Föll appellierte an die Stadträte, sich der Verantwortung für einen ordnungsgemäßen Haushalt und die Erfüllung der Auflagen des Regierungspräsidiums nicht zu entziehen. Der Gemeinderat solle sich für die Waffenbesitzsteuer entscheiden. Der 23. September sei der letzte Termin dafür, wenn man die Steuer 2011 einführen will. Bei der Vorbereitung werde man prüfen, ob für Jäger nur drei oder doch eher fünf Waffen steuerfrei bleiben müssten. Wer die Waffe zur Berufsausübung oder für den Leistungssport benötigt, soll auch ausgenommen sein, hatte die Verwaltung vorgeschlagen.
Nach Meinung der CDU müssten freilich auch die rund 2400 Sportschützen komplett von der Steuer befreit werden - und ebenso die Eigentümer von rund 5000 vererbten Waffen. Da dies die Einnahmen schmälere und der Verwaltungsaufwand hoch sei, winkte die CDU ganz ab. "Die Verwaltung muss überlegen, wie sie auf andere Weise 1,5 Millionen Euro beschafft", erklärte CDU-Fraktionschef Fred Stradinger.
Dies wiederum machte den Finanzbürgermeister (und CDU-Kreisvorsitzenden) Föll "ratlos". Mit dem Vorgehen mache man es sich zu leicht, schimpfte er schon morgens im Finanzausschuss, Stunden vor der entscheidenden Gemeinderatssitzung. Die Verwaltung habe sich schon größte Mühe gegeben. Den Weg, den die Grünen gehen wollen, mochte Föll aber nicht beschreiten. Sie möchten pro Übernachtung in Stuttgarter Hotels 2,50 Euro kassieren. Das würde etwa 6,5 Millionen Euro pro Jahr erbringen. Juristische Restrisiken würden die Grünen in Kauf nehmen. Daher warf Föll ihnen vor, sie wollten die Stadt "in mehrjährige Prozesse jagen". Die Stadt müsse dann eine zweistellige Millionensumme zurückbezahlen.
Am Ende gab den Ausschlag, dass neben dem bürgerlichen Lager auch die SPD Bedenken hatte - weil Stuttgarts Hoteliers im Nachteil wären gegen das Umland.