Artikel weiterempfehlen Artikel drucken Artikel kommentieren

Streuner In anderen Bundesländern gibt es Zahlen

Rainer Wehaus, vom 12.07.2010 16:37 Uhr
Herumstreunende Katze: Soll man sie erschießen zum Wohle der Natur? Foto: AP
Herumstreunende Katze: Soll man sie erschießen zum Wohle der Natur? Foto: AP

 

Die Abschuss-Erlaubnis geht laut Rastätter auf das Reichsjagdgesetz von 1934 zurück und ist aus ihrer Sicht längst überholt. Der Gedanke, dass Tiere „Mitgeschöpfe des Menschen“ seien, sei heute im bürgerlichen Recht verankert, der Tierschutz stehe inzwischen sogar in der Landesverfassung. Umso enttäuschter ist Rastätter über die negative Antwort des Landes. Die Regierung wolle nicht einmal erheben, wie viele Hunde und Katzen in Baden-Württemberg jährlich Jägern zum Opfer fallen, obwohl dies ohne großen Aufwand möglich wäre. „Landwirtschaftsminister Köberle hat wohl Angst vor der Reaktion der Bevölkerung, wenn Zahlen bekanntwerden“, vermutet Rastätter.

In anderen Bundesländern gibt es Zahlen: So wurden in Nordrhein-Westfalen in der Jagdsaison 2007/08 nach Angaben der Jäger 14.670 Katzen getötet. In Schleswig-Holstein waren es 2005 knapp 10.000 Katzen und 45 Hunde. Rastätter vermutet, dass die Zahlen in Baden-Württemberg ähnlich hoch sind. Bundesweit, schätzt die Tierschutzorganisation Peta, werden pro Jahr rund 400.000 Katzen und 65.000 Hunde von Jägern erschossen oder sterben in Fallen.

In anderen Bundesländern gibt es auch Aktivitäten: Laut Rastätter hat sich die Jamaika-Koalition im Saarland darauf verständigt, den Abschuss von Haustieren zu verbieten. Gleiches strebe auch die geplante rot-grüne Minderheitsregierung in Nordrhein-Westfalen an.

Rastätter verweist auch darauf, dass der Landestierschutzbeirat im Südwesten, dem auch die Jäger angehören, als Kompromiss einen probeweisen, dreijährigen Verzicht auf das Abschießen von Haustieren vorgeschlagen habe. Selbst dahinter bleibe die Regierung nun zurück, klagt sie. Jetzt will sie versuchen, im Landtag eine Mehrheit für ein solches Moratorium zu erreichen. Nach der Sommerpause wird ihr Antrag im Landwirtschaftsausschuss behandelt.

 

