Stadtverkehr im Wandel Die Stuttgarter Straßenbahn: Von der Strambe zum Hightech-Zug

Bettina Breuer, 09.01.2013 05:24 Uhr
Einst oben ohne und mit Schaffner im Wagen, heute voll klimatisiert und mit Ticketverkauf per Handy: Kommen Sie mit auf einen kleinen Streifzug durch die Geschichte des Stuttgarter Schienenverkehrs.

Stuttgart - In seinen Kinderschuhen war der Stuttgarter Nahverkehr - wie sollte es im einstigen "Stutengarten" auch anders sein - vor den Karren gespannt: Aus dem Zusammenschluss zweier Pferdebahn-Betriebe entsteht 1889 die Stuttgarter Straßenbahnen AG.

Doch bereits sechs Jahre später hält die Elektrizität Einzug ins städtische Transportwesen. Zunächst gehen offene Wagen auf die Strecke, die Fahrkarten sind beim Schaffner während der Fahrt zu lösen. Bis 1910 ist das Ein- und Aussteigen während der Fahrt gestattet.

Von blau-elfenbeinfarben zu gelb-schwarzweiß

Im Jahr 1924 wechselt die Lackierung der Wagen von blau-elfenbeinfarben zu gelb-schwarzweiß, heute fahren die Bahnen ganz in Gelb. Im Jahr 1960 wird der erste schaffnerlose Beiwagen auf der Linie 6 eingesetzt, ein Jahr später führt die SSB die Streifenkarte ein. In den 1960er-Jahren wird die Verlegung der Straßenbahn "unter Tage" in Angriff genommen, 1966 wird die erste U-Haltestelle angefahren.

Stadtbahn statt U-Bahn

Der Stuttgarter Gemeinderat beschließt 1976 das Stadtbahnkonzept, zehn Jahre später wird mit der U3 die erste Strecke zwischen Vaihingen und Plieningen auf Stadtbahnbetrieb umgestellt. 1987 folgen die Linien U1 und U14. Seither sind die alten Straßenbahnen mehr und mehr aus dem Stadtbild verschwunden. Im Jahr 2007 wird als letzte die Linie 15 auf Stadtbahnverkehr umgestellt.

Heute hat die Stadtbahn Stuttgarts Nahverkehr mit seinem weit verzweigten Streckennetz fest in der Hand - im Tunnel und auf freier Strecke.

Ob nun oberirdisch oder unterirdisch, die Stuttgarter Straßenbahnen AG befördert seit mehr als 140 Jahren ihre Fahrgäste durch den Stuttgarter Kessel und inzwischen weit darüber hinaus. In all den Jahren haben sich nicht nur die Technik und die Fahrstrecken geändert, auch das Erscheinungsbild der heutigen Stadtbahn erinnert kaum mehr an die einstige "Strambe".

Wer einige der alten Triebwagen in natura bewundern will, sollte der Straßenbahnwelt Stuttgart in Bad Cannstatt einen Besuch abstatten. Von hier aus gehen immer sonntags Oldtimer auf die Schiene.

Klicken Sie sich durch unsere Bilderstrecke und erleben Sie, wie sich die Straßenbahn im Laufe der Zeit verändert hat.

Ein herzliches Dankeschön an alle unsere Leserfotografen, die eine solche Bildergalerie mit ihren Fotos erst möglich machen.

 
 
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Kommentare (4)
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rapozuff Ist schon länger als 1 Jahr her
benutze ich die Fahreuge der SSB regelmäßig. Ich will hier auch mal ein Lob an die SSB und deren Beschäftigte aussprechen. In den Jahren meiner Schulzeit bis heute wurde eine gute Leistung erbracht. Gab es Probleme, so waren diese auf einzelne Personen (sind auch nur Menschen) zurück zu führen. Damals wurde die Straßenbahn in der Stuttgarter Innenstadt (z.B. Königstrasse) unterirdisch gelegt, trotz Proteste von - heute würden sie sich sicher als Wutbürger bezeichnen - mit Vorteilen für alle. R E S P E K T !
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Besserwisser Ist schon länger als 1 Jahr her
Auf Bild 16 ist ein T2 und kein GT4 zu sehen :-)
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Ewald Moses Ist schon länger als 1 Jahr her
Wunderbar aufgezeigt was man in ein paar Jahren erreichen kann wenn man möchte.
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Timoworld Ist schon länger als 1 Jahr her
Schon lustig, in einer Bildergalerie der Stuttgarter Nachrichten auf dem Titelbild sein eigenes Foto wieder zu erkennen und sich zu wundern, woher das Bild wohl stammt. Freut mich aber, wenn euch einige Bilder von mir gefallen haben. Und auch 2013 freue ich mich auf einie Fahrten mit den Oldheimern.
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