Stromversoger Stromkonzerne fahren Rekordgewinne ein

Von Walther Rosenberger  

Die großen Vier der deutschen Stromindustrie: EnBW, RWE, Vattenfall und E-ON Foto: dpa
Die großen Vier der deutschen Stromindustrie: EnBW, RWE, Vattenfall und E-ONFoto: dpa

Während Strom immer teurer wird, fahren die großen Energiekonzerne dicke Gewinne ein.

Berlin/Saarbrücken - Während Strom immer teurer wird, fahren die Energiekonzerne Eon, RWE und EnBW nach einer aktuellen Studie auch 2010 Rekordgewinne ein. Der Verlängerung der AKW-Laufzeiten sei Dank.

Silvester könnten in den Top-Etagen der großen deutschen Energieversorger die Korken knallen. Nach einer aktuellen Studie der Universität Saarbrücken, die unserer Zeitung vorliegt, deutet sich für Eon, RWE und EnBW ein neues Rekordjahr an. Bereits zur Jahresmitte 2010 hätten die Gewinne der drei Großversorger zusammengenommen 15 Milliarden Euro betragen, so die Studie. Sollte dieser Trend bis Jahresende anhalten, werde das bisherige Rekordjahr 2009 - damals liefen Gewinne von gut 23 Milliarden Euro auf - nocheinmal "klar getoppt", sagte der Saarbrücker Wirtschaftswissenschaftler und Studienautor Andy Junker. Seit 2002 haben die drei Konzerne Gewinne von "mehr als hundert Milliarden Euro" eingefahren, so Junker.

Nach der Studie, die von den Grünen im Bundestag in Auftrag gegeben wurde, haben sich die Erträge der drei Versorger damit in sieben Jahren vervierfacht.

Strompreise schätzungsweise um 25 Prozent zu hoch

Parallel dazu sind im selben Zeitraum auch die Energiekosten für die Verbraucher nach oben geschnellt. Nach Daten des Bundesverbands der Energie und Wasserwirtschaft (BDEW) musste ein Drei-Personen-Musterhaushalt vergangenes Jahr mit fast 70 Euro monatlich rund 44 Prozent mehr allein für Strom hinlegen als noch im Jahr 2002. Bei Gas gab es ähnliche Preisentwicklungen.

Die enormen Gewinne und Renditen der Energieversorger seien besonders vor dem Hintergrund eines sehr risikoarmen Geschäfts, in dem die Unternehmen tätig seien, schwer zu rechtfertigen, sagte Junker. Dass die Bilanzen der Versorger in Zukunft unter Druck geraten, sieht der Fachmann nicht. Allein durch die geplante Laufzeitenverlängerung der Atomkraftwerke um durchschnittlich zwölf Jahre könnten sich die Unternehmen über einen Nettovorteil von mehr als 70 Milliarden Euro freuen.

Die Atompolitische Sprecherin der Grünen im Bundestag, Sylvia Kotting-Uhl, sagte, die "astronomischen Renditen der Energiekonzerne würden durch die Laufzeitenregelung "zementiert". Der Vorsitzende des Bundes der Energieverbraucher, Aribert Peters, schätzt derweil, dass die Strompreise derzeit um etwa 25 Prozent überhöht sind. Schuld sei mangelnder Wettbewerb.

 

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