Kommentare (20)
» Kommentarregeln
  • Kommentare anzeigen
Anzeigen
AUG
02
15:51 Uhr, geschrieben von Wolfgang Schatz
Zum Kommentar von "Jägergöre".
Ach was gibt es doch für Gutmenschen. Keiner Fliege was zuleide tun, das Fenster öffnen und mit "Bitte, Bitte" bitten hinauszufliegen. Und wenn sie es nicht macht? Und was ist mit den Motten im Kleider- schrank, die Löcher fressen? Wollen die nur spielen? Oh je, das böse Mottenpulver. Jede Maus die man in der Wohnung fängt, streicheln und in den Stadtpark bringen mit guten Wünschen für die Zukunft. Und den Maulwurf im Garten herausbitten mit dem Versprechen auf gutes Happe-Happe. Dann streicheln und bitten in Nachbars Garten zu gehen. Oder? Der will doch nur spielen. Mit der gleichen Argumen- tation weigern gewisse Sekten sich impfen zu lassen, weil die armen Bakterien und Viren im Körper auch Gottes Geschöpfe sind und denen man nichts tun darf.Es gibt heute Menschen, die in einem unfassbar- en Ausmaß an Realitätsverlust leiden, sich als Gutmensch als die Krone der Schöpfung fühlen. Fast schon nicht mehr als "Homo Sapiens" sondern schon als "Homo Superior". Wißt ihr was, ihr Gutmenschen? Bleibt mir bloß vom Leib.
JUL
27
11:08 Uhr, geschrieben von Wolfgang Schatz
Sch...katzen.
In meinem Garten streunen ständig 5 Katzen von den Nachbarn, sogar tagsüber. Sie übernachten auf meinen Gartenmöbeln und sch... alles voll. Jeden Tag kann ich putzen. Überall liegen ihre Hinterlassen- schaften, Fellreste, tote Mäuse. Nachts gibt es Katzenmusik. Ich ver- suche konsequent die Löcher im Zaun zu stopfen, durch die sie komm- en, aber sie finden immer wieder neue. Und das tollste: Sitzt man mal im Garten, kommen alle fünfe und betteln um Futter. Gespräche mit den Nachbarn sind sinnlos, man wird nur ausgelacht. Wenn ich könnte wie ich wollte, hätte ich das Viehzeug längst vergiftet. Aber leider ist das verboten.
JUL
16
14:21 Uhr, geschrieben von jaegergöre
@tierschützer
Sie reden von Gewissen. Jäger haben keins, sonst wären sie nicht das w as sie sind, nämlich Jäger. Selbst wenn wirklich ein Hund jagt wird er kaum ein Reh erwischen ausser es ist krank (nicht angeschossen wie die Waidmänner abwertend sagen). Das weiß jeder Jäger, gibt es aber nie zu. Ebenso erwischen Katzen selten gesunde Vögel, sonst gäbe es seit Jahrtausenden keine Vögel mehr, darum kann man die Geschichte des Jägers mit dem Jagdverbot im Naturschutzgebiet und der vogelfreien Zone getrost ins Reich des Jägerlateins verbannen. Den Mist glaubt er nur allein. Alle Argumente für Jäger können mit Leichtigkeit wissenschaftlich fundiert wiederlegt werden. Man denke an Prof. Dr. Josef Reichholf: Evolutionsbiologe Will man ihm seine Erkenntnisse streitig machen? Wohl kaum. Die Jäger fürchten zu Recht ihren Machtverlust, und damit auch hörige Minister die die Unterstützung der Jägerschaft haben. Mach mal oder du warst längste Zeit Minister.. Eine freiwilliger Verzicht ist kein Verzicht. Und eins ist auch klar. Nach dem bestehenden Jagdgesetz darf ein Jäger nicht einfach schiessen. In BW dürfen das nur als Jagdschutzbeauftragte Jäger, diese unterstehen der Dienstaufsicht der Jagdbehörden (die leider oft genug korrupt sind) und somit muss nach dem Verwaltungsrecht eine Interessenabwägung der Rechtsgüter erfolgen. Der Jäger hat hierbei die Nachweispflicht weil er in das Eigentum anderer eingreift. Sagt ihnen aber keine Jagdbehörde. Warum wohl??
Kommentar-Seite
vorherige
1  von  7
nächste
Bildungsgutscheinen droht das Aus
Wegen der Sparzwänge will Sozialministerin ab 2014 die Erziehungshilfen auf Problemfamilien fokussieren
Mappus sieht sich entlastet und attackiert Kanzlei
Stefan Mappus sieht Schuld bei damaligem Rechtsberater. Kanzlei Gleiss Lutz in Bedrängnis.

 

Anzeigen

 

Anzeige
Nachrichtenticker
00:52   Merkel berät mit Oppositions-Spitzen über Fiskalpakt
00:45   Wieder Nachbeben in Italien
00:44   Olympia 2020: Tokio, Madrid und Istanbul in Finalrunde - Doha raus
23:45   EU-Kommission: Jugendarbeitslosigkeit mit Milliardensumme bekämpfen
23:43   Lafontaine für Generationswechsel an der Linken-Spitze
1   2   3   4   5   6   7   weiter
» aktualisieren
Video
Interaktiv
  • Umfrage
Facebook IPO

Das Soziale Netzwerk Facebook startete mit 38 Dollar pro Aktie - und legte einen der schlechtesten Börsengänge der vergangenen Jahre hin.  Wie reagieren Sie darauf?

 
Mit Schadenfreude! Ist doch gut, wenn der Facebook-Hype abschwächt
Mit Verwunderung. Ich hätte nicht gedacht, dass die Aktie so abstürzt
Mit Verärgerung! Wie kann das sein? Facebook ist doch ein tolles Unternehmen
 
(Ergebnis anzeigen)
 
  • Facebook
  • Foren
  • Twitter
 
Lesen Sie sich die Druckausgaben digital im Originallayout mit allen Bildern durch.
ePaper
 
Für Abonnenten
Für Kaufinteressenten
» Abonnement
» StN Digital
» Einzelexemplar
» Infos
» Preise