Stellenabbau LBBW plant, bis 2020 über 1000 Jobs zu streichen

Von Konstantin Schwarz 

Die Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) plant einen größeren Umbau. Foto: dpa
Die Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) plant einen größeren Umbau.Foto: dpa

Nullzinsen, Digitalisierung und immer mehr gesetzliche Auflagen erhöhen den Druck auf die Banken. Die LBBW reagiert darauf mit einem größeren Stellenabbau in den nächsten Jahren.

Stuttgart - Die Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) plant offenbar einen deutlich größeren Personalabbau als bisher bekannt. Nach Informationen unserer Zeitung sollen bis 2020 gut 1000 Stellen im Konzern gestrichen werden. Grund für die Restrukturierung ist die schwierige Lage der Branche, die nahezu alle Institute trifft. Nullzinsen, eine ausufernde Bürokratie und die Digitalisierung setzen die Banken unter Druck.

„Spekulationen über die Höhe eines Stellenabbaus kommentiert die Bank nicht“, sagte ein Sprecher den LBBW auf Anfrage.

Dem Vernehmen nach soll der Stellenabbau sozialverträglich erfolgen. Das sei zu schaffen, heißt es aus dem Umfeld der Bank. Allein die jährliche Fluktuation, also der Wechsel von Mitarbeitern etwa in den Ruhestand oder auf eine andere Arbeitsstelle, beträgt drei Prozent. Ende 2015 beschäftigte die LBBW 11 120 Mitarbeiter. Für einen Sozialplan soll ein zweistelliger Millionenbetrag als Rückstellung gebildet worden sein.

Große Einschnitte bei den Filialen

Die Landesbank hat intern eine Reihe von Projekten und Initiativen auf den Weg gebracht, um sich für die Zukunft fit zu machen. Dazu gehört das Programm „BW morgen“, das große Einschnitte im Filialkonzept der BW-Bank vorsieht. Die BW-Bank ist die Kundenbank der LBBW im Südwesten. Wie berichtet wird die BW-Bank 38 von 168 Filialen streichen. In Stuttgart wird die Zahl der Filialen um 16 auf 50 sinken. Nach Informationen unserer Zeitung sollen von den insgesamt gut 1000 Arbeitsplätzen, die abgebaut werden, rund 200 in Stuttgart wegfallen. Ebenso viele Stellen sollen im Privatkundengeschäft außerhalb von Stuttgart gestrichen werden.

Die Bank reagiert wie viele Wettbewerber auch auf das geänderte Kundenverhalten und die zunehmende Konkurrenz von Finanzdienstleistern aus dem Internet. Die BW-Bank-Filialen werden von den Kunden seltener aufgesucht, viele Geschäfte über das Internet erledigt. Über die Filialschließungen und den Stellenabbau in Stuttgart hat die LBBW in dieser Woche alle Fraktionsvorsitzenden im Gemeinderat unterrichtet. Die BW-Bank hat in Stuttgart die Funktion der Sparkasse.

Mit am stärksten von der Restrukturierung ist auch das internationale Geschäft der Landesbank betroffen. Dem Vernehmen nach sollen auch hier mehr als 200 Stellen wegfallen. Viele Aufgaben sind in diesem Geschäftsfeld weggefallen, weil die Bank im Kapitalmarktbereich nur noch Kundengeschäfte tätigt. Der Bereich soll deshalb neu ausgerichtet werden, die Beratung stärker als bisher lösungs- statt produktbezogen erfolgen. Konkrete Details zu ihren Umbauplänen will die Bank am 12. April auf ihrer Bilanzpressekonferenz mitteilen.

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