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Sonnenfinsternis in Stuttgart Bei den Sofi-Brillen sieht es düster aus

Von Bettina Breuer 

Augenärzte und Optiker warnen: Nur mit speziellen Sonnenfinsternisbrillen sollte man am 20. März die partielle Sonnenfinsternis beobachten. Doch in Stuttgart sind so gut wie keine Brillen mehr im Handel. (Symbolfoto) Foto: dpa
Augenärzte und Optiker warnen: Nur mit speziellen Sonnenfinsternisbrillen sollte man am 20. März die partielle Sonnenfinsternis beobachten. Doch in Stuttgart sind so gut wie keine Brillen mehr im Handel. (Symbolfoto)Foto: dpa

Stuttgart freut sich bei guten Wetter am Freitag auf die partielle Sonnenfinsternis - und muss zum großen Teil wegschauen. Vier Tage vor dem Himmelsschauspiel sind die speziellen Schutzbrillen in der Stadt kaum noch zu bekommen - sehr zur Freude der Online-Händler.

Stuttgart - Spielt am 20. März das Wetter mit, könnten die Stuttgarter das Naturschauspiel der partiellen Sonnenfinsternis um genau 10.37 Uhr auf seinem Höhepunkt genießen, wenn genau 71,4 Prozent der Sonne vom Mond bedeckt werden - könnten, wenn sie denn im Besitz einer entsprechenden Schutzbrille sind. Und genau das scheint das Problem in der Landeshauptstadt zu sein.

Augenärzte und Optiker warnen eindringlich davor, die Sonnenfinsternis mit einer normalen Sonnenbrille oder gar mit dem bloßen Auge zu beobachten - eine Schädigung der Binde- und Hornhaut droht. Und so rät der Zentralverband der Augenoptiker: Fragen Sie Ihren Augenoptiker nach einer Sonnenfinsternis-Brille! Doch vier Tage vor dem Himmelsschauspiel über Stuttgart noch an eine sogenannte Sofi-Brille zu kommen, ist gar nicht so einfach.

Bei Kästner-Optik in den Königsbaupassagen heißt es, man habe sein Glück bei drei Lieferanten versucht, alle könnten keine Brillen mehr liefern. Laut einer Angestellten seien vor allem Anrufe von Eltern eingegangen, die für ihre Sprösslinge noch eine Brille erwerben wollten. Bei Binder-Optik am Marktplatz und in Vaihingen sind alle Sofi-Brillen seit dem letzten Wochenende ausverkauft. Und Fielmann hatte die spezielle Brille in ihren drei Stuttgarter Filialen erst gar nicht im Angebot, da die im Handel erhältlichen Brillen nicht dem Qualitätsanspruch der Firma entsprochen hätten, so eine Angestellte auf Nachfrage.

Planetarium unterbricht Programm - und verteilt Brillen

Ein Grund für die hohe Nachfrage könnte das rege Interesse von Seiten der Schulen sein. Viele bieten das gemeinsame Beobachten während des Unterrichts an - allerdings nur mit einer geeigneten Schutzbrille, die die Kinder von zuhause mitbringen müssen. Das Kultusministerium überlegt derweil noch, einen Hinweis an alle Schulen zu verschicken, in dem noch einmal auf die nötigen Schutzmaßnahmen für die Augen hingewiesen wird, so eine Sprecherin. Wer sich genau informieren will, könne dies übrigens auf den Seiten des Bundesamts für Strahlenschutz tun.

Die knappe Situation im Einzelhandel freut die Online-Händler. So waren über den Versandhändler Amazon Brillen ab zirka 10 Euro (Stand Montag, 15 Uhr) mit termingerechter Lieferung reichlich im Angebot. Die Nachfrage bestimmt eben den Preis.

Für relativ günstige 7.50 Euro können Stuttgarter allerdings doch noch in den Genuss der Sonnenfinsternis, einer Sofi-Brille und darüber hinaus einer Reise in entfernte Galaxien kommen. Das Planetarium Stuttgart unterbricht sein Programm "Entdeckungen im Kosmos" (vier Euro), das am Freitag um 10 Uhr startet, bei gutem Wetter zum Höhepunkt der Sonnenfinsternis und ermöglicht allen Besuchern den Blick zum Himmel. Die Brille, die im Haus für 3.50 Euro verkauft wird, dürfen die Besucher natürlich mit nach Hause nehmen und dort gut aufbewahren - für die nächste totale Sofi über Deutschland am 3. September 2081.

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