgart 21 einen alternativen Anschluss des Flughafens an die Gäubahn. S-21-Projektsprecher Wolfgang Dietrich rechnet vor, dass sie fast eine Milliarde Euro kosten würde.

Stuttgart - Leinfelden-Echterdingen und Teile der SPD fordern beim Projekt Stuttgart 21 einen alternativen Anschluss des Flughafens an die Gäubahn. 2012 war die Variante mit 760 Millionen Euro berechnet worden. Nun rechnet der S-21-Projektsprecher Wolfgang Dietrich vor, dass sie fast eine Milliarde Euro kosten würde.

Im Herbst 2012 hatte die Bahn ihre eigenen Pläne mit 536 Millionen Euro taxiert. Seit der Kostenexplosion des Projekts im Dezember 2012 wird der Flughafenanschluss mit 716 Millionen Euro angegeben. Mehrkosten von 224 Millionen Euro müssten auch beim alternativen Anschluss addiert werden. Der läge dann bei 984 Millionen. „Die Kostendifferenz beider Varianten bleibt bestehen“, so Dietrich. Die „diversen Risikobetrachtungen“ und die Preissteigerung gälten auch für die Alternative.

Dietrich räumt ein, dass es seit dem Filder-Dialog 2012 keine aktualisierte Kostenschätzung für die Variante erfolgt sei, weil die Projektpartner sich damals nicht an den Mehrkosten beteiligen wollten.

Die Grünen im Stuttgarter Gemeinderat zeigten sich am Donnerstag überrascht vom Ansinnen der SPD. Der „Murks“ auf den Fildern sei nicht neu, aber von der SPD immer verteidigt worden. Nun bekomme die SPD kalte Füße und wolle mehr Geld geben.

Die Bahn-Pläne waren schon 2012 und sind erneut hochumstritten, weil die Bahn ab Rohr Fern- und Nahverkehrszüge auf S-Bahn-Gleise schicken und mit diesen auch in den bisher reinen S-Bahnhof unter den Terminals fahren will. Bei der Alternative bliebe der Bahnhof unberührt, die Gäubahn würde in den neuen Fernbahnhof gelenkt.

Ein Gutachten der Technischen Universität Dresden im Auftrag von Leinfelden-Echterdingen sagt für die S-Bahn und den Nah- und Fernverkehr erhebliche Betriebsprobleme voraus, wenn die Bahn-Pläne umgesetzt würden. Selbst das Fahrplan- und Taktgefüge auf der Neubaustrecke nach Ulm werde gefährdet. Die Gutachter raten, die geplanten Engpässe im Terminal Flughafen und der Rohrer Kurve nicht zu bauen. Die Bahn hält die Kritik für überzogen. Der geplante Verkehr kann aus ihrer Sicht mit ihrer Planung ohne Einschränkungen rollen.

Leinfelden-Echterdingen und Teile der SPD fordern beim Projekt Stuttgart 21 einen alternativen Anschluss des Flughafens an die Gäubahn. 2012 war die Variante mit 760 Millionen Euro berechnet worden. Nun rechnet der S-21-Projektsprecher Wolfgang Dietrich vor, dass sie fast eine Milliarde Euro kosten würde.

